User Group: Gründer:innen

  • Expert:innenberatung für den Einstieg in KI und Robotik

    Expert:innenberatung für den Einstieg in KI und Robotik

    Noch bis Ende dieses Monats können sich Unternehmen jeder Größe und Branche mit Sitz in Baden-Württemberg auf geförderte Projektformate zum Thema künstliche Intelligenz (KI) und Robotik bewerben. Die Angebote sind Teil des KI-Fortschrittszentrums „Lernende Systeme und Kognitive Robotik“ der Fraunhofer-Institute IPA und IAO und richten sich auch an KI-Einsteiger:innen.

    Das hohe Potenzial von Technologien der KI und Robotik ist unbestritten. Doch viele Unternehmen und speziell der Mittelstand tun sich noch schwer, für passende Anwendungsfälle die am besten geeigneten KI-Technologien zu ermitteln. Dies belegen zahlreiche Studien, beispielsweise auch von Bitkom aus dem April letzten Jahres. Laut dieser sind der Mangel an Geld, Personal und Zeit häufige Hemmnisse für den KI-Einsatz. Um Unternehmen bestmöglich zu unterstützen, bedarf es einer individuellen Experten-Betrachtung. Genau diese bietet das KI-Fortschrittszentrum mit seinen niedrigschwelligen Angeboten. Fast 200 Unternehmen haben die Angebote bereits wahrgenommen. Eine Übersicht über die vielfältigen Ergebnisse findet sich auf der unten verlinkten Webseite.

    Noch bis zum 31. März 2022 können sich Unternehmen vom Start-up bis zum Konzern mit ihrer Projektskizze bewerben. Es gibt zwei Projektformate:

    • „AI Explorer“: Dieses Format vermittelt Grundlagenwissen für alle Unternehmen, die sich zu Einsatzmöglichkeiten von KI oder Robotik informieren möchten, aber noch keine konkrete Idee haben. Fraunhofer-Mitarbeiter:innen bieten in Workshops eine Einschätzung dazu, wo KI und Robotik im Unternehmen stehen und in welcher Reihenfolge am besten vorzugehen wäre, um die Technologien in die Praxis zu bringen. Die Expert:innen helfen, die aktuelle Situation einzuschätzen und die Potenziale für Prozessverbesserungen oder Produkt- und Serviceinnovationen durch KI- und Robotik-Anwendungen aufzuzeigen.
    • „Quick Checks“: Mit diesem Projektformat können Unternehmen die Umsetzbarkeit einer individuellen KI- oder Roboteranwendung, also eine bereits vorhandene Idee, überprüfen. Nachdem das Unternehmen seinen konkreten Anwendungsfall vorgestellt hat, untersuchen die Fraunhofer-Mitarbeiter:innen, inwieweit das Vorhaben durchführbar ist. Ergebnis ist eine Machbarkeitsaussage in Form eines kurzen „Proof of Principle“.

    Die aktuelle Bewerbungsfrist adressiert Unternehmen, die bisher noch nicht mit dem KI-Fortschrittszentrum zusammengearbeitet haben. Die Projektformate sind für Firmen mit Sitz oder Standort in Baden-Württemberg kostenfrei. Möglich wird dies, weil das KI-Fortschrittszentrum umfangreiche Fördermittel vom baden-württembergischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus erhält.

    Erfolgreiche Projektformate

    Beide Projektformate erfordern nur einen sehr schlanken Aufwand für die Bewerbung und haben sich in den letzten Jahren als besonders erfolgreich bewährt. Gemeinsam mit dem Zentrum für Cyber Cognitive Intelligence (CCI) haben die beiden Fraunhofer-Institute die bereits genannten über 200 Projekte durchgeführt. Dies zeigt nicht nur, dass schon viele Unternehmen in Baden-Württemberg davon profitieren konnten. Die Projekte geben den Fraunhofer-Expert:innen auch einen fundierten Einblick in die Forschungs- und Entwicklungsbedarfe aufseiten der Unternehmen – die Basis für einen zielgerichteten, erfolgreichen Technologietransfer.

    Die bearbeiteten Themen im KI-Fortschrittszentrum sind sehr vielfältig. Erfolgsgeschichten sind beispielsweise der Quick Check für das automatisierte End-of-Line-Verpacken mithilfe von KI-basierter Bildverarbeitung und einem Roboter. Weiterhin wurde geprüft, inwieweit Bildverarbeitung und das Teilgebiet maschinelles Lernen (ML) zum Einsatz kommen können, um automatisiert Schäden an Fahrzeugkarosserien zu erkennen, was beispielsweise Mietwagenfirmen oder Betrieben im Gebrauchtwagenhandel wichtige Informationen liefert. Beide Quick Checks führten zu einer weiteren Zusammenarbeit der Unternehmen mit Fraunhofer, in der die Anwendungen prototypisch umgesetzt wurden. Im Kontext der Dienstleistungswirtschaft konnte ein Quick Check für einen Betrieb im Buchgroßhandel die Möglichkeit aufzeigen, KI-basiert möglichst genau vorherzusagen, wann welche Produkte in welcher Anzahl bestellt werden.

    Menschzentriert und anwendungsorientiert

    Die Projekte des KI-Fortschrittszentrums haben eine menschzentrierte KI im Fokus. Diese umfasst die Erklärbarkeit, Verifizierbarkeit, Kooperation, Integration und Robustheit von KI-Technologien. Denn nur wenn Menschen mit neuen Technologien intuitiv interagieren und vertrauensvoll zusammenarbeiten, kann deren Potenzial optimal ausgeschöpft werden. Unternehmen profitieren zudem von der Einbettung des KI-Fortschrittszentrums in Europas größten KI-Forschungsverbund Cyber Valley: Es hat in diesem die Aufgabe, die Brücke zu schlagen zwischen der hochklassigen Grundlagenforschung an verschiedenen Einrichtungen im Raum Stuttgart-Tübingen sowie den Technologiebedarfen auf der Anwenderseite.

    Aussagen von Projektpartnern:

    Firma Sick: „Die Kollegen von Fraunhofer habe im Rahmen des Quick Checks einen ausgezeichneten Überblick über bestehende Methoden zur Qualitätssicherung von Neuronalen Netzen erarbeitet. Wir hoffen, mit ihrer Kompetenz weitere Schritte in Richtung ‚Sicherer Künstlicher Intelligenz‘ gehen zu können.“

    Firma Knorr-Bremse: „Das Team bei Fraunhofer hat im Quick Check das Training von Modellen mittels öffentlichen Datensätzen zum Pre-Labeling von Videoszenen untersucht. Die dabei erhaltenen Ergebnisse sind ermutigend und bilden eine sehr gute Grundlage für weitere Untersuchungen. Die sehr fachkundige und professionelle Durchführung dieses Projektes wurde auch sehr gut von den FhG-Partnern dokumentiert, und wir sehen einer weiteren möglichen Zusammenarbeit mit großem Optimismus entgegen.“

    Firma IDS: „Ein gemeinsames Ziel des Fraunhofer IPA und uns ist es, KI anwendbar und erklärbar zu machen. Das IPA hat uns während des Quick Checks durch Kompetenz und Tatkraft diesem Ziel einen Schritt nähergebracht. Es konnte bereits in der kurzen Projektzeit gezeigt werden, dass nicht nur die Entscheidung neuronaler Netze wichtig ist, sondern auch, welche Bildmerkmale dazu führen, um Datenmanipulation und -verzerrungen zu erkennen. Wir hoffen darauf, die produktive Zusammenarbeit weiter fortsetzen zu können.“

  • AI & Architecture

    AI & Architecture

    Die nächste Ausgabe unserer Entrepreneurship-Serie steht vor der Tür, und wir betrachten erneut künstliche Intelligenz (KI) und dessen Auswirkungen auf eine bestimmte Branche. Diesmal konzentrieren wir uns auf KI als wirkungsvolles Instrument für Architekten und die Architektur-, Ingenieur- und Bauindustrie (AEC). Unsere Referent:innen aus den Bereichen Forschung, Start-up und Investment teilen ihre Perspektiven, Lösungen und die Chancen, die sie in KI sehen.

    Wissenschaftler:innen, Gründer:innen, Studierende und alle, die sich für das Thema interessieren, sind herzlich eingeladen, am Donnerstag, den 31. März, 14:00-15:30 Uhr dabei zu sein.

    Sprecher:innen

    David Weber
    CEO von Architizer

    Diellza Elshani
    Doktorandin am Institut für Computational Design und Construction und Exzellenzcluster IntCDC an der Universität Stuttgart

    Benjamin James
    Founder & CEO von mlxar GmbH

    David Fehrenbach
    Co-Founder & Managing Director von preML GmbH

    Alex Diehl
    Senior Advisor bei Cyber Valley & Angel Investor

     

    Registrierung

    Bitte hier registrieren. Das Event findet via Zoom und in englischer Sprache statt.

     

    Kontakt

    Julia Schmaus – Innovation Manager
    E-mail: julia.schmaus@cyber-valley.de
    Telefon: +49 7071 601 1546
    Mobil: +49 151 6452 0213

  • Sprechstunde: Cyber Valley Start-up Incubation Program

    Sprechstunde: Cyber Valley Start-up Incubation Program

    Das Cyber Valley Start-up Incubation Program bietet für Master-Studierende sowie für Forscherinnen und Forscher im April und Mai 2022 die Gelegenheit auszuprobieren, ein KI-Startup zu gründen – in nur sechs Wochen. Alle Informationen zum Cyber Valley Incubation Program findest du auf dieser Seite. Bewerbungsschluss ist am 13. März 2022.

    Hast du noch Fragen? Cyber Valley Innovationsmanager Tobias Dürr bietet Interessierten eine dreißigminütige Sprechstunde an, in denen er deine Fragen zum Programm beantwortet. Die Sprechstunde ist am 2. März um 14 Uhr, am 3. März um 11 Uhr und am 7. März um 15 Uhr. Über diesen Link können sich Interessierte zu diesen Zeiten einwählen. 

  • Sprechstunde: Cyber Valley Start-up Incubation Program

    Sprechstunde: Cyber Valley Start-up Incubation Program

    Das Cyber Valley Start-up Incubation Program bietet für Master-Studierende sowie für Forscherinnen und Forscher im April und Mai 2022 die Gelegenheit auszuprobieren, ein KI-Startup zu gründen – in nur sechs Wochen. Alle Informationen zum Cyber Valley Incubation Program findest du auf dieser Seite. Bewerbungsschluss ist am 13. März 2022.

    Hast du noch Fragen? Cyber Valley Innovationsmanager Tobias Dürr bietet Interessierten eine dreißigminütige Sprechstunde an, in denen er deine Fragen zum Programm beantwortet. Die Sprechstunde ist am 2. März um 14 Uhr, am 3. März um 11 Uhr und am 7. März um 15 Uhr. Über diesen Link können sich Interessierte zu diesen Zeiten einwählen. 

  • Sprechstunde: Cyber Valley Start-up Incubation Program

    Sprechstunde: Cyber Valley Start-up Incubation Program

    Das Cyber Valley Start-up Incubation Program bietet für Master-Studierende sowie für Forscherinnen und Forscher im April und Mai 2022 die Gelegenheit auszuprobieren, ein KI-Startup zu gründen – in nur sechs Wochen. Alle Informationen zum Cyber Valley Incubation Program findest du auf dieser Seite. Bewerbungsschluss ist am 13. März 2022.

    Hast du noch Fragen? Cyber Valley Innovationsmanager Tobias Dürr bietet Interessierten eine dreißigminütige Sprechstunde an, in denen er deine Fragen zum Programm beantwortet. Die Sprechstunde ist am 2. März um 14 Uhr, am 3. März um 11 Uhr und am 7. März um 15 Uhr. Über diesen Link können sich Interessierte zu diesen Zeiten einwählen. 

  • B2B Communications for Tech Start-ups

    B2B Communications for Tech Start-ups

    Effektive externe Kommunikation ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für jedes Unternehmen. Start-ups stehen vor allem in der Anfangsphase vor der Herausforderung, den Bekanntheitsgrad zu steigern und eine erfolgreiche B2B-Kommunikation aufzubauen. Die Entwicklung und Umsetzung einer effektiven Kommunikationsstrategie kann jedoch herausfordernd sein.

    Die nächste Ausgabe der Entrepreneurship Series widmet sich daher dem Thema "B2B-Kommunikation für Tech-Start-ups". Erfahrene Kommunikationsexperten geben Einblicke in PR-Grundlagen, B2B-Kommunikation und den effektiven Einsatz von Social Media. Im Anschluss an ihre Vorträge findet eine Fragerunde statt.

    Wissenschaftler:innen, Gründer:innen, Studierende und alle, die sich für das Thema interessieren, sind herzlich eingeladen, am Donnerstag, den 24. Februar, 14:00-15:30 Uhr dabei zu sein.

     

    Sprecher:innen

    Mark Schiffhauer
    Chief Creative Officer, ZEIT Verlagsgruppe & Geschäftsführer, Studio ZX

    Lennart Schmid
    Communications Manager, Cyber Valley

    Johanna Hailer
    Kommunikationsmanagerin, Storymaker GmbH

     

    Registrierung

    Bitte hier registrieren. Das Event findet via Zoom und in englischer Sprache statt.

     

    Kontakt

    Julia Schmaus – Innovation Manager
    E-mail: julia.schmaus@cyber-valley.de
    Telefon: +49 7071 601 1546
    Mobil: +49 151 6452 0213

     

  • Cyber Valley Start-up Incubation Program

    Cyber Valley Start-up Incubation Program

    Inhalt

    Ihr braucht kein Team, keine Vorkenntnisse und kein Gründungsprojekt. Alle Werkzeuge, die ihr für eine erfolgreiche Gründung benötigt, werden euch zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit erfahrenen Start-up Coaches erhaltet ihr Einblicke in Themen wie Team Building, Marktanalyse, Proto- und Pretotyping, Businessmodelle und Start-up Pitches. Am Ende bekommt ihr die Chance, euer Start-up Projekt vor einer hochklassigen Jury zu präsentieren und ihr könnt wertvolle Preise gewinnen.

    Zielgruppe

    Der Inkubator richtet sich an alle Wissenschaftler:innen aus dem Cyber Valley Ökosystem – und darüber hinaus. Doktorand:innen der International Max Planck Research School for Intelligent Systems (IMPRS-IS) erhalten darüber hinaus 3 Credit Points, wenn sie den Kurs erfolgreich absolvieren.

    Ablauf und Termine

    Der Inkubator ist als sechswöchiges Programm geplant mit jeweils einem Vor-Ort-Workshop pro Woche (10:00–18:00). Die einzelnen Termine werden abwechselnd in Stuttgart und Tübingen stattfinden. Es wird einen Shuttlebus für Teilnehmer:innen des jeweils anderen Standortes geben. Sollte die Pandemie Vor-Ort-Veranstaltungen nicht erlauben, wird die Veranstaltung virtuell stattfinden. Die Termine sind:

    • Freitag, 1. April 2022
    • Freitag, 8. April 2022
    • Freitag, 22. April 2022
    • Freitag, 29. April 2022
    • Freitag, 6. Mai 2022
    • Freitag, 13. Mai 2022 (finales Pitch Event)

    Bewerbung

    Um sich für das Cyber Valley Start-up Incubation Program zu bewerben, wird ein Lebenslauf und ein Motivationsschreiben benötigt. Aus dem Motivationsschreiben (ca. eine Seite) soll hervorgehen, warum die Bewerber:innen sich für das Programm interessieren und welches Problem aus ihrem (Forschungs-)Alltag sie mit einem Start-up gerne lösen möchten. Doktorand:innen benötigen außerdem eine schriftliche Erlaubnis ihrer Doktormutter oder ihres Doktorvaters, dass sie an den sechs Terminen teilnehmen dürfen (eine E-Mail genügt).

    Nur noch wenige Plätze verfügbar. Bitte sendet euren Lebenslauf, euer Motivationsschreiben und die schriftliche Erlaubnis eurer Doktormutter bzw. eures Doktorvaters an tobias.duerr@cyber-valley.de.

    Sprache

    Das Programm wird in englischer Sprache angeboten.

    Fragen?

    Wendet euch gerne an Tobias Dürr, wenn ihr Fragen habt.

     

  • Vom Forscher zum Firmengründer

    Vom Forscher zum Firmengründer

    Der Biomedizin-Ingenieur und Cyber Valley Forschungsgruppenleiter Dr. Tian Qiu plant ein eigenes Start-up – mit Organen, die mitdenken. Künstliche Harnblasen und Nieren sollen zum Standardwerkzeug für Chirurg:innen werden und ihre Fingerfertigkeiten trainieren.

    Organmodelle als sichere Spielwiese

    Tag für Tag liegen Menschen auf Operationstischen. Laut dem deutschen Online Portal Statista haben Mediziner:innen mehr als 15 Millionen Operationen im Jahr 2020 an vollstationären Patient:innen in den Krankenhäusern bundesweit durchgeführt. Unmengen an Daten sind dabei entstanden. Für Forschende der künstlichen Intelligenz (KI) ist es schwierig, sie zu bekommen. Das hat gesetzliche, ethische und technische Gründe. Bei Eingriffen an künstlichen Organamodellen hingegen sieht das ganz anders aus: Dort gibt es zum Beispiel keine Vorbehalte, wenn Daten und mögliche Defizite aufgezeichnet werden. Tian Qiu hat solche Organmodelle geschaffen. In seiner Vision besitzen bald alle Kliniken und medizinischen Fakultäten welche. Er ist sicher, dass sowohl biomedizinische Ingenieur:innen als auch operativ tätige Mediziner:innen davon lernen können. Nun möchte er eine Firma gründen.

    Tian Qiu ist seit 2019 Cyber Valley Forschungsgruppenleiter für „Biomedizinische Mikrosysteme“. Die Gruppe ist am Institut für physikalische Chemie an der Universität Stuttgart angesiedelt. Zuvor studierte er Maschinenbau und Biomedizintechnik an der Tsinghua-Universität in Peking, die als führende technische Universität Chinas gilt. 2012 kam er nach Europa, promovierte in Biotechnologie und Bioingenieurswesen am schweizerischen Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) und forschte am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (MPI-IS). Hier entwickelte er Microroboter, die sich durch den Körper bewegen und minimalinvasive Eingriffe vornehmen sollen. Problematisch nur: Wie üben? Es gab keine realistische Testumgebung für solche Roboter. „Ich bin Ingenieur, ich kenne die Technik, ich kann Dinge bauen. Wieso nicht auch ein Organ?“, sagte sich Qiu. Spannend dabei: Bisher fehlt es auch in der chirurgischen Ausbildung an Trainingsmöglichkeiten, die einer Operationssituation am Menschen nahekommen.

    In Zusammenarbeit mit der Urologie der Universitätsklinik Freiburg entwickelten die Forschenden deshalb eine Reihe künstlicher Organe: darunter Niere, Harnblase, Prostata – das Modell eines Harntrakts. Chirurg:innen können damit Endoskopien im Blaseninneren üben oder Nierensteine aufspüren. Die Hardware wird durch eine Software flankiert. Während der Prozedur messen Sensoren an den Organmodellen etwa, wie exakt und schnell die Mediziner:innen vorgehen. Die Daten dienen als Feedback ihrer Arbeit – gleichzeitig können Forscher:innen sie in einen KI-Algorithmus einspeisen und diese zum Beispiel darauf trainieren, die Performanz der Operation automatisch zu bewerten. Augmented Reality Surgical Simulator heißt dieser computergestützter Trainingsassistent für Chirurg:innen. Nach jahrelanger Grundlagenforschung ist das Modell für Urolog:innen startklar für die Serienanwendung. „Wenn Nachfrage besteht, können wir das System auf den Markt bringen“, sagt Qiu. Die Massenproduktion ist jedoch keine Aufgabe einer akademischen Forschungsgruppe mehr. Dafür braucht es Industrie.

    Aus der Forschung in die Wirtschaft?

    Gemeinsam mit Prof. Dr. Peer Fischer vom MPI-IS in Stuttgart, Prof. Arkadiusz Miernik vom Universitätsklinikum Freiburg und Dr. Kurt Ruffieux, Serienunternehmer in der Medizinbranche, will Qiu nun ein Start-up gründen. Aber wie wird man vom Wissenschaftler zum Unternehmer? „Es genügt nicht, eine Idee zu haben und in Veröffentlichungen nachzuweisen, dass die Technologie funktioniert“, sagt Qiu. Gründen birgt weit mehr Herausforderungen – und wirft Fragen auf, deren Beantwortung nicht Bestandteil eines Ingenieurstudiums sind: Woher die Finanzierung nehmen? Wer will investieren? Wo sich auf dem Markt positionieren? Wer soll kaufen? Was wollen die Kund:innen? Qiu: „Wir glauben an unsere Technologie. Aber ist das auch wirklich die Technologie, die der Markt braucht?“

    Gleichgesinnte und Expertise auf unbekanntem Wirtschaftsterrain findet er im Cyber Valley Ökosystem. Dessen Start-up Netzwerk mit seinen regelmäßigen Veranstaltungen hilft, sein Vorhaben voranzutreiben, sagt Qiu. Bei Symposien haben sich beispielsweise bestehende Start-ups vorgestellt und erzählt, was Erfolg verspricht – und was schiefging. Ebenso haben die Start-up Coaches des Instituts für Entrepreneurship und Innovationsforschung an der Universität Stuttgart von Prof. Dr. Alexander Brem maßgeblich Unterstützung geleistet. Die Max-Planck-Innovation GmbH, eine Organisation der Max-Planck-Gesellschaft, die den Transfer von Erfindungen in Unternehmensgründungen fördert, unterstützt Qiu und seine Partner bei der Beantragung von Fördermitteln des Bundesforschungsministeriums sowie bei der Patentierung und Lizenzierung. Das Team hat Patente in der Europäischen Union, den USA und China angemeldet – das sind die größten Märkte für Medizinindustrie. Wissenschaftler:innen an deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen setzen sich nicht zwangsläufig mit der Ausgründung ihrer Ideen auseinander, auch wenn ihre Forschung das eigentlich hergeben würde. Im Silicon Valley in den USA etwa oder in Israel sei die Gründungskultur ausgeprägter und weniger konservativ, sagt Qiu. Cyber Valley könnte das seiner Einschätzung nach ändern.

    Allerdings: Mit IAV, BMW, ZF, Bosch, Daimler und Porsche sind sechs der derzeit sieben der Cyber Valley Industriepartner Autobauer oder Zulieferer. „Es könnte uns wirklich helfen, wenn weitere Partner aus der Medizinindustrie dazukämen“, sagt Qiu. Die Industrie sei in der Region stark vertreten, betont Qiu. Zum Beispiel gebe es rund 400 Unternehmen für medizinische Instrumente in Tuttlingen und auch eine starke biomedizinische Industrie in der Region Tübingen.

    Die Resonanz auf die cyber-physischen Organzwillinge ist vielversprechend. Qiu und seine Partner sind derzeit mit zehn teils internationalen Medizintechnikkonzernen in Kontakt, die Interesse angemeldet haben. Den Trainingsassistenten für urologische Eingriffe haben Tian und sein Team ihren EndoUroTrainer beispielsweise jüngst nach Kanada geschickt. Urolog:innen testeten dort bei einem Workshop eine neue Operationsmethode für Vergrößerungen der Prostata – rund ein Viertel der Männer über 50 sind davon betroffen, mit dem Alter steigt das Risiko auf bis zu 90 Prozent. Der Bedarf scheint also gegeben.

    Das Modell des Harntrakts ist nur der Anfang

    Das Prinzip des intelligenten künstlichen Harnstrakts lässt sich auf andere Fachbereiche wie beispielsweise die Neurochirurgie übertragen. Qiu könnte sich beispielsweise auch die Konzeption eines künstlichen Gehirns vorstellen. Darin liegt aber auch die Crux. „Es gibt so viele Bereiche in der Medizin und Organe, dass uns die Arbeit nicht ausgeht“, sagt der Gründer. „Aber als junges Start-up haben wir nicht die Ressourcen, alle Organe anzugehen. Wir müssen sorgfältig das richtige auswählen.“ Weiterer Knackpunkt: Es gelte einerseits, die Anfangsphase zu bestehen und gegenwärtige Leerstellen am Markt zu füllen – und gleichzeitig Neues zu erfinden, um die medizinische Ausbildung langfristig auf ein neues Level zu führen. Für den Anfang planen die Gründenden mit drei bis fünf Beschäftigten. An erster Stelle suchen sie eine:n Projektmanager:in mit technischem Hintergrund und Erfahrung in der Branche.

    Die Daten aus den künstlichen Organen machen chirurgische Arbeit messbar und bewertbar. Den Ausbilder:innen können sie Anhaltspunkte liefern, wer bereit ist für reale Operationssäle und Patienten. Nachwuchschirurg:innen können ablesen, was sie an ihrer Performanz verbessern müssen. In Qius Idealvorstellung hat sich der Augmented Reality Surgical Simulator in einigen Jahren als standardisiertes Trainingssystem durchgesetzt. KI hält er in der Medizin für unverzichtbar – und ihr Potenzial längst nicht ausgeschöpft. Dass Mediziner:innen womöglich ihren Arbeitsplatz verlieren könnten, diese Sorge teilt er nicht: Hochqualifizierte Ärzt:innen seien schwerlich komplett durch Roboter zu ersetzen. Viele seien aber skeptisch, ob KI schon weit genug entwickelt sei, um ebenso gut zu arbeiten wie ein menschlicher Assistent. Bei Patient:innen wiederum könnte die Vorstellung von eigenständig operierenden Robotern Ängste schüren, sagt Qiu. Ähnlich wie bei selbstfahrenden Autos seien noch viele ethische wie rechtliche Fragen zu klären. Ihm ist wichtig: Seine Entwicklung soll Mediziner:innen unterstützen statt ablösen. „Die KI kann ihre Arbeit machen und dann von einem menschlichen Chirurgen geprüft werden. Wo ist da das Problem?“

  • Die Gewinner:innen der AI GameDev

    Die Gewinner:innen der AI GameDev

    Die Start-ups mlxar und Kinetix SAS sowie das Forschungsprojekt GRAF von Katja Schwarz sind die Gewinner:innen der AI GameDev – Europas erstem forschungsgetriebenen Wettbewerb zur Weiterentwicklung von Spieltechnologien für Forschende und Start-ups im Bereich künstlicher Intelligenz (KI). Bei der Preisverleihung, die am Donnerstag live auf YouTube übertragen wurde, präsentierten die sieben Finalist:innen ihre Ideen zur Unterstützung der Entwicklung und Verbesserung der Interaktivität im Gaming-Sektor vor einer hochkarätigen Jury.

    „Wir werden Gaming überall in unserem Leben sehen – und so auch KI. Und wir werden sehen, wie sich diese beiden Bereiche mehr und mehr miteinander verbinden. Intelligente Systeme werden zu einem integralen Bestandteil des Gamings avancieren und sie intelligenter machen. Ich denke, es wird eine positive Rückkopplung geben, bei dem die KI das Gaming besser macht und das Gaming wiederum die KI verbessert“, sagte Michael J. Black, Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme und Cyber Valley Sprecher. „Ich sehe die Zukunft eher in einer Verschmelzung der realen Welt, der virtuellen Welt und der KI, die die Schnittstelle zwischen der physischen und der virtuellen Welt bildet.“

    Aus den zahlreichen Einreichungen für die Gaming-Competition wurden sieben Finalist:innen für die Preisverleihung ausgewählt, da ihre Ideen alle das Potenzial haben, die Spieleindustrie entweder in Bezug auf die Gestaltung oder die Interaktivität voranzubringen. Von ihnen hatten drei Start-ups und Forschungsgruppen die Möglichkeit, sich einen der drei Preise zu sichern. Die Gewinner:innen sind:

    Main Award für mlxar: Erstellung von 3D-Architekturmodellen für die Gaming-Industrie

    Das österreichische Start-up mlxar (machine learning extended architecture) hat den ersten Preis und den von Square Enix bereitgestellten Main Award für die innovativste KI-Lösung gewonnen. mlxar nutzt KI, um 3D-Architekturmodelle für die Gaming Industrie zu erstellen. „Architekturdesign ist ein manueller, ineffizienter und zeitaufwändiger Prozess – das ist ein Problem, wenn man ein einzelnes Gebäude entwirft, und es ist ein riesiges Problem, wenn man eine ganze Stadt, ein Level oder eine Welt entwirft. Das ist genau das, was beim Design von Videospielen und in der Filmindustrie passiert“, sagte Ben James, CEO von mlxar. „Unsere KI-Innovation ist kein Ersatz für den Designerinnen und Designer – sie ist ein Weg, um Fachwissen skalierbar zu machen und letztlich eine neue Art von kreativem Werkzeug zu schaffen, das Menschen dabei hilft, ihre eigene Intuition und Sensibilität zu erweitern.“

    Die Kapazitäten zur Erstellung von Inhalt sind der Nachfrage nach Content weit unterlegen, weshalb der Markt bereits jetzt größer ist als alle anderen Unterhaltungsbranchen zusammen. Die mlxar zugrunde liegende technologische Innovation ermöglicht die kreative Erstellung von Architektur-Assets in einem schnelleren Tempo als die derzeit modernsten Wettbewerber. Ihre Algorithmen entwickeln sich in Abhängigkeit von der Vorgabe, zum Beispiel den gewünschten Stilpräferenzen und Designvorgaben der Benutzenden. Das Ergebnis sind unendlich viele Architekturlösungen, darunter auch bisher unbekannte Entwürfe. mlxars Beitrag hat dem Team einen Besuch in Tokio, Japan, eingebracht, wo es nun die Möglichkeit hat, eine potenzielle Zusammenarbeit mit Square Enix zur praktischen Nutzung ihrer Technologie in der Produktion zu testen.

    Scientific Award für GRAF: 3D-bewusste Bildsynthese aus 2D-Bildern

    Katja Schwarz qualifizierte sich erfolgreich mit GRAF und nahm den von Cyber Valley bereitgestellten Scientific Award für die vielversprechendste wissenschaftliche Leistung entgegen. GRAF (Generative Radiance Fields) schlägt ein Framework zur 3D-bewussten Bildsynthese aus unbearbeiteten 2D-Bildern vor. „Die Erstellung von 3D-Inhalten ist das zentrale Element für die Entwicklung realistischer Spielumgebungen und virtueller Realität. Die Erstellung von 3D-Inhalten erfordert jedoch einen hohen Designaufwand, was den Prozess zeit- und kostenintensiv macht“, sagte Katja Schwarz von der Autonomous Vision Group an der Universität Tübingen. „Selbst bei großem Designaufwand sind die Ergebnisse noch nicht vollständig fotorealistisch.“ GRAF begegnet diesen Herausforderungen mit einem datengetriebenen Ansatz. Ziel ist es, aus Daten 3D-konsistente Assets zu lernen, um die Kosten für den manuellen Designaufwand zu reduzieren und den Fotorealismus der erstellten Inhalte zu verbessern. Die meisten bestehenden datengesteuerten Ansätze benötigen 3D-Assets für das Training. Im Gegensatz dazu lernt die Pipeline, 3D-konsistente Objekte aus unbearbeiteten 2D-Bildern zu erzeugen. Dies ist besonders wichtig, da 3D-Groundtruth-Daten in der realen Welt schwer zu erhalten sind, während zweidimensionale Bilder allgegenwärtig sind.

    Der ursprüngliche Preis, der mit diesem Award verbunden ist, bestand aus einer Cyber Valley Tour und einem Treffen mit führenden KI-Forschenden, einschließlich eines Besuchs des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme (MPI-IS) in Stuttgart und Tübingen, Deutschland. Da das Team Teil von Cyber Valley ist, wird der Preis in angemessener Weise angepasst.

    Audience Award für Kinetix: Umwandlung von 2D-Videos in 3D-animierte Inhalte

    Das französische Start-up Kinetix SAS hat den von IT-Farm gestifteten Audience Award gewonnen. Dieses Projekt erhielt die meisten Stimmen bei der AI GameDev-Preisverleihung. Kinetix demokratisiert die Charakteranimation mit Hilfe von KI und ermöglicht es Kreativschaffenden, jedes 2D-Video in 3D-animierte Avatare zu verwandeln, so dass jede:r das Metaversum bevölkern und Geschichten erzählen kann. Das Metaverse ist eine hypothetische Iteration des Internets, die dauerhafte virtuelle 3D-Online-Umgebungen durch herkömmliche persönliche Computer sowie virtuelle und Augmented-Reality-Headsets unterstützt. Bislang ist die 3D-Produktion aufgrund der langsamen und technischen Animationstechniken begrenzt. „Eine Minute zu animieren dauert vier Wochen, selbst für ausgebildete professionelle 3D-Animatorinnen und -Animatoren. Wir werden nicht-technischen Kreativen den Zugang zu 3D-Charakteranimation ermöglichen, die heute zu technisch für sie ist“, sagte Yassine Tahi, CEO von Kinetix SAS. „Wir nutzen die neueste Forschung im Bereich Deep Learning mit unserem Team, um über den Stand der Technik hinauszugehen.“

    Die derzeitige 3D-Animationssoftware erfordert fundierte technische Kenntnisse und ist für die meisten Kreativen nicht zugänglich. Sie kann nur offline verwendet werden und lässt den Aspekt der Zusammenarbeit vermissen. Kinetix versucht, die Lücke zwischen der steigenden Nachfrage und den Kosten sowie den technischen Kenntnissen zu schließen, die für die Erstellung von 3D-animierten Inhalten erforderlich sind. Die Lösung von Kinetix ermöglicht die Erstellung und Bearbeitung von 3D-animierten Inhalten durch die Automatisierung, die durch die jüngsten Durchbrüche im Bereich des Deep Learning ermöglicht wird. Kinetix erhält ein exklusives Business- oder Fundraising-Mentoring von IT-Farm, das Themen wie Fundraising-Beratung, Einschätzung von Verkaufsargumenten oder Entwicklung von Geschäftsplänen umfasst.

    Über AI GameDev

    Während der Preisverleihung am Donnerstag wählte eine Jury die Gewinner:innen des Main Awards und des Scientific Awards aus. „Die beiden Punkte, auf die wir besonders geachtet haben, waren wie neuartig und von welcher wissenschaftlichen Qualität die Arbeiten sind“, sagte Michael Sedlmair, Professor für Augmented Reality und Virtual Reality an der Universität Stuttgart und AI GameDev-Jurymitglied. „Wenn diese beiden Aspekte gepaart sind mit viel Potenzial für erkennbare Auswirkungen auf den Spielemarkt, dann wussten wir, dass wir eine würdige Preisträgerin bzw. einen würdigen Preisträger der AI GameDev haben.“ Neben Sedlmair waren Remi Driancourt (GM & Director of Research, Square Enix), Hasegawa Isamu (Senior Manager, Square Enix), Shinya Kasuga (Partner, IT-Farm), Oliver Passek (Referent für Film und Medien, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Baden-Württemberg), Johanna Pirker (Assistenzprofessorin, Technische Universität Graz) und Miyake Youichiro (Lead AI Researcher, Square Enix) Mitglieder der Jury.

    Für die AI GameDev rief Cyber Valley gemeinsam mit dem Spieleentwickler Square Enix und dem Risikokapitalunternehmen IT-Farm im August und September zur Einreichung von Bewerbungen auf. Im Oktober nominierten die Forscher von Cyber Valley sowie Vertreter von Square Enix und IT-Farm dann sieben Finalist:innen für die Preisverleihung am Donnerstag.

    Das fünfjährige Jubiläum von Cyber Valley

    Die AI GameDev markierte das erste festliche Treffen im Dezember, der für Cyber Valley ein besonderer Monat ist: Vor fünf Jahren wurde das Forschungskonsortium in der Region Stuttgart-Tübingen gegründet. Cyber Valley als international renommierter Hotspot für KI ist in den vergangenen Jahren in den Bereichen Forschung und Innovation erfolgreich gewachsen: Es wurden Professuren innerhalb des Ökosystems berufen, Cyber Valley Forschungsgruppen gegründet und ein Start-up sowie ein Investor Netzwerk aufgebaut. Die AI GameDev ist ein weiterer Höhepunkt in einer beeindruckenden Reihe von Veranstaltungen, die allesamt auf die Anwendung von KI in vielversprechenden Kontexten abzielen, dieses Mal in Form einer Gaming Competition.