News Category: Press Release

  • Cyber Valley präsentiert KI-Spitzenforschung in Berlin

    Cyber Valley präsentiert KI-Spitzenforschung in Berlin

    Mit dem Motto „Im Herzen Europas“ zelebriert die diesjährige Veranstaltung die Stärken des Südwestens, auch in der KI-Forschung.

    Berlin, 27.06.2019 – Die Cyber Valley Initiative wird heute auf der traditionellen Stallwächterparty der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin vertreten sein. Schon seit 1964 gehört die Stallwächterparty zu den Höhepunkten des Berliner Sommers, mit hochrangigen Gästen aus Politik und Wirtschaft. Unter dem Motto „im Herzen Europas“ zeigt die diesjährige Veranstaltung die Stärken des Standorts Baden-Württembergs. Mit einem Infostand und Mitmachaktionen gibt die Cyber Valley Initiative, Europas größte Forschungskooperation in Bereich künstliche Intelligenz, Einblicke in die Forschungsexzellenz der Region Stuttgart-Tübingen. 

    „Cyber Valley zieht Spitzenwissenschaftler von den Top-Universitäten der ganzen Welt an. Es ist ein Forschungsstandort, der das Zusammenspiel von exzellenter Grundlagenforschung und leistungsstarken Unternehmen fördert und damit wissenschaftliche Durchbrüche und eine hohe Gründungsdynamik ermöglicht. Damit bringen wir die europäische Zusammenarbeit in der KI-Spitzenforschung weiter voran“, sagt Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst. 

    Das Ende 2016 gegründete Cyber Valley stärkt Forschung und Lehre in den Bereichen Machine Learning, Computer Vision und Robotik und fördert Technologietransfer und Ausgründungen in diesen Bereichen.Bereits heute ist das Cyber Valley der führende Forschungsstandort in Deutschland für künstliche Intelligenz und unter den zehn führenden KI-Forschungsstandorten weltweit. Knapp die Hälfte der Spitzenpublikationen von deutschen Forschungseinrichtungen im Bereich Machine Learning stammen derzeit aus der Region Stuttgart-Tübingen. Die Cyber Valley Initiative zielt unter anderem darauf ab, diese Position im globalen Wettbewerb um die besten Köpfe zu sichern und weiter auszubauen, um die Wettbewerbsfähigkeit europäischen KI-Forschung zu sichern.  

    „Die Zukunft wird maßgeblich durch neue Technologien gestaltet, die nicht an Ländergrenzen halt machen. Eine besonders schlagkräftige Rolle spielt dabei das Maschinelle Lernen, das gerade dabei ist, Industrie und Gesellschaft global im rasanten Tempo zu verändern,“ sagt Matthias Bethge, Professor für Computational Neuroscience und Machine Learning an der Universität Tübingen,und Mitgründer der European Laboratory for Learning and Intelligent Systems (ELLIS). Die ELLIS–Initiative, die im Cyber Valley entstanden ist, fördert die Entwicklung eines starken europäischen KI-Forschungsnetzwerks. „Damit Europa die Zukunft gestalten kann, brauchen wir eine europäische Exzellenz-Institution, die in der Lage ist, Spitzenforscher aus aller Welt anzuziehen und in Europa tätig werden zu lassen. Das ist das Ziel der ELLIS-Initiative,“ so Bethge.

    „Ich freue mich, dass ELLIS bei der Stallwächterparty des Landes zum Thema Europa vertreten ist. Das Thema KI gehört neben der Landes- und Bundesebene unbedingt auf die europäische Ebene. ELLIS ist dabei ein zentrales Projekt, das die Landesregierung unterstützt“, sagt Ministerin Bauer.

    Das Landeskabinett hatte am 26. März 2019 ein Maßnahmenpaket von 20 Mio. € zur weiteren Stärkung der Künstliche Intelligenz bewilligt, ergänzend zu den 100 Millionen Euro, die bereits 2018 für die Ko-Finanzierung von Projekten des Bundes zu Künstlicher Intelligenz und für Batterieforschung vorgesehen wurden. Ziel ist es, Baden-Württemberg zum Vorreiter der europäischen Künstlichen Intelligenz zu machen. Das Cyber Valley soll dabei eine maßgebliche Rolle spielen.

  • Körber-Preis 2019 geht an Bernhard Schölkopf

    Körber-Preis 2019 geht an Bernhard Schölkopf

    Die Körber-Stiftung zeichnet den MPI-IS-Direktor und Cyber Valley Wissenschaftler für seine bahnbrechende Forschung auf dem Gebiet der mathematischen Methoden aus, die maßgeblich dazu beitrugen, der Künstlichen Intelligenz zu ihren jüngsten Höhenflügen zu verhelfen.

    Hamburg, 26. Juni 2019 – Den mit einer Million Euro dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2019 erhält der deutsche Physiker, Mathematiker und Informatiker Bernhard Schölkopf. Er hat mathematische Verfahren entwickelt, die maßgeblich dazu beitrugen, der Künstlichen Intelligenz (KI) zu ihren jüngsten Höhenflügen zu verhelfen. Weltweites Renommee erlangte Schölkopf mit sogenannten Support-Vektor-Maschinen  (SVM). Dies sind keine Maschinen im klassischen Sinne, sondern raffinierte Algorithmen (Programmanweisungen), mit denen Computer hochkomplizierte KI-Berechnungen schnell und präzise erledigen können. 

    Bernhard Schölkopf, 51, ist ein Pionier dieser neuen industriellen Revolution, die auf Information basiert. Nach dem Studium der Physik, Mathematik und Philosophie in Tübingen und London ging der gebürtige Stuttgarter mit einem Stipendium an die amerikanischen Bell Labs, wo sein späterer Doktorvater Vladimir Vapnik gerade anfing, an SVMs zu forschen. 1997 promovierte Schölkopf an der TU Berlin in Informatik. Bereits im Vapnik-Team trug er entscheidend dazu bei, die SVM-Technologie zur Anwendungsreife zu entwickeln. Nach Tätigkeiten in Cambridge, England, und einem New Yorker Biotech-Startup wurde Schölkopf 2001 Direktor am Max-Planck-Institut (MPI) für biologische Kybernetik in Tübingen. 2011 war er einer der Gründungsdirektoren des MPI für intelligente Systeme in Tübingen.

    Obwohl fast alle tagtäglich damit in Kontakt kommen, weiß rund die Hälfte der Deutschen nicht, was unter dem Begriff »Künstliche Intelligenz« zu verstehen ist. »Kl ist im Spiel, wenn das Smartphone abgespeicherte Fotos automatisch nach Gesichtern und Themen wie Urlaub gruppiert«, erklärt Schölkopf, »oder Texte von einer Sprache in eine andere übersetzt.« 

    KI erlebt zurzeit einen weltweiten Boom, nicht zuletzt wegen ihrer wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung. USA und China investieren Milliarden in diese Technologie, die weltweit das Arbeitsleben grundlegend verändern dürfte. Bereits vor der Jahrtausendwende sind intelligente Roboter in großem Stil in die Fabriken eingezogen, etwa in der Autoindustrie. Künftig werden intelligente Systeme auch zunehmend Routinearbeiten in Büros übernehmen. 

    Die von Bernhard Schölkopf mitentwickelten Support-Vektor-Maschinen ähneln dem Gehirn nachempfundenen neuronalen Netzen, liefern jedoch bei manchen Aufgaben präzisere Ergebnisse. Darüber hinaus basieren sie auf soliden mathematischen Grundlagen, was ihre Arbeitsweise transparenter macht. SVM müssen anfangs trainiert werden, wie das menschliche Gehirn beim Lernen. Ihre Besonderheit liegt darin, dass ihre Algorithmen saubere Klassifizierungen in mathematischen Räumen höherer Dimension vornehmen, der Computer dies jedoch mit vergleichsweise einfachen und schnellen Berechnungen erledigen kann.

    Erste SVM-Systeme aus den 1990er Jahren konnten handgeschriebene Ziffern auf Briefen fast so gut erkennen wie Menschen und waren besser als alle konkurrierenden Systeme. Sie gaben der Informatik auch wegen ihres systematischen mathematischen Ansatzes einen deutlichen Schub. Schölkopf ist heute der am häufigsten zitierte deutsche Informatiker und zählt gemäß dem Forschungsmagazin »Science« zu den zehn einflussreichsten Computerwissenschaftlern der Welt.

    Aktuell erforscht das Schölkopf-Team am MPI Tübingen  Algorithmen, die aus Daten auch kausale Zusammenhänge erkennen können. Kausale Inferenz nennt sich diese vielversprechende neue Forschungsrichtung. Ziel ist unter anderem, KI-Systeme robuster gegen Störeinflüsse zu machen. »Wenn in einer geschlossenen Ortschaft ein Tempo-30-Schild so überklebt wurde, dass es wie ein Tempo-120-Schild aussieht, dann muss das KI-System eines selbstfahrenden Autos aus dem Kontext erschließen können, dass dieses Schild zu ignorieren ist«, so Bernhard Schölkopf.

    Ein weiteres Anliegen Schölkopfs ist es, Deutschland in der harten internationalen KI-Konkurrenz zu einer Spitzenstellung zu verhelfen. Er ist Mitgründer des weltweit renommierten »Cyber Valley« in der Region Stuttgart-Tübingen – eines vom Land Baden-Württemberg geförderten Kompetenzzentrums, das auch führende amerikanische Firmen einbinden konnte. Im Rahmen des geplanten ELLIS-Programms (European Laboratory for Learning and Intelligent Systems) will Schölkopf »führende europäische Standorte besser miteinander vernetzen, gemeinsame Programme aufsetzen und Doktoranden ausbilden. Junge Spitzenforscher sollten nicht in die USA gehen müssen, um auf dem höchsten Niveau zu arbeiten.« Wichtig sei weiterhin eine noch umfangreichere staatliche KI-Förderung. Die Mittel des Körber-Preises will Schölkopf unter anderem in seinem Fachgebiet Kausale Inferenz und für Workshops zur Förderung des ELLIS-Projekts verwenden.

    Der Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2019 wird Bernhard Schölkopf am 13. September im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses überreicht. Aus Anlass ihres 60-jährigen Bestehens erhöht die Körber-Stiftung die Dotierung des Preises ab diesem Jahr auf eine Million Euro. Damit zählt der Körber-Preis zu den weltweit höchstdotierten Forschungspreisen. »Wir wollen ein Zeichen für die Anerkennung von Spitzenforschung in Europa setzen«, so Dr. Lothar Dittmer, Vorsitzender des Vorstands der Körber-Stiftung, »und mit unserer ebenfalls neuen Regelung, dass fünf Prozent der Preissumme für die Wissenschaftskommunikation zu verwenden sind, dazu beitragen, dass diese Anerkennung auch in der Öffentlichkeit wächst.« Die Körber-Stiftung zeichnet mit dem Körber-Preis seit 1985 jedes Jahr einen wichtigen Durchbruch in den Physical oder den Life Sciences in Europa aus. Prämiert werden exzellente und innovative Forschungsansätze mit hohem Anwendungspotenzial. Nach Verleihung des Körber-Preises erhielten bislang sechs Preisträgerinnen und Preisträger den Nobelpreis.

    Weitere Informationen und Fotos zum Download unter www.körber-preis.de.

  • Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz: Schüler programmieren eigenen Algorithmus

    Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz: Schüler programmieren eigenen Algorithmus

    Mehr als 2.500 Teilnehmende bundesweit ‒ In Runde 2 werden eigene Projektideen umgesetzt

    Der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz (KI) geht in die zweite Runde. Seit dem Start am 28. Februar haben mehr als 2.500 Schülerinnen und Schüler in über 1.700 Schulteams aus ganz Deutschland teilgenommen. Die meisten Teams kamen aus Nordrhein-Westfalen (355), gefolgt von Baden-Württemberg (332). Unter den Schulen belegt das Saarpfalz Gymnasium aus Homburg (Saarland) den Spitzenplatz mit 83 angemeldeten Teams, dicht gefolgt vom Gymnasium Heide-Ost (Schleswig-Holstein) mit 70 Teams. Die Teilnehmenden waren zwischen 14 und 19 Jahren alt, die größte Gruppe stellten mit einem Drittel die 17-Jährigen.

    Um die erste Runde zu bestehen, musste mindestens eines dieser drei Kriterien erfüllt sein: Die Teilnehmenden mussten eine ausreichende Punktzahl in den Quiz- und Programmieraufgaben erreichen, unter die besten 50 Prozent der Programmier-Challenge kommen oder eine überzeugende Projektidee liefern. Insgesamt 159 Teams reichten Projektvorschläge ein, die von einer unabhängigen Jury auf ihre praktische Relevanz, die Lösbarkeit durch KI, den Innovationsgehalt und die Durchführbarkeit bewertet wurden.

    In der zweiten Runde setzen Schülerinnen und Schüler nun die von ihnen eingereichten Projektideen um. Zugelassen wurden 398 Teams und 642 Schülerinnen und Schüler. Für die Teilnahme an dieser Runde genügt, dass mindestens ein Teammitglied die erste Runde bestanden hat: Dieses kann nun auch neue Mitstreiter ins Boot holen, um die Projektidee weiter zu bearbeiten. „Mit unserer offenen Bewertungsmatrix wollen wir sicherstellen, dass neben talentierten Programmierern auch kreative Denker ohne Coding Skills weiterkommen“, sagt Dr. Wieland Brendel, Wissenschaftler am Tübinger Kompetenzzentrum für Maschinelles Lernen.

    Im November 2019 endet der Schülerwettbewerb mit einer Abschlussfeier und Preisverleihung in Tübingen. Die viel-versprechendsten Projekte werden im Vorfeld zur AI CON 2019 eingeladen, einer vom Bosch Center for Artificial Intelligence in Kooperation mit dem Cyber Valley ausgerichteten Konferenz zum Thema Künstliche Intelligenz. Zudem wird Microsoft einen KI-Workshop für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte anbieten. Als „KI-Schule des Jahres“ wird die Schule mit den meisten und erfolgreichsten Teilnehmenden geehrt.

    Der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz ist eine gemeinsame Veranstaltung des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme und der Universität Tübingen im Rahmen der Cyber Valley Initiative. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 14 und 19 Jahren, die sich für naturwissenschaftliche Fächer wie Mathematik, Informatik oder Physik interessieren.

    Der baden-württembergische Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann hat die Schirmherrschaft für den Wettbewerb übernommen. Hauptsponsor des Wettbewerbs ist die Robert Bosch GmbH. Weitere Sponsoren sind die Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Google, Amazon, Microsoft, die Alexander von Humboldt Stiftung und die Hochschule der Medien.

    Informationen unter https://bw-ki.de

    Kontakt: 

    Dr. Wieland Brendel

    Universität Tübingen

    Tübinger Kompetenzzentrum AI

    Telefon +49 7071 29-70863
    wieland.brendel@cin.uni-tuebingen.de

  • Bernhard Schölkopf als prägender Kopf der deutschen KI-Forschung ausgezeichnet

    Bernhard Schölkopf als prägender Kopf der deutschen KI-Forschung ausgezeichnet

    Der Direktor der Abteilung für Empirische Inferenz am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, einer der weltweit führenden Forscher im Bereich des Maschinellen Lernens, wurde als einer von zehn prägenden Köpfen der deutschen KI-Geschichte geehrt.

    Tübingen – Bernhard Schölkopf, Direktor der Abteilung für Empirische Inferenz am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme und einer der weltweit führenden Forscher im Bereich des Maschinellen Lernens, wurde als einer von zehn prägenden Köpfen der deutschen KI-Geschichte ausgezeichnet.

    Im Rahmen des Projekts „#KI50: Künstliche Intelligenz in Deutschland – gestern, heute morgen“ der Gesellschaft für Informatik e.V., hat eine mit insgesamt 18 KI-Expertinnen und -Experten besetzte Jury insgesamt „zehn prägende Köpfe“ und „zehn bedeutende Technologien“ der deutschen KI-Geschichte ausgewählt. Schölkopf wurde dabei für seine Forschung im Bereich des Maschinellen Lernens ausgezeichnet. Dieses Fachgebiet bildet das Herzstück der Forschung innerhalb des Cyber Valleys, einer der größten Forschungskooperation in Europa.

    Schölkopf hat das Feld der Kern-Methoden im statistischen Lernen mitbegründet. Er arbeitet daran, maschinelle Lernverfahren zu entwickeln, die Kausalzusammenhänge in großen Datensätzen erkennen (empirische Inferenz oder Schlussfolgerung). Eine Maschine findet in großen Datenmengen nämlich oft Strukturen und variable Einflussgrößen, die ein Mensch schlicht wegen der Menge der Daten nicht finden könnte.

    Schölkopf wurde bereits mehrmals ausgezeichnet: 2018 wurde ihm in Berlin der Leibniz-Preis verliehen, dem wichtigsten deutschen Forschungspreis. Kurze Zeit darauf erhielt er den baden-württembergischen Landesforschungspreis. Er bekam zudem den J. K. Aggarwal Prize, den Max-Planck-Forschungspreis, den Akademiepreis der Berlin-Brandenburgischen Akademie, den Milner Award der Royal Society in Großbritannien, sowie den Hector Wissenschaftspreis. Schölkopf wurde zudem 2016 Mitglied der Leopoldina und 2017 Fellow der Association for Computing Machinery (ACM). Er ist Herausgeber des Journal of Machine Learning Research, dem wichtigsten Fachmagazin im Bereich des Maschinelles Lernen. Er ist außerdem einer der Gründer der “Machine Learning Summer School” und war wesentlich an der Gründung und Gestaltung sowohl der Cyber Valley Forschungskooperation als auch der ELLIS Initiative (European Laboratory for Learning and Intelligent Systems) beteiligt.

    Mit #KI50 will die Gesellschaft für Informatik in Anlehnung an ihr 50-jähriges Bestehen und das das Wissenschaftsjahres 2019 – Künstliche Intelligenz dazu anregen, über die deutsche KI-Geschichte zu reflektieren, einen Blick nach vorne zu werfen und das Thema einer breiten Öffentlichkeit besser zugänglich machen. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

    In der Kategorie „zehn prägende Köpfe der deutschen KI-Geschichte“ wurden ebenfalls ausgezeichnet:

    • André, Elisabeth (Mensch-Maschine-Interaktion, Multiagentensysteme)

    • Bibel, Wolfgang (Wissensrepräsentation und Schlussfolgern)

    • Biundo-Stephan, Susanne (Planen)

    • Brewka, Gerhard (Wissensrepräsentation und Schlussfolgern)

    • Herzog, Otthein (Multiagentensysteme/Bildverstehen/Anwendungen)

    • Nebel, Bernhard (Wissensrepräsentation und Schlussfolgern/Planen)

    • Siekmann, Jörg H. (Wissensrepräsentation und Schlussfolgern)

    • Wahlster, Wolfgang (Mensch-Maschine-Interaktion/Dialogsysteme)

    • Wrobel, Stefan (Maschinelles Lernen)

    Weitere Informationen zu den ausgezeichneten Personen sowie die Begründung der #KI50-Jury finden Sie hier.

  • Forscher aus dem Cyber Valley behaupten sich auf Weltbühne

    Forscher aus dem Cyber Valley behaupten sich auf Weltbühne

    Forscher des Max-Planck-Instituts für intelligente Systeme, der Universitäten Tübingen und Stuttgart sowie des Bosch Center for Aritificial Intelligence zeigen die Stärke der Cyber Valley Initiative auf zwei internationalen Spitzenkonferenzen.

    Stuttgart/Tübingen, 22.05.2019 – Das Cyber Valley wird in den kommenden Wochen Präsenz auf der Weltbühne zeigen: Forscher des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme (MPI-IS), der Universitäten Tübingen und Stuttgart sowie des Bosch Center for Artificial Intelligence, sind auf zwei der weltweit führenden Konferenzen im Bereich künstliche Intelligenz (KI) stark vertreten. Und zwar auf der International Conference on Machine Learning (ICML) sowie der Conference on Computer Vision and Pattern Recognition (CVPR). Die ICML findet vom 09. bis 15. Juni in Long Beach, Kalifornien statt, gefolgt von der CVPR vom 16. bis 20. Juni.

    Cyber Valley wurde Ende 2016 in Baden-Württemberg gegründet und ist Europas größte Forschungskooperation im Bereich KI. Mit insgesamt 27 angenommenen Konferenzbeiträgen hat das Cyber Valley wieder einmal gezeigt, dass die Region Stuttgart/Tübingen zu den weltweit führenden Forschungsstandorten in den Fachrichtungen Machine Learning, Computer Vision und Robotik gehört. 

    „Das sind sehr hart umkämpfte Konferenzen, die Konkurrenz ist sehr stark. Nur wenige Beiträge werden angenommen, nur die führenden Wissenschaftler auf diesem Gebiet präsentieren hier ihre Forschungsarbeit. Wir freuen uns sehr über die beeindruckende Anzahl an Publikationen aus dem Cyber Valley“, sagte Prof. Bernhard Schölkopf, Geschäftsführender Direktor des MPI-IS.

    Die Zahl der wissenschaftlichen Einreichungen für beide Konferenzen spiegelt das ungeheure Wachstum des Bereichs Maschinelles Lernen wider: In diesem Jahr wurden bei der ICML 3424 Beiträge eingereicht, fast 1000 mehr als im Vorjahr. Bei der CVPR stiegen die Einreichungen 2019 um 56 Prozent auf 5.165. Die Annahmequote für beide Konferenzen liegt bei rund 25 Prozent.  

    Auf der diesjährigen ICML ist das Cyber Valley mit 11 Beiträgen vertreten, von denen neun aus dem Team von Prof. Bernhard Schölkopf stammen. Unter den weiteren angenommenen Beiträgen befindet sich ein Beitrag der Kooperation des Leiters der Cyber Valley Forschungsgruppe, Intelligent Control Systems, Dr. Sebastian Trimpe von der Universität Stuttgart, und dem Bosch Center for Artificial Intelligence, sowie ein Beitrag des Teams von Prof. Matthias Hein, der unter dem Cyber Valley Dach die Bosch-Stiftungsprofessur der Universität Tübingen innehat. 

    Ähnliche Erfolge haben die Forscher aus dem Cyber Valley bei der CVPR 2019 erzielt: die drei akademischen Partner der Forschungskooperation präsentieren insgesamt 16 Beiträge auf der Konferenz. „Der Erfolg unseres internationalen Forscherteams auf der diesjährigen CVPR zeigt, dass das Cyber Valley für herausragende KI-Forschung steht“, sagt Prof. Andreas Geiger, Professor für Lernbasierte Computer Vision im Fachbereich Informatik der Universität Tübingen und Leiter der Forschungsgruppe Autonomous Vision am MPI-IS. Geigers Team von der Universität Tübingen wird neun Beiträge auf der Konferenz präsentieren. Prof. Dr. Matthias Hein von der Universität Tübingen ist ebenfalls mit einem Beitrag auf der CVPR vertreten.

    Auch die Abteilung Perzeptive Systeme des Cyber Valley Sprechers und MPI-IS-Direktors Dr. Michael Black, ist mit gleich sechs Beiträgen bei der CVPR hervorragend vertreten. Einer dieser Beiträge ist aus einer Kooperation mit der Abteilung Empirische Inferenz von Bernhard Schölkopf entstanden. Die Gruppe Autonomous Learning unter der Leitung von Dr. Georg Martius ist ebenfalls mit einem Beitrag bei der CVPR vertreten.

    Eine vollständige Liste der Beiträge und Autoren ist auf der Website des Cyber Valley verfügbar:

    https://cyber-valley.de/de/websites/cyber-valley/pages/2019-icml

    Über Cyber Valley:

    2016 in Baden-Württemberg gegründet ist Cyber Valley eine der größten Forschungskooperationen Europas im Bereich der künstlichen Intelligenz mit Partnern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Partnerschaft stärkt die Forschung und Lehre in den Bereichen Machine Learning, Computer Vision und Robotik sowie die Verbindungen zwischen diesen Wissenschaftsbereichen.

    Partner sind das MPI-IS, die Universität Stuttgart, die Universität Tübingen, das Land Baden-Württemberg und die folgenden sieben Industriepartner: Amazon, die BMW Group, die IAV GmbH, die Daimler AG, die Porsche AG, die Robert Bosch GmbH und die ZF Friedrichshafen AG. Mit zehn neu eingerichteten Forschungsgruppen und zehn neuen Professuren am Max-Planck-Institut sowie an den Universitäten Stuttgart und Tübingen steht Cyber Valley für unabhängige Grundlagenforschung. Die Initiative zielt darauf ab, die besten jungen Köpfe aus aller Welt anzuziehen. Darüber hinaus werden mit der kürzlich gegründeten International Max Planck Research School for Intelligent Systems (IMPRS-IS) in den kommenden Jahren weit über 100 Doktoranden an Cyber Valley-Institutionen promovieren.

    http://www.cyber-valley.de

    Pressekontakte: 

    Linda Behringer

    Cyber Valley Public Relations
    c/o Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Stuttgart

    T: +49 711 689 3552

    M: +49 151 2300 1111

    linda.behringer@cyber-valley.de

    Valérie Callaghan

    Cyber Valley Public Relations

    c/o Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Tübingen

    T: +49 7071 601 1832             
    M: +49 151 1560 4276

    valerie.callaghan@cyber-valley.de

  • Erster universitärer Masterstudiengang zu maschinellem Lernen

    Erster universitärer Masterstudiengang zu maschinellem Lernen

    „Die Universität Tübingen hat sich Forschung mit gesellschaftlicher Verantwortung und Relevanz zur Maxime gemacht. Wir wollen Fachleute ausbilden, die nicht nur die Chancen der neuen Technologien, sondern auch ihre Risiken verstehen, bedenken, und minimieren können.“

    Als erste deutsche Universität startet Tübingen zum kommenden Wintersemester ein Masterprogramm zum maschinellen Lernen. Studierende aus aller Welt können in dem vollständig auf Englisch unterrichteten Studiengang „Machine Learning“ in vier Semestern die Grundlagen des Faches erwerben und aus vielfältigen Spezialisierungen in Theorie und Anwendung wählen. Tübingen ist im Bereich maschinelles Lernen einer der führenden Standorte weltweit und bietet zahlreiche Möglichkeiten, sich schon früh im Studium an aktueller Forschung zu beteiligen.

    Von der Werbung im Internet bis zur personalisierten Medizin: Autonom lernende Maschinen machen nicht nur Schlagzeilen, sie prägen auch längst unseren Alltag. Ihr Einsatz lässt auf wichtige Fortschritte beispielsweise in Fahrzeugsicherheit oder Krebstherapie hoffen und verschafft Wissenschaftlern neue Einblicke in die Geheimnisse des Lebens und des Kosmos. Das maschinelle Lernen beschäftigt sich mit Algorithmen, die aus Daten „Erfahrungen“ sammeln und so Muster und Gesetzmäßigkeiten identifizieren. Es ist somit Haupttreiber der aktuellen Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz.

    Der forschungsorientierte Studiengang ist eng an die Forschung vor Ort angebunden und bietet Studierenden die Möglichkeit, sich auf konkrete Anwendungsbereiche in der Informatik und Teilbereichen wie Computer Vision, Bioinformatik, Neurowissenschaften, Medizininformatik, Kognitionswissenschaften, Linguistik oder Robotik zu spezialisieren. „Im maschinellen Lernen entwickeln sich die Dinge gerade sehr schnell. Ein heute vielversprechender Ansatz kann morgen schon passé sein“, erklärt die Informatikerin Ulrike von Luxburg. „Daher gestalten wir den Studiengang so flexibel wie möglich. Es gibt nur wenige Pflichtveranstaltungen, Studierende können ihre Schwerpunkte frei setzen.“ Zudem können sie auch überfachliche Qualifikationen erwerben, etwa durch Vorlesungen in Jura, Philosophie oder Ethik.

    Als eine der Sprecherinnen des neuen Exzellenzclusters „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“ hat Luxburg gemeinsam mit ihren Kollegen Matthias Hein, Philipp Hennig und Kay Nieselt die Initiative ergriffen, für das boomende Fach das Lehrangebot in Form eines Masterstudiengangs zu bündeln. „Die Universität Tübingen hat sich Forschung mit gesellschaftlicher Verantwortung und Relevanz zur Maxime gemacht. Wir wollen Fachleute ausbilden, die nicht nur die Chancen der neuen Technologien, sondern auch ihre Risiken verstehen, bedenken, und minimieren können“, sagt Philipp Hennig. „Intelligente Maschinen werden die Welt verändern. Diesen Prozess dürfen wir nicht anderen überlassen. Unsere Studierenden sollen den Anspruch haben, ihn selber zum Guten mit zu gestalten.“

    Voraussetzung für Studierende sei ein gutes mathematisches Grundlagenwissen, erklärt Kay Nieselt, Studiendekanin im Fachbereich Informatik, wo der Studiengang angesiedelt sein wird. „Es ist nicht wesentlich, ob jemand einen Bachelor in Informatik, Mathematik oder Physik mitbringt. Hauptsache, die Grundlagen sind da: Programmieren, Algorithmen, Datenstrukturen und sehr viel Mathematik.“ Da alle Lehrveranstaltungen des internationalen Studienganges ausschließlich auf Englisch angeboten würden, seien entsprechende Sprachkenntnisse ebenfalls eine Zugangsvoraussetzung.

    Tübingen gehört zu Deutschlands führenden Forschungsstandorten für maschinelles Lernen. Etwa 40 Prozent der deutschen Fachveröffentlichungen in diesem Bereich kommen aus der schwäbischen Universitätsstadt. Die Universität Tübingen ist Teil des Forschungsverbunds Cyber Valley Initiative und Standort des Kompetenzzentrums für Maschinelles Lernen, das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird.

    Bewerbungen zum Start im Wintersemester 2019/20 sind bis 30. April 2019 möglich, alle Informationen zum Studiengang „Maschinelles Lernen“ unter https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/informatik/studium/studiengaenge/machine-learning/

    Kontakt:

    Prof. Dr. Matthias Hein

    Universität Tübingen

    Fachbereich Informatik

    Telefon +49 7071 29-70831

    matthias.hein@uni-tuebingen.de

  • So populär wie nie: IMPRS-IS auf dem besten Weg sich 2019 zu verdoppeln

    So populär wie nie: IMPRS-IS auf dem besten Weg sich 2019 zu verdoppeln

    Das Doktorandenprogramm der Cyber Valley Forschungskooperation übertrifft alle Erwartungen. Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer freut sich über die hohe Zahl der Bewerbungen aus aller Welt, denn es zeige, wie beliebt die multidisziplinäre Forschungslandschaft in der Region Stuttgart/Tübingen bei hoch talentierten Nachwuchswissenschaftler*innen sei.

    Stuttgart/Tübingen – Die erst vor zwei Jahren gegründete International Max Planck Research School for Intelligent Systems, auch bekannt als IMPRS-IS, hat ihre ursprüngliche Vision, im Rahmen ihrer ersten sechsjährigen Förderzusage 100 Doktoranden auszubilden, bei weitem übertroffen. Nach dem dritten Rekrutierungs-Symposium im Februar erhielten 70 Studierende aus aller Welt ein Angebot für eine der hochbegehrten und von IMPRS-IS-Fakultätsmitgliedern am Max-Planck-Institut für intelligente Systeme, der Universität Stuttgart und der Universität Tübingen betreuten Doktorandenstellen. Aktuell promovieren 56 Wissenschaftler*innen innerhalb der IMPRS-IS.

    „Wir gehen davon aus, dass die meisten der 70 Masterstudent*innen, die von uns ein Angebot erhalten haben, dieses annehmen werden, so dass sich unser junges Doktorandenprogramm in diesem Jahr verdoppeln wird“, sagt Katherine J. Kuchenbecker, Direktorin am Max-Planck-Institut für intelligente Systeme (MPI-IS) und IMPRS-IS-Sprecherin. „Sobald alle Verträge unterzeichnet sind, wird die IMPRS-IS eine der größten aller IMPRS-Doktorandenschulen der Max-Planck-Gesellschaft sein. Die hohen Einschreibungszahlen spiegeln den Erfolg unserer Dozent*innen bei der Einwerbung von Drittmitteln sowie ihr Talent für attraktive Forschungsprojekte wider. Das begeistert die Studierenden.“

    Auch Baden-Württembergs Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer freut sich, wie international renommiert die Doktorandenschule ist, und welches Potential von ihr ausgeht: „Die IMPRS-IS ist eine der wichtigsten Aktivitäten im Cyber Valley. Denn es sind die jungen, talentierten Leute, die unsere Zukunft in der digitalen Welt, in der Wissenschaft, der Wirtschaft und in der Gesellschaft gestalten werden. Die hohe Zahl der hervorragenden Bewerbungen aus der ganzen Welt zeigt, wie attraktiv Cyber Valley bereits ist. Hier ist ein inspirierender Ort entstanden, um zu lernen und Ideen mit anderen zu teilen“, sagt Bauer.

    „Es ist einfach wunderbar zu sehen, wie beliebt unsere Schule ist!“ fügt Leila Masri hinzu. Sie koordiniert die IMPRS-IS seit ihrer Gründung Anfang 2017. „Das bedeutet, dass viele neue, talentierte Studenten zu uns kommen. Das hat viele neue Forschungsprojekte und Interaktionen zwischen den Universitäten und dem MPI-IS zur Folge. Das wird unsere Beziehungen noch enger machen. Es ist fantastisch!“

    Die International Max Planck Research School for Intelligent Systems vereint das MPI für Intelligente Systeme und die Universitäten Tübingen und Stuttgart. Zusammen bilden sie eine interdisziplinäre Graduiertenschule mit 34 international renommierten Fakultätsmitgliedern, alle Spitzenforscher*innen im Bereich computergestützte Kognitionswissenschaften, Computergrafik, Computer-Vision, Steuerungssysteme, Mensch-Computer-Interaktion, Maschinelles Lernen, Mikro- und Nanorobotik, Wahrnehmungsinferenz und Robotik. Das Doktorandenprogramm ist ein Schlüsselelement der Cyber Valley Forschungskooperation, die sich unter anderem zum Ziel gesetzt hat, den weltweit besten Nachwuchsforscher*innen im Bereich Künstliche Intelligenz eine erstklassige Ausbildung zu bieten.

    In den vergangenen zwei Jahren hat die IMPRS-IS eine hohe Sichtbarkeit in der wissenschaftlichen Community erlangt, wie die 675 eingegangenen Bewerbungen für das aktuell zu Ende gegangene Rekrutierungs-Symposium deutlich zeigen. Im Februar wurden 103 Kandidat*innen zu Vorträgen und Präsentationen an den beiden MPI-IS-Standorten in Stuttgart und Tübingen eingeladen.

    „Die 70 Bewerber*innen, die von uns nun ein Angebot erhalten haben, studieren und arbeiten derzeit so weit weg wie Neuseeland und so nah wie unsere teilnehmenden Institutionen, plus alles dazwischen“, sagt Leila Masri. Neben Deutschland kommen die Studierenden aus Brasilien, China, Kolumbien, Kroatien, Ägypten, Frankreich, Indien, Indonesien, dem Iran, Polen, Russland, Südkorea, Spanien, der Schweiz, Türkei, Großbritannien, der Ukraine, den USA und Venezuela. „Rund 40 Prozent der diesjährigen Rekruten sind Deutsche, die verbleibenden 60 Prozent kommen aus dem Ausland. Das international in unserem Namen ist hier Programm!“

    Die Anfang 2017 gegründete IMPRS-IS hat sich zum Ziel gesetzt, eine neue Generation junger Wissenschaftler*innen in die sehr multidisziplinär geprägte Forschungslandschaft der Region Stuttgart/Tübingen anzulocken. Die Schule ist eine von 67 IMPRS, die derzeit innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft betrieben werden. Ihnen gemein ist die enge Zusammenarbeit mit einer oder mehreren lokalen Universitäten, ein Lehrplan mit Forschungsseminaren und Soft-Skills-Workshops sowie eine starke akademische Gemeinschaft, die Student*innen, Dozent*innen und andere Forscher*innen zusammenbringt.

    Die Gründung der IMPRS-IS wurde ermöglicht durch einen zentralen Förderzuschuss der Max-Planck-Gesellschaft an das MPI-IS für zunächst sechs Jahre sowie durch eine bedeutende Förderung des Landes Baden-Württemberg für die Promotion an den Universitäten Tübingen und Stuttgart. Die erste Generation mit 28 Doktorand*innen aus elf Ländern begann ihre Arbeit im Herbst 2017. Die in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählten Wissenschaftler*innen haben jeweils einen Master-Abschluss in einem Forschungsgebiet mit Bezug zu intelligenten Systemen: Mathematik, Informatik, Maschinelles Lernen, Physik, Ingenieurwesen oder Robotik.

    Nur sieben Monate nach der Einstellung der ersten Gruppe an Doktorand*innen wurde in einem ähnlichen Auswahlverfahren eine zweite Generation an IMPRS-IS-Stipendiaten rekrutiert. Die ebenfalls 28 jungen Forscher*innen nahmen ihre Arbeit 2018 auf. Die IMPRS-IS bietet all diesen jungen Menschen ein interdisziplinäres Doktorandenprogramm mit der Möglichkeit, alle Schlüsselbereiche intelligenter Systeme zu studieren, von der Informatik bis zur Regelungs- und Steuerungstheorie, vom Maschinenbau bis zu den Neurowissenschaften, von der Mathematik bis zur Materialwissenschaft.

  • Große Resonanz für neuen Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz

    Große Resonanz für neuen Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz

    Der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz (KI) stößt auf große Resonanz. Seit dem Start am 28. Februar nehmen bereits 1451 Schülerinnen und Schüler und 930 Schulteams aus ganz Deutschland am neu geschaffenen Wettbewerb teil. Noch bis 29. April können sich Interessierte unter https://bw-ki.defür die erste Runde des neunmonatigen Wettbewerbs anmelden. 

    „Wir freuen uns riesig über dieses großartige Echo auf den Bundeswettbewerb“, sagt Professor Matthias Bethge, Direktor des Kompetenzzentrums für Maschinelles Lernen an der Universität Tübingen. „Beim Thema KI ist es wichtig, dass gerade auch unsere jungen Leute Gelegenheiten bekommen, sich möglichst früh damit beschäfitgen zu können. Professor Bernhard Schölkopf vom Max-Planck-Institut ergänzt: „Wir wollen Schüler für Wissenschaft begeistern und sie in die Lage versetzen, unsere Zukunft mit zu gestalten.“

    In der ersten Phase des Wettbewerbs lösen Teilnehmerinnen und Teilnehmer einzelne Programmieraufgaben und beantworten Wissensfragen. Dabei bekommen sie Unterstützung von kurzen, begleitenden Tutorials, die an die wichtigsten Grundbegriffe aus KI und Maschinellem Lernen heranführen. Im Mai startet die zweite Phase, in der die Teilnehmer alleine oder im Team eigene Ideen entwickeln und umsetzen, wie KI die Welt verbessern kann. Dabei werden die in der ersten Runde erlernten Methoden kreativ zur Lösung der selbstgewählten Problemstellung eingesetzt.

    „KI wird als Zukunftstechnologie all unsere Lebensbereiche verändern“, sagt Christoph Peylo, Leiter des Bosch Center for Artificial Intelligence. „Bosch unterstützt den Bundeswettbewerb daher aus der Überzeugung heraus, dass es sich lohnt, junge Menschen für KI zu begeistern. Ich bin sehr gespannt auf die Ideen, die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Wettbewerbs entwickeln werden.“ 

    Im November 2019 endet der Schülerwettbewerb mit einer Abschlussfeier und Preisverleihung in Tübingen. Die vielversprechendsten Projekte werden im Vorfeld zur AI CON 2019 eingeladen, einer von dem Bosch Center for Artificial Intelligence in Kooperation mit dem Cyber Valley ausgerichteten Konferenz zum Thema Künstliche Intelligenz. Als „KI-Schule des Jahres“ wird die Schule mit den meisten und erfolgreichsten Teilnehmern geehrt.

    Der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz ist eine gemeinsame Veranstaltung des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme und der Universität Tübingen im Rahmen der Cyber Valley Initiative. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 14 und 19 Jahren, die sich für naturwissenschaftliche Fächer wie Mathematik, Informatik oder Physik interessieren.

    Der baden-württembergische Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann hat die Schirmherrschaft für den Wettbewerb übernommen. Hauptsponsor des Wettbewerbs ist die Robert Bosch GmbH.

    Informationen unter https://bw-ki.de

  • Neues Kooperationsprojekt zw. IAV und MPI-IS

    Neues Kooperationsprojekt zw. IAV und MPI-IS

    Der Automotive Engineering-Dienstleister IAV und das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme kooperieren bei der Entwicklung von Algorithmen, um selbstlernende Verfahren in der Automobiltechnik weiter voran zu bringen. Die Forschungskooperation ist eine von mehreren im Rahmen des Cyber Valleys, das den Austausch zwischen anwendungsorientierter Industrieforschung und Neugier getriebener Grundlagenforschung zum Ziel hat.

    Stuttgart – Entwickler des Cyber Valley Partnerunternehmens IAV sowie Wissenschaftler der Cyber Valley Forschungsgruppe „Intelligent Control Systems“ am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (MPI-IS) haben ein neues Forschungsprojekt gestartet, initiiert durch den Leiter der Forschungsgruppe, Dr. Sebastian Trimpe, und IAV. Alexander von Rohr hat im September 2018 seine Promotion in Trimpes Forschungsgruppe am MPI-IS im Rahmen dieses Kooperationsprojekts begonnen. Von Rohr und Trimpe forschen nun gemeinsam mit IAV-Entwicklungsingenieur Dr. Matthias Neumann-Brosig und seinem Team an selbstlernenden Verfahren in der Automobiltechnik und damit an der Schnittstelle zwischen Maschinellem Lernen und Regelungstechnik.

    Die Kooperation ist eine von mehreren im Rahmen der Cyber Valley Initiative, einer der größten Forschungskooperationen Europas aus Wissenschaft und Wirtschaft auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Ihr Ziel ist es, den Austausch zwischen anwendungsorientierter Industrieforschung und Neugier getriebener Grundlagenforschung zu fördern. Anfang 2017 trat IAV, ein Entwicklungsunternehmen für die Automobilindustrie mit Sitz in Berlin, als einer der ersten von aktuell sieben Konzernen dem Forschungsverbund Cyber Valley bei. Trimpe hatte bereits zuvor mit den IAV-Ingenieuren zusammengearbeitet, woraus vor kurzem eine erste Publikation hervorgegangen ist. Er freut sich auf die weitere Zusammenarbeit unter dem Dach des Cyber Valley.

    „In unseren Projekten mit IAV können wir eine Brücke schlagen zwischen Wissenschaft und Anwendung“, sagt Trimpe. „Die Zusammenarbeit mit IAV funktioniert hervorragend, weil beide Seiten sowohl grundlegende Forschungsfragen zu lernenden Systemen lösen, als auch die Erkenntnisse auf echte Maschinen umsetzen wollen.“ Aufgrund dieser erfolgreichen Zusammenarbeit habe er mit IAV ein gemeinsames Doktorandenprojekt ins Leben gerufen, für das sie Nachwuchswissenschaftler von Rohr gewinnen konnten. Dieser wiederum hat Lust auf das Projekt: „Mir gefällt, dass meine Forschung Maschinelles Lernen und Regelungstechnik verbindet.“ Bis seine Doktorarbeit geschrieben ist, wird von Rohr sowohl Zeit am MPI-IS in Stuttgart als auch im Entwicklungszentrum des Unternehmens in Gifhorn verbringen. Er ist seit einem Jahr am MPI-IS als Doktorand beschäftigt, nachdem er zuvor an der Universität zu Lübeck Informatik mit der Vertiefungsrichtung Robotik und Automatisierungstechnik studiert hatte. Bereits seine Masterarbeit schrieb er bei Sebastian Trimpe.

    Im September 2018 dann begann von Rohr seine Doktorarbeit, die nach Wegen sucht, Regler in Motoren automatisch zu verbessern. Der Motor soll dabei aus Daten lernen, die verschiedene Sensoren generieren. Dazu entwickeln die Forscher Algorithmen des Maschinellen Lernens, der Königsdisziplin der Forschungsrichtung Künstliche Intelligenz: Die „Maschine“ Motor nimmt ihre Umgebung mittels der Sensoren wahr, lernt aus den Daten und handelt entsprechend. Dieser stetige Kreislauf aus Wahrnehmen, Lernen und Handeln ist Wesensmerkmal eines autonomen intelligenten Systems, dessen Erforschung sich das MPI-IS in vielen verschiedenen Bereichen zum Ziel gesetzt hat: in physikalischen, in biologischen und in Computer-Systemen. Das Spektrum reicht dabei von wenigen Nanometern großen Robotern bis hin zu Softwareprogrammen, die humanoide selbstlernende Roboter sehr menschenähnlich mit ihrer Umwelt interagieren lassen.

    Von Rohrs Forschungsarbeit behandelt grundlegende Forschungsfragen selbstlernender Systeme in der physikalischen Welt. Das konkrete System „Motor“ gibt dabei einerseits Anregung für die Grundlagenforschung und ist andererseits eine beabsichtigte Anwendung.  Von Rohrs Ziel ist es, die Steuerung des Motors so einzustellen, dass dieser möglichst sparsam mit Energie umgeht, gleichzeitig aber leistungsstark bleibt und nicht kaputtgeht. Denn Motoren – wie Roboter und andere autonome Systeme auch – unterliegen physikalischen Beschränkungen. „Ich muss auf dem Teststand sicherstellen, dass der Regler das System nicht instabil werden lässt und es daraufhin beschädigt wird. Dies kann passieren, wenn der Regler zu stark reagiert, der Motor sich beispielsweise schneller dreht als erlaubt ist“, sagt von Rohr und fügt hinzu: „Die IAV-Ingenieure geben mir bestimmte Grenzen vor, die der Motor nicht überschreiten darf. Diese muss ich einhalten. Ein Motorschaden wäre ärgerlich und teuer.“

    Diese Beschränkungen im Blick erforscht von Rohr Algorithmen, die das Verhalten des Motors aus Daten erlernen. Auf Basis dieser gelernten Modelle will er Regler entwerfen, die den Motor so ansteuern, dass alle vorgegebenen Ziele erreicht werden. Er möchte zeigen, wie man aus Daten, die der Motor selbst erzeugt, Regler verbessern und so das arbeitsaufwendige Einstellen von Reglern per Hand reduzieren kann. Die genauen Eigenschaften der erlernten Regler mathematisch zu definieren und dann zu beweisen, ist wesentlicher Bestandteil der Doktorarbeit. IAV ermöglicht es dann, diese neu entwickelten Algorithmen an ihren Motoren auszuprobieren. „Das ist für mich der große Bonuspunkte bei der Kooperation Grundlagenforschung und angewandter Forschung: IAV bietet mir ein tolles Umfeld mit seinen Motorenprüfständen, meine mathematischen Modelle ausprobieren zu können. Wenn ich meine Algorithmen an so komplexen Systemen wie einem Motor testen kann und diese dann auch funktionieren, so verleiht das meiner Forschung zusätzliches Gewicht,“ erklärt von Rohr.

    Die Kooperation IAV und MPI-IS ist ein klassisches Beispiel für den erfolgreichen Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Rahmen des Cyber Valleys, der beiden Seiten dient. „Themen wie KI, Data Science und Machine Learning gewinnen in unterschiedlichen Branchen an Bedeutung. So auch in zahlreichen Bereichen der Automobilentwicklung,“ sagt Dr. Nick Weinhold, Senior Vice President bei IAV. „Deshalb haben wir frühzeitig begonnen, Expertise in diesen Themenfeldern aufzubauen und kontinuierlich zu erweitern. Wir freuen uns daher sehr, Gründungsmitglied des Cyber Valley zu sein und uns mit namhaften Partnern zu vernetzen, Impulse einzubringen und die Forschung zu unterstützen.“

    Cyber Valley Partner IAV ist mit mehr als 7000 Mitarbeitern einer der weltweit führenden Engineering-Dienstleister der Automobilindustrie. IAV-Technologien stecken in fast jedem Fahrzeug der Welt. Gegründet 1983 als Spin-off der Technischen Universität Berlin hat IAV heute Standorte in Deutschland, Europa, Asien sowie in Nord- und Südamerika. 2017 setzte das Unternehmen rund 800 Millionen Euro um. Zu den Kunden zählen weltweit alle namhaften Automobilhersteller und Zulieferer. Neben Fahrzeug- und Antriebsentwicklung ist IAV bereits frühzeitig in die Elektromobilität und das autonome Fahren eingestiegen und ist heute einer der führenden Entwicklungsdienstleister auf diesen Gebieten.

  • Cyber Valley-Forscher bei den Science Notes in Tübingen

    Cyber Valley-Forscher bei den Science Notes in Tübingen

    Tübingen – Wissenschaft in Club-Atmosphäre mit Livemusik, eine Bühne, auf der Forscher in nur wenigen Minuten allgemeinverständlich ihre Forschungsgebiete vorstellen können: das sind die Science Notes, ein Projekt der Forschungsstelle Präsentationskompetenz des Seminars für Allgemeine Rhetorik der Eberhard Karls Universität Tübingen. Es ging wie schon einmal um Künstliche Intelligenz. Die vortragenden fünf Wissenschaftler sprachen in je 15 Minuten darüber, wo die Chancen, Grenzen und Gefahren dieser Technologie liegen und wie sie unser Leben verändern wird. Die Wissenschaftler mussten ihr Themengebiet verständlich, anschaulich und spannend erklären, das war die Voraussetzung, um teilnehmen zu können.

    Dieser Herausforderung stellten sich vier Forscher der Universität Tübingen am Donnerstag abend. Zuerst erklärte Dr. Wieland Brendel, wie Maschinen unsere Welt sehen – Stichwort Computer Vision. Im Anschluss präsentierte Prof. Dr. Philipp Hennig, Cyber Valley-Professor für Methoden des Maschinellen Lernens, die präzise Unsicherheit von Rechenalgorithmen für lernende Maschinen. Cyber-Valley-Forschungsgruppenleiterin Dr. Caterina De Bacco sprach über A physics perspective on inference and optimization on networks. Und Dr. Anna Levina erkundete im letzten Vortrag die Selbstorganisation des Gehirns. Teil 5 war eine Open Mic Session, in der es darum ging, das Thema „Künstliche Intelligenz und Wir“ mit Zuschauern und Vortragenden zu diskutieren.

    Die Veranstaltung fand im Schlachthaus Club in Tübingen am Donnerstag, den 17. Januar statt. Wer nicht dabei sein konnte – keine Sorge. Alle Vorträge wurden danach auf YouTube gestellt: https://www.youtube.com/watch?v=9QyoGiG8dmU

    Das komplette Programm finden Sie unter www.sciencenotes.de