User Group: Gesellschaft

  • Public Engagement Newsletter – Mai 2022

    Public Engagement Newsletter – Mai 2022

    Liebe Leserinnen und Leser,

    wenn wir uns alte Science-Fiction-Filme ansehen oder Geschichten lesen, entdecken wir immer wieder Erfindungen oder Technologien, die unrealistisch schienen, aber heute längst zuverlässig funktionieren: beispielsweise die Videogespräche in Charlie Chaplins „Modern Times“ von 1936. Geschichten und fiktionale Visionen können Wissenschaft inspirieren.

    Mit unserem Cyber Storys Geschichtenwettbewerb möchten wir Kindern und Jugendlichen genau diese Möglichkeit geben. Ausgewählte eingereichte Kurzgeschichten geben wir an die Forschenden weiter, um mit ihnen über die Vorstellungen und Ideen der jungen Menschen zu diskutieren. Kennen Sie Kinder oder Jugendliche, die daran interessiert sein könnten? Dann weisen Sie sie gerne auf den KI-Kurzgeschichtenwettbewerb Cyber Storys hin. Einsendeschluss ist der 3. Juni. Die Gewinner:innen werden zum Stuttgarter Wissenschaftsfestival eingeladen.

    Viele Grüße
    Rebecca Beiter und Patrick Klügel

    Ankündigungen

    Cyber Storys: Noch bis zum 3. Juni suchen wir KI-Kurzgeschichten!

    Soll ein Roboter das Zimmer aufräumen? Kann der Kühlschrank Oma retten? Wie stellst du dir die Zukunft mit KI vor? Beim KI-Kurzgeschichtenwettbewerb Cyber Storys können Schüler:innen aller Schularten ab Klasse 7 aus Baden-Württemberg Kurzgeschichten schreiben, Forschende kennenlernen und Preise gewinnen. Die Geschichten dürfen maximal 4.500 Zeichen lang sein. Schüler:innen ab 16 Jahren können diese selbst online bis zum 3. Juni einreichen. Bei Schüler:innen unter 16 Jahren können Eltern oder Lehrkräfte die Geschichten online einreichen.
    Zur Online-Einreichung
    Unterstützende Materialien:

    Alle Informationen zum Wettbewerb gibt es auch auf der Cyber Storys Webseite.

    Jetzt Anmelden: I’m a Scientist – Themenrunde zu KI und Medizin

    Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz in der Medizin? Können Roboter Pflegepersonal ersetzen? Stellt in Zukunft eine KI die Diagnose? Zusammen mit dem RHET AI Center der Universität Tübingen veranstaltet „I’m a Scientist“ vom 20. Juni bis zum 1. Juli eine Themenrunde zu künstlicher Intelligenz und Medizin. Bis zum 22. Mai können Lehrkräfte ihre Klassen online anmelden und Forschende sich als Expert:innen bewerben.
    Zur Anmeldung für Lehrkräfte
    Zur Anmeldung für Wissenschaftler:innen
     

    Veranstaltungen

    Antrittsvorlesung: Journalist-in-Residence-Programm
    9. Mai, 20:00–21:00 Uhr, online

    Können moderne intelligente Systeme dazu beitragen, Pandemien zukünftig zu verhindern oder besser zu managen? Über „Lehren aus der Pandemie: Krisen-Journalismus und künstliche Intelligenz“ spricht Cyber Valley Journalist-in-Residence und „Spiegel“-Wissenschaftsredakteurin Julia Merlot.
    Zum Livestream auf YouTube


    Ringvorlesung: KI – Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft
    18. Mai, 16:00–18:00 Uhr, online

    In der Online-Ringvorlesung berichtet Public-Engagement-Managerin Rebecca Beiter, wie der Dialog zwischen KI-Forschenden und Bürger:innen gelingen kann. Sie stellt außerdem die Unterschiede zwischen Public Engagement und klassischer Wissenschaftskommunikation vor und erläutert, was der Public-Engagement-Kodex ist und wie dieser mitgestaltet werden kann.
    Weitere Infos

    Cyber Storys Schreibwerkstatt
    21. Mai, 10:00–14:00 Uhr, Stadtbücherei Tübingen

    In Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Tübingen bietet Cyber Valley eine kostenfreie Cyber Storys Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche an. Literaturstudentin Hanna Martensen unterstützt bei der Themenfindung und gibt Tipps. Die entstandenen Kurzgeschichten können dann online bei Cyber Storys eingereicht werden.
    Anmeldung und weitere Infos

    KI im Film: KontextKino-Filmvorführung und Workshop
    24. Mai, 16:30–20:00 Uhr, Stadtmedienzentrum Stuttgart

    In unserem neuen Format KontextKino zeigen wir einen Animationsfilm für Kinder, der sich mit Robotik und KI beschäftigt. Im anschließenden Filmgespräch wird gemeinsam diskutiert: Wie wird KI im Film dargestellt? Wie lassen sich KI-Filme in der Bildung einsetzen? Das Angebot richtet sich an Eltern, Lehrkräfte, Personen der außerschulischen Jugendbildung sowie alle Interessierten und ist kostenfrei.
    Anmeldung und weitere Infos

    KI-Sprechstunde: Wie innovativ ist KI?
    30. Mai, 16:00–17:00 Uhr, online

    In der Cyber Valley KI-Sprechstunde haben Interessierte die Möglichkeit, direkt mit KI-Forschenden ins Gespräch zu kommen. Nach einem kurzen Vortrag über die Bedeutung von KI von Dr. Alexander Brem, Direktor des Instituts für Entrepreneurship und Innovationsforschung der Universität Stuttgart, gibt es genug Zeit für Fragen und Diskussionen. Die Teilnahme ist kostenfrei.
    Anmeldung und weitere Infos


    Partnerveranstaltungen

    Podiumsdiskussion: Intelligente Systeme in der Landwirtschaft
    17. Mai, 19:30 Uhr, Stadtbibliothek Stuttgart

    Wie wird künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft genutzt, um beispielsweise das Tierwohl zu verbessern oder Böden nachhaltiger zu nutzen?
    Zur Anmeldung und zum Livestream
     

    Fundstücke


    Eine neue Form der Ausbeutung?

    Sorgt KI dafür, dass ein neuer, ein digitaler Kolonialismus geschaffen wird? Dieser Frage sind die Autor:innen von „MIT Technology Review“ nachgegangen. In ihrer Reportage zeigen sie am Beispiel Venezuelas, wie Unternehmen wirtschaftliche Krisen durch KI ausnutzen – auf Kosten der Menschen.
    Zur Reportage

    Wie eine Maschine entscheidet

    Wie trifft eine KI Entscheidungen? Diese Frage ist zentral, um intelligente Systeme zu verstehen und zu verbessern. Forschende von IBM und des MIT haben mit „Shared Interest“ ein System entwickelt, mit dem Benutzer:innen KI-Entscheidungen effizienter sortieren, kategorisieren und bewerten können.
    Zum Artikel

    Lass mich hören, wie du sprichst, und ich sag dir, wie du aussiehst

    Welche Informationen verbergen sich in unserer Sprache? Wie „klingt“ eine große Nase, eine junge Person oder eine alte? Dieser Artikel von Petapixel erläutert die Chancen und Risiken des KI-Systems „Speech2face“, das aus Sprachdateien das Gesicht der sprechenden Person rekonstruiert.
    Zum Artikel

    Herausforderung Cybersecurity

    Arvind Krishna, CEO bei IBM, warnt in einem Interview vor den Schattenseiten künstlicher Intelligenz. Zwar sei KI vor allem in der Datenverarbeitung unerlässlich, doch Unternehmen müssten gezielter Sorge tragen, Daten zu verschlüsseln und vor Angriffen zu schützen.
    Zum Interview

  • Warum sind Computer dumm?

    Warum sind Computer dumm?

    Schölkopf ist ein Direktor am Tübinger Max-Planck-Institut für Intelligente Syteme, wo er die Abteilung für Empirische Inferenz leitet. In seiner Vorlesung erklärt er, warum ein Computer eigentlich gar nicht so schlau ist wie man denkt, wie Maschinen „lernen“ und was wir Menschen Computern beibringen sollten.

    „Als ich anfing, mich mit maschinellem Lernen zu beschäftigen, war das aus dem wissenschaftlichem Interesse, zu verstehen, wie man in Daten Strukturen erkennen kann. Technische Systeme der Zukunft werden mit der Komplexität der Welt umgehen, indem sie aus Beobachtungen lernen. Das ist ein Paradigmenwechsel, der universell ist, von der Astronomie und Klimaforschung bis hin zur Medizin“, sagt Schölkopf.

    Weitere Informationen zu Prof. Dr. Bernhard Schölkopf.

    Wir möchten Sie alle – und vor allem diejenigen mit Kindern im Alter von ca. 8-15 Jahren – herzlich zur achten Folge der digitalen Kinder-Uni einladen und freuen uns natürlich auch über einen Veranstaltungshinweis auf Ihren Kanälen.

     
    Wann? Donnerstag, 5. Mai 2022, 17:00–18:00 Uhr

    Wo? Live-Stream (ohne Vorab-Anmeldung) über kinder-uni.online abrufbar

    Alle teilnehmenden Kinder haben übrigens wieder die Möglichkeit, in einem Live-Chat parallel Fragen zur Vorlesung zu stellen.

  • „Kinder können KI kritisch hinterfragen“

    „Kinder können KI kritisch hinterfragen“

    Gregor Schulte leitet den KI-Makerspace in Tübingen. Dort können Kinder und Jugendliche viele Technologien kennenlernen und praktisch ausprobieren – und über deren Nutzen und Risiken reflektieren.

    Tabea Brietzke, Hilfskraft im Cyber Valley Public-Engagement-Team, hat mit Gregor über die Angebote und Ziele des KI-Makerspace gesprochen. Das Interview wurde für die schriftliche Version sprachlich überarbeitet und gekürzt. Das Interview mit Gregor Schulte können Sie auch in der aktuellen Ausgabe unseres Podcasts „Direktdurchwahl“ hören, Folge 8: Verstehen Kinder KI?

    Ist künstliche Intelligenz nicht ein viel zu komplexes Thema für Kinder?

    KI ist ein schwieriger Einstieg, wenn man sich zum ersten Mal mit Technologie auseinandersetzt. Wir wollen Kindern den Weg dorthin vielmehr ebnen und zeigen, welche Technologien es überhaupt gibt. Am Ende steht dann die künstliche Intelligenz. Und das können bereits Kinder verstehen.

    Die Wirtschaft ist sehr interessiert an KI-Expert:innen. Geht es beim Makerspace auch darum, Kinder möglichst früh zu Fachkräften auszubilden?

    Nein. Es geht viel eher darum, dass wir die Kompetenzen bei den Kindern stärken. Sie sollen verstehen, was es mit der künstlichen Intelligenz auf sich hat und sich dann kritisch damit auseinandersetzen.

    Warum ist es wichtig, von klein auf in das Thema KI einzusteigen?

    KI wird unsere Gesellschaft immer weiter beeinflussen. Wir nutzen jetzt schon viele Systeme in unserem Alltag, bei denen eine künstliche Intelligenz Entscheidungen trifft. Man kann sich eigentlich gar nicht früh genug damit auseinandersetzen, um das zu verstehen und auch einschätzen zu können.

    Können Kinder künstliche Intelligenz denn schon kritisch hinterfragen?

    Das können sie auf jeden Fall. Wenn man mit Kindern über die ethischen und gesellschaftlichen Aspekte der künstlichen Intelligenz diskutiert, bekommt man erstaunlich reflektierte Antworten. Man merkt, dass Kinder häufig schon genau wissen, was künstliche Intelligenz bedeutet.

    Was können Kinder und Jugendliche im Makerspace machen?

    Wir haben viele verschiedene Labore und Werkstätten. Das Angebot reicht von einfachen Spiel- und Bastelmöglichkeiten über programmierbare Roboter bis hin zur Programmierung am Computer. Wir haben auch abseits von KI zum Beispiel einen 3D-Drucker, und einen Lasercutter, mit dem man Papier und Holz schneiden kann. Es gibt also ein ganz breites Spektrum an Geräten und Dingen, die die Kinder ausprobieren können.

    Gibt es ein Mindestalter und ist das Angebot kostenfrei?

    Ein Mindestalter gibt es nicht. Selbst die Kleinsten können in den KI-Makerspace kommen und sich mit handwerklichen oder technischen Themen auseinandersetzen. Wir haben Roboter, die man auch ohne lesen zu können programmieren kann. Diese Roboter kann man über farblich kodierte Bausteine über den Teppich fahren lassen. Zu den Öffnungszeiten kann man hier immer hereinspazieren. Und die Kurse, die wir anbieten, wie zum Beispiel die Programmierkurse, sind kostenlos.

    An vielen Schulen gibt es Informatikunterricht. Sollte das, was ihr macht, nicht eigentlich an Schulen stattfinden?

    Nicht jede Schule kann das in dem Umfang leisten, insbesondere die Betreuung und die Arbeit an den Geräten ist zeitintensiv. Deshalb verstehe ich den KI-Makerspace als ergänzendes Angebot zu dem, was die Schulen schon leisten. Es gibt Schulen, die gut ausgerüstet sind und die tolle Informatiklehrer haben. Aber das gilt eben nicht für alle. Die Kompetenzen, die man in unserer durch Informationstechnologien geprägten Gesellschaft braucht, sollten aber auf jeden Fall in Schulen vermittelt werden. Das halte ich für sehr wichtig.

    Wen erreicht der KI-Makerspace: nur die, die bereits an Technik interessiert sind?

    Natürlich kommen viele, die sich in ihrer Freizeit mit diesen Themen auseinandersetzen und vielleicht sogar einen 3D-Drucker zu Hause haben. Aber wir haben auch Kinder und Jugendliche, die noch nicht so viel Berührungspunkte damit hatten. Wir versuchen, sie gezielt anzusprechen; ihnen die Chance zu geben, Dinge auszuprobieren und ihr Interesse zu wecken. Oft erleben wir, dass Kinder erst beobachten und sich alles in Ruhe angucken. Sobald sie herausfinden, was die Geräte alles können, entwickeln sie eigene Ideen und Projekte.

    Aber nach wie vor existiert ja das Klischee, dass vor allem Jungs an technischen Dingen interessiert sind. Bietet der Makerspace auch spezielle Angeboten für Mädchen?

    Ja, wir hatten in den Osterferien ein spezielles Programm für Mädchen, das wir fortführen möchten. Außerdem gibt es Angebote anlässlich des Girls’ Day. 
    Aber: Es geht uns weniger um das Geschlecht; wir wollen ganz unabhängig davon generell unterprivilegierte Kinder oder technikfernere Gruppen an unsere Themen heranführen und in den Fokus nehmen. Ein Ansatz ist, dass wir mit Förderschulen in Kontakt treten und die Kinder hierher einladen.

    Kann eure Zielgruppe eigentlich auch eigene Wünsche einbringen?

    Ganz genau, das ist uns wichtig. Unser Angebot soll auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder ausgelegt sein. Wir sind dabei, einen Jugendrat zu gründen, bei dem Kinder ein eigenes Budget verwalten und mitentscheiden können, was damit beschafft werden soll.

    Und was wünschst du dir für die Entwicklung des KI-Makerspace?

    Es würde mich freuen, wenn wir eine feste Institution in Tübingen werden. Wenn jemand nach einem Ort fragt, an dem man sich mit Technologien auseinandersetzen kann, soll die Antwort lauten: „Da musst du zum KI-Makerspace gehen.“