News Category: Press Release

  • Sebastian Trimpe zum ordentlichen Professor an die RWTH Aachen ernannt

    Sebastian Trimpe zum ordentlichen Professor an die RWTH Aachen ernannt

    Der Leiter der Cyber Valley-Forschungsgruppe übernimmt den Lehrstuhl „Data Science in Mechanical Engineering“

    Stuttgart – Sebastian Trimpe, Leiter der Cyber Valley Forschungsgruppe „Intelligent Control Systems“ am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (MPI-IS) in Stuttgart, hat eine ordentliche Professur (W3) an der RWTH Aachen, der größten technischen Hochschule in Deutschland, übernommen. Die Professur trägt den Titel „Data Science in Mechanical Engineering“. Trimpe baut nun sukzessive das entsprechende Institut auf, das er auch leiten wird. Die kommenden zwölf Monate werden eine Übergangszeit für Trimpes Stuttgarter Forschungsgruppe sein. Trimpe wird in dieser Zeit weiter mit dem MPI-IS verbunden bleiben.

    „Die Leitung meiner Cyber Valley Forschungsgruppe war ein aufregendes Kapitel in meiner Karriere. 2013 kam ich ans MPI-IS und habe es seither sehr genossen, mit allen Forscherinnen und Forschern in Stuttgart und Tübingen eng zusammenzuarbeiten. Ich bin dankbar für die Möglichkeiten, die ich am Institut hatte, und besonders für all die großartigen Kolleginnen und Kollegen“, sagt Trimpe.

    „Sebastian Trimpes akademischer Erfolg ist genau das, was wir uns von Cyber Valley erhoffen“, sagt Michael J. Black, Direktor der Abteilung für Perzeptive Systeme am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme und Sprecher des Cyber Valley Forschungskonsortiums. „Die Positionen als unabhängige Gruppenleiter innerhalb des Cyber Valley Ökosystems geben jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, ihre Karriere an der Spitze ihres Fachgebiets zu etablieren. Die Ausbildung und Unterstützung der nächsten Generation an Spitzenwissenschaftlern ist unser erklärtes Ziel. Ganz gleich, ob sie eine akademische Laufbahn einschlagen, in der Industrie arbeiten oder ihr eigenes Unternehmen gründen – dies stärkt Deutschlands Führungsposition in der Erforschung künstlicher intelligenter Systeme.“

    Cyber Valley ist Europas größtes Forschungskonsortium auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz mit Partnern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Partnerschaft stärkt Forschung und Lehre auf den Gebieten des maschinellen Lernens, des maschinellen Sehens und der Robotik sowie die Verbindungen zwischen diesen Wissenschaftsgebieten. Partner sind das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, die Universität Stuttgart, die Universität Tübingen, die Fraunhofer Gesellschaft, das Land Baden-Württemberg sowie sieben Industriepartner.

    Trimpe und sein Team untersuchen, was er als „maschinelles Lernen für Maschinen“ bezeichnet: die grundlegende Frage, wie eine Maschine innerhalb bestimmter Grenzen zuverlässig, sicher und effizient aus Daten lernen kann. Konkret geht es in seiner Forschung darum, die Grundlagen zu verstehen, die es künstlich intelligenten Systemen wie Robotern und autonomen Fahrzeugen ermöglichen, in der physischen Welt autonom zu agieren und zu lernen. Um selbstlernende Systeme für die reale Welt zu entwickeln, verbindet Trimpe klassische Methoden der System- und Regelungstheorie mit maschinellem Lernen – zum Beispiel entwickelt er Algorithmen, die physikalisches Wissen über die Welt mit experimentellen Daten kombinieren.

    Lern- und Entscheidungsalgorithmen sind wesentlich für das Funktionieren des Kreislaufs von Wahrnehmen, Entscheiden und Handeln, der auch als Regelkreis bezeichnet wird. Vereinfacht ausgedrückt sind diese Algorithmen das „Gehirn“ eines technischen Systems. Sie stehen im Mittelpunkt von Trimpes Forschung. Mit Hilfe von Sensordaten nimmt die Maschine ihren eigenen Zustand und ihre Umgebung wahr. Auf der Grundlage dieser Daten entscheidet ein Algorithmus, was als nächstes geschehen soll. Die Maschine setzt dann Motoren und andere Aktuatoren ein, um zu handeln und ein gewünschtes Ziel zu erreichen. Dieser Zyklus findet kontinuierlich und oft viele Male pro Sekunde statt. Beispielsweise kann ein Auto automatisch den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einhalten, eine Klimaanlage ist in der Lage, eine bestimmte Temperatur einzuregeln, und ein Roboter in Trimpes Labor kann eine Stange selbstständig balancieren. Eine wichtige Forschungsfrage ist, wie solche Maschinen aus Erfahrung und Interaktion mit der Welt lernen können, um ihre Fähigkeiten zu erweitern oder ihre Leistung zu verbessern.

    Trimpe befasst sich auch mit der Kommunikation mehrerer intelligenter Systeme, die gemeinsam eine Aufgabe erfüllen sollen, wie zum Beispiel Gruppen von Robotern. Dies geschieht heute oft über drahtlose Netzwerke. Wenn Maschinen jedoch ständig miteinander kommunizieren, wird das Netzwerk schnell überlastet und wichtige Daten können nicht übertragen werden. Um dieses Problem zu lösen, entwickelt Trimpe intelligente Verfahren, die es jedem Subsystem erlauben, nur dann zu kommunizieren, wenn es etwas Relevantes zu sagen hat. Auf diese Weise ist es vielen Systemen möglich, gemeinsam zu agieren oder voneinander zu lernen, ohne dabei zu viele Ressourcen zu verbrauchen.

    Da Trimpes Forschung auf grundlegenden mathematischen Fragestellungen und deren Lösungen basiert, sind die Ergebnisse allgemein gültig und könnten in Zukunft möglicherweise auf viele verschiedene Systeme übertragen werden. Sein Team hat theoretische Ergebnisse in Laborexperimenten mit humanoiden Robotern und auf drahtlos vernetzten mechatronischen Systemen validiert. In gemeinsamen Projekten mit den Cyber Valley Partnern Bosch und IAV wurden einige der Algorithmen erfolgreich in der Industrie eingesetzt. Beispielsweise wurde der gleiche Algorithmus, den der Roboter Apollo verwendet um zu lernen wie man eine Stange ausbalanciert, auch bei einem Motor angewandt, der selbst lernt, wie man die Drosselklappe am besten steuert (Zusammenarbeit mit der IAV).

  • IAV entwickelt intelligentes Corona-Früherkennungssystem

    IAV entwickelt intelligentes Corona-Früherkennungssystem

    Der Berliner Engineering-Spezialist IAV und Cyber Valley Partner hat ein Konzept entwickelt, das mittels einer intelligenten Auswertung öffentlich verfügbarer Daten und Analyseergebnissen von Abwasserproben aus dem Kanalisationsnetz Informationen zur Ausbreitung von Covid-19 ableitet. Das ermöglicht eine deutlich frühere Erkennung sowie genauere Lokalisation von Infektionsherden. Der nächste Schritt ist der Test-Einsatz in einem Pilotprojekt.

    Dr. Matthias Pätsch, verantwortlich für das Business Development Wasserwirtschaft bei IAV: „Zwischen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus, dem Auftreten erster Symptome, der Entnahme eines Abstriches, dem Vorliegen eines Testergebnisses und der Meldung an die zuständigen Ämter können leicht mehrere Wochen vergehen. Währenddessen kann sich das Virus unbemerkt weiterverbreiten. Im Abwasser ist die Erreger-RNA (Ribonukleinsäure) hingegen unmittelbar nachweisbar. Führen wir die Daten aus Abwasserproben mit öffentlichen Test- und Infektionsdaten zusammen und werten diese intergiert aus, können wir eine Infektionswelle früher erkennen und genauer lokalisieren als bislang möglich.“

    Das von IAV entwickelte Konzept eines Früherkennungssystems basiert auf zwei Entwicklungen: Einer bereits in der Praxis erprobten, intelligenten und cloudbasierten IoT-Plattform zur Datensynthese und -auswertung und einer KI-gestützten Methode zur intelligenten Positionierung von Vorrichtungen im Kanalisationssystem, die automatisiert Proben entnehmen können (sogenannte Probenehmer).

    IAV kooperiert bei diesem Projekt mit der Technischen Universität Berlin (Institut für Siedlungswasserwirtschaft) und der ORI Abwassertechnik GmbH, einem führenden Hersteller automatisierter Probenehmer mit Datenfernübertragung für Kanalsysteme. Die TU Berlin ist für die Entnahme und Analyse der Proben zuständig, während die ORI GmbH die Probenehmer und Messtechnik liefert. IAV wiederum stellt die IT-Umgebung, verantwortet die Datenanalyse und -auswertung und bildet damit die Klammer des gesamten Projekts.

    Matthias Kratzsch, Geschäftsführer Technik von IAV: „Das ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wir bei IAV Datenmanagement- und KI-Know-how aus der Automotive-Entwicklung in neue Anwendungsfelder übertragen, mit exzellenten Partnern an unserer Seite weiterentwickeln und damit Mehrwert stiften.“

    Die IoT-Plattform von IAV erfasst – unter strikter Einhaltung der gesetzlichen Datenschutzvorschriften – die öffentlich verfügbaren Gesundheitsdaten von Ämtern und weiterer öffentlicher Institutionen sowie die Daten der vernetzten Probenehmer, wertet diese in Echtzeit aus und bildet das Ergebnis auf einer topografischen und individuell skalierbaren Karte ab.

    Um zu identifizieren, wo die Probenehmer in der Kanalisation positioniert werden sollten, untersucht und testet IAV die Nutzung einer künstlichen Intelligenz auf Basis eines sogenannten Bayesschen Netzes. Mit Hilfe initialer Probenahmen im Klärwerk und in der Kanalisation, historischer Daten früherer Infektionsausbreitungen sowie Daten über Infektionsherde aus Humantests kann die Wahrscheinlichkeit für positive Proben an einem bestimmten Punkt im Kanalsystem berechnet werden. Ziel ist es dann, in dem mitunter von tausenden Zu- und Abflüssen gespickten Kanalsystem weitergehende Proben an jenen Knotenpunkten zu nehmen, die eine hohe Trefferquote versprechen – und damit eine besonders hohe Aussagekraft für die Lokalisierung eines Infektionsgeschehens besitzen.

    Ein stark vereinfachtes Beispiel: In einem der Klärwerke Berlins wird in einer Abwasserprobe die Erreger-RNA gefunden. Damit ist klar, dass es in dem angeschlossenen Abwassernetz einen positiven Fall geben muss. Im nächsten Schritt werden die Probenehmer an den Hauptabwassersammler jenes Kiezes oder Stadtgebietes gebracht, der die statistisch größte Wahrscheinlichkeit für einen Treffer aufweist, etwa, weil in besagtem Kiez/Stadtviertel bei einer ersten Infektionswelle besonders viele Fälle registriert worden waren. Wird in der nun genommenen Probe die Erreger-RNA registriert, wird der Infektionsherd mit weiteren Proben an mittels KI ausgewählten Punkten im betroffenen Kiez/Stadtviertel eingegrenzt – wenn möglich bis auf ein Wohnviertel oder einen Wohnblock. Bleibt ein positiver Fund aus, lässt sich das entsprechende Stadtgebiet ausschließen und die Ressourcen können auf ein anderes Stadtgebiet fokussiert werden.

    Dr. Matthias Pätsch erklärt: „Die große Herausforderung besteht neben der Identifizierung der Viren-RNA darin, zu entscheiden, wo genau man sinnvollerweise nach der RNA suchen sollte. Ein Kanalnetz hat tausende Verzweigungen und in jeder variieren ständig die Strömungen. Mit der KI-gestützten Methode kommen wir schneller zu einem aussagekräftigen Ergebnis. So lässt sich wertvolle Zeit bei der Erkennung und Lokalisierung eines neu auftretenden Infektionsherdes einsparen.“

    Das Konzept des Früherkennungssystems befindet sich in der Umsetzungsphase. Ein nächster Schritt auf dem Weg zur kommerziellen Anwendung ist der Test-Einsatz in einem Pilotprojekt mit einer Stadt oder einem Landkreis.

    Über IAV:

    IAV ist mit mehr als 8.000 Mitarbeitern einer der weltweit führenden Engineering-Partner der Automobilindustrie. Das Unternehmen entwickelt seit über 35 Jahren innovative Konzepte und Technologien für zukünftige Fahrzeuge und setzte 2019 mehr als 1 Milliarde Euro um. Zu den Kunden zählen weltweit alle namhaften Automobilhersteller und Zulieferer. Neben Fahrzeug- und Antriebsentwicklung ist IAV bereits frühzeitig in die Elektromobilität und das autonome Fahren eingestiegen und ist heute einer der führenden Entwicklungsdienstleister auf diesen Gebieten. Neben den Entwicklungszentren in Berlin, Gifhorn und Chemnitz/Stollberg verfügt IAV über weitere Standorte u.a. in München, Sindelfingen und Ingolstadt sowie in Europa, Asien als auch in Nord- und Südamerika.

  • Schwimmroboter gibt wertvolle Einblicke in die Fortbewegung von Fischen

    Schwimmroboter gibt wertvolle Einblicke in die Fortbewegung von Fischen

    Immer mehr Forscher entwickeln Robotermodelle, die der morphologischen Intelligenz von Tieren entsprechen. Robotiker des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme und der Harvard University bauen einen schwimmenden Soft-Roboter – und untersuchen, wie er sich in Wasser wellenartig fortbewegt. Aus den Erkenntnissen über die Parameter, die die Schubkraft des Roboters beeinflussen, ziehen sie dann Rückschlüsse auf die komplexe Fortbewegung von echten Fischen.

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme (MPI-IS), die dem Forschungskonsortium Cyber Valley angehören, haben zusammen mit Forschern der Harvard University einen schwimmenden Soft-Roboter entwickelt und seine wellenartige Fortbewegung im Wasser untersucht. Das weiche „Modelltier“ soll helfen, das komplexe, in der Natur oft beobachtete Fortbewegungsverhalten zu entschlüsseln. Das Forschungsteam extrahiert die Konstruktionsprinzipien und Fortbewegungsfähigkeiten der Tiere, um bessere Roboter zu bauen – und um wiederum wertvolle Erkenntnisse über die morphologische Intelligenz der Tiere zu gewinnen. Ihre Forschungsarbeit „Fish-like aquatic propulsion studied using a pneumatically-actuated soft-robotic model“ wurde am 9. Juni 2020 im Fachjournal Bioinspiration & Biomimetics veröffentlicht.

    Wenn ein Fisch im Wasser schwimmt, fließen elektrische Impulse in Wellen durch seine Muskeln. Vom Kopf bis zum Schwanz biegt sich das Tier von einer Seite zur anderen und erzeugt so Antrieb nach vorne. Das Forschungsteam hat untersucht, welche Parameter die Schwimmbewegung beeinflussen: Steifigkeit und Beweglichkeit des Fischkörpers bzw. die Geschwindigkeit der Bewegungen von rechts nach links. Bei lebenden Fischen sind solche Parameter schwer zu isolieren und einzeln zu messen – deshalb baute das Team um Hauptautorin Zane Wolf einen Fischroboter.

    Die Gruppe entwickelte ein pneumatisch betätigtes, fischähnliches Modell aus weichem Silikon und untersuchte damit, welche Schubkräfte durch verschiedene Parameter ausgelöst werden und wie sie sich gegenseitig beeinflussen. Sie maßen den Vorwärtsschub sowie die beim Schwimmen erzeugten Seitenkräfte und das Drehmoment mit einem statistischen linearen Modell.

    „Wir haben herausgefunden, dass sowohl die Steifigkeit als auch die Frequenz die Schwimmkinematik wesentlich beeinflussen und dass es komplexe interaktive Auswirkungen dieser beiden Parameter auf den Schub gibt“, sagt Ardian Jusufi, der die unabhängige Cyber Valley Forschungsgruppe „Locomotion in Biorobotic and Somatic Systems“ am MPI-IS leitet und Co-Autor des Papers ist. „Je steifer das Rückgrat unseres fischähnlichen Roboters, desto wichtiger ist eine höhere Schwingfrequenz, um Schub zu erzeugen.“ Bei steiferen Robotermodellen führe die höhere Frequenz zu höheren Werten, sowohl was den Schub als auch was die Seitenkräfte anbelangt, fügt Jusufi hinzu. Große Seitenkräfte jedoch reduzierten wiederum die Schwimmeffizienz. Jusufi und dessen Mitstreiter waren in der Lage, diesen Effekt durch kleinere Wellenbewegungen abzuschwächen. Durch eine angemessene Abstimmung der Bewegungen des linken und rechten Körpers verringerten sie die Amplituden der Seitenkräfte.

    „Diese Forschungskooperation zielt auf das Verständnis des Muskel-Skelett-Systems bei Tieren ab, das ist unsere Priorität“, sagt Jusufi. „Während wir die einzigartigen Manöver und Strategien beobachten, die Tiere anwenden, ist es unser Ziel, die einprogrammierte morphologische Intelligenz zu entschlüsseln, um unser Roboterdesign zu verbessern. Die von Robotik inspirierte Biologie kann uns helfen, die spektakulären und anmutigen Bewegungen, die in natürlichen Systemen beobachtet werden, besser zu verstehen und daraus Rückschlüsse zu ziehen, warum die Biologie ein bestimmtes Design hervorgebracht hat.“ Es handelt sich um einen Lernzyklus, bei dem die Biologie dazu beiträgt, die Fortbewegung des Roboters besser zu gestalten, und bei der der Roboter Einblicke in die Biologie eröffnet, die sonst nicht möglich wären. Am Ende gewinnen Forscher wie Jusufi ein tieferes Verständnis für beides. In diesem Sinne hat sich Jusufis Labor auch in einer demnächst erscheinenden Publikation in Wiley Advanced Intelligent Systems für eine stärkere Nutzung der Soft-Robotik (inkl. Soft-Sensoren [1]) eingesetzt, um neuromechanische Erkenntnisse aufzudecken [2].


    Quellenverweise:

    [1] Wearable and Stretchable Strain Sensors: Materials, Sensing Mechanisms, and Applications. Souri, Banerjee, Jusufi, Radacsi, Stokes, Park, Sitti, Amjadi. Advanced Intelligent Systems. 2020 (2). DOI: 10.1002/aisy.202000039. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/aisy.202000039

    [2] Soft Sensors for Curvature Estimation under Water in a Soft Robotic Fish. Wright, Vogt, Wood, and Jusufi. IEEE International Conference on Soft Robotics 2019. https://ieeexplore.ieee.org/document/8722806

    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Zane Wolf
    Organismic and Evolutionary Biology
    Harvard University, Cambridge, USA
    E-Mail: zwolf.mlxvi@gmail.com

    Dr. Ardian Jusufi
    Locomotion in Biorobotic & Somatic Systems
    Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Stuttgart
    E-Mail: ardian@is.mpg.de

    Daniel Vogt
    Harvard Microrobotics Lab and Wyss Institute
    Harvard University, Cambridge, USA
    E-Mail: daniel.vogt@wyss.harvard.edu

    Prof. George Lauder
    Museum of Comparative Zoology
    Harvard University, Cambridge, USA
    E-Mail: glauder@oeb.harvard.edu

    Anm. d. Red.: Dieser Artikel wurde am 12. Juni 2020 aktualisiert. Eine frühere Version enthielt nicht das Foto mit Hauptautorin Zane Wolf.

  • Cyber Valley Partnerinstitutionen glänzen erneut auf führenden internationalen Konferenzen

    Cyber Valley Partnerinstitutionen glänzen erneut auf führenden internationalen Konferenzen

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme, der Universität Tübingen und des Bosch-Zentrums für Künstliche Intelligenz haben insgesamt 27 Beiträge für die bevorstehende Konferenz über Computer Vision and Pattern (CVPR) und die International Conference on Machine Learning (ICML) erfolgreich eingereicht

    In den kommenden Wochen wird sich das Forschungskonsortium Cyber Valley wieder stark auf der globalen Bühne präsentieren: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme (MPI-IS), der Universität Tübingen und des Bosch Center for Artificial Intelligence (BCAI) sind auf der International Conference on Machine Learning (ICML) und der Conference on Computer Vision and Pattern Recognition (CVPR), zwei der führenden Konferenzen in der weltweiten Forschung zur Künstlichen Intelligenz (KI), gut vertreten. Infolge der COVID-19-Pandemie werden beide Konferenzen in diesem Jahr virtuell abgehalten. Die CVPR wird vom 14. bis 19. Juni stattfinden, die ICML folgt vom 12. bis 18. Juli.

    Mit insgesamt 27 angenommenen Beiträgen an beiden Konferenzen – 15 bei der CVPR und zwölf bei der ICML – beweist die Cyber Valley Initiative erneut, dass der Südwesten Deutschlands ein europäischer Hotspot für Forschung in den Bereichen Maschinelles Lernen, Computer Vision und Robotik ist.

    „Genau wie im vergangenen Jahr zeigt unser Erfolg bei diesen beiden hochkompetitiven Konferenzen, dass die Cyber Valley Forscher zu den besten der Welt gehören“, sagt Michael Black, Sprecher des Cyber Valley Executive Board und Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, wo er die Abteilung Perzeptive Systeme leitet. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Einreichungen zu beiden Konferenzen stark gestiegen, was das rasche Wachstum auf dem Gebiet der KI widerspiegelt. Im Jahr 2020 gingen bei der ICML 4.090 Beiträge ein, rund 600 mehr als im Vorjahr. Der Anstieg der Einreichungen bei der CVPR war sogar noch dramatischer: In diesem Jahr wurden 6.656 Papiere eingereicht, verglichen mit 5.165 im Jahr 2019. Für das Jahr 2020 lagen die Annahmequoten für die beiden Konferenzen bei rund 22 Prozent.

    Mehrere der bei der ICML und der CVPR angenommenen Arbeiten von Cyber Valley Institutionen sind das Ergebnis gemeinsamer Forschung zwischen der Universität Tübingen, dem MPI-IS oder dem BCAI. „Die Cyber Valley Initiative hat eine campusähnliche Umgebung geschaffen, die den Forschern an den Partnerinstitutionen die Infrastruktur bietet, die sie brauchen, um zusammenzuarbeiten und voneinander zu lernen. Unser anhaltender Erfolg auf internationalen Konferenzen zeigt, dass sich dieser Ansatz auszahlt“, sagt Philipp Hennig, Professor für Methoden des Maschinellen Lernens an der Universität Tübingen und stellvertretender Sprecher des Cyber Valley Executive Board.

    Seit der Gründung der Cyber Valley Initiative Ende 2016 hat sich das Konsortium zu einem dynamischen Ökosystem in der Region Stuttgart/Tübingen entwickelt, mit neu eingerichteten Professuren, Forschungsgruppen, Forschungslabors der Industrie, Doktorandenprogrammen und Deutschlands erstem internationalen Masterstudiengang für Maschinelles Lernen. Die Initiative hat eine wachsende Zahl talentierter junger Menschen aus der ganzen Welt angezogen und sich schnell einen internationalen Ruf als Top-Forschungsstandort auf dem Gebiet der modernen KI erarbeitet.

    Eine vollständige Liste der Beiträge und Autoren ist hier verfügbar.

  • Tübinger Wissenschaftler entwickeln 3D-Modell verschiedener Köpfe, mit dem sich Atemschutzmasken passgenauer entwerfen lassen

    Tübinger Wissenschaftler entwickeln 3D-Modell verschiedener Köpfe, mit dem sich Atemschutzmasken passgenauer entwerfen lassen

    Mit dem FLAME-Modell ist es möglich, realistische 3D-Kopfformen zu erzeugen und den menschlichen Gesichtsausdruck detailgetreu nachzuahmen. Dieses Computermodell könnte es Designern erlauben, passgenauere Gesichtsmasken unterschiedlicher Form und Größe zu entwerfen. Atemschutzmasken, die medizinisches Fachpersonal während der Covid-19 Pandemie tragen müssen, könnten so besser an das Gesicht anschließen und besseren Schutz bieten.

    Tübingen – Forscher des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme in Tübingen haben ein statistisches dreidimensionales (3D-)Modell des menschlichen Kopfes entwickelt, mit dem sich alle Arten von Gesichtsschutz entwerfen, testen und anpassen lassen. Das Modell mit dem Namen FLAME ermöglicht es Designern, sehr realistische 3D-Köpfe zu entwerfen, die zu jeder möglichen Gesichtsform passen können. Die am Computer modellierten Köpfe können lächeln, die Stirn runzeln und schreien – genau wie Menschen besitzt die Computeranimation verschiedene Gesichtsausdrücke. Die Wissenschaftler stellen FLAME für Forschungseinrichtungen und Unternehmen kostenlos zur Verfügung.

    Abb. 1: Eine Größe passt nicht für alle. Der durchschnittliche menschliche Kopf auf der linken Seite sieht ganz anders aus als die Individuen auf der rechten Seite. FLAME stellt die 3D-Kopfform von echten Menschen dar, wie die sechs echten Menschen auf der rechten Seite. Durch die genaue Darstellung der Kopfform in der Bevölkerung kann FLAME den Designern helfen, bessere Masken zu entwerfen und zu testen, wie gut sie passen.

    „Bei der COVID-19-Pandemie erleben wir, wie Beschäftigte im Gesundheitswesen auf der ganzen Welt mit schlecht sitzender Schutzausrüstung arbeiten müssen“, sagt Michael J. Black, Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Direktor der Abteilung für Perzeptive Systeme und Leiter des Projektteams. „Da immer mehr Staaten das Tragen von Masken im öffentlichen Raum zur Pflicht machen, werden Masken zum Alltagsgegenstand. Aus diesem Grund sehen wir einen dringenden Bedarf, diese so zu gestalten, dass sie gut sitzen. Unser FLAME-Modell könnte Teil der Lösung sein.“

    Bei der Entwicklung von FLAME nutzten Black und sein Team maschinelles Lernen, um aus über 30.000 detaillierten 3D-Scans von echten Köpfen und Gesichtern ein Modell zu erstellen. „FLAME kann die Form eines jeden Gesichts darstellen, weil es so viele verschiedene Gesichts- und Kopfformen gesehen hat. Das macht es zu einem idealen Werkzeug für den Entwurf von Schutzausrüstung für das Gesicht“, sagt Timo Bolkart, ein Forscher am MPI-IS und Mitglieder des FLAME-Projektteams.

    Abb. 2: FLAME ist ein statistisches 3D-Kopfmodell, das mit Hilfe des maschinellen Lernens aus über 30.000 3D-Kopfscans erstellt wurde. FLAME trennt die Kopfform von Gesichtsausdruck und Kopfhaltung, die allesamt die Passform der Maske beeinflussen. Auf diese Weise können Designer untersuchen, wie sich diese verschiedenen Aspekte auf den  Tragekomfort auswirken.

    „Masken müssen gut passen, um schützen zu können, aber nicht jeder hat die gleiche Gesichtsform“, fügt Black hinzu. „Unternehmen verkaufen unterschiedlich große Schuhe und Kleidung, warum also gibt es Masken nur in einer Größe?“ Die Forscher stellen ein interaktives Werkzeug zur Verfügung, mit dem Designer die ganze Bandbreite von natürlichen 3D-Gesichtsformen und -ausdrücken erforschen können.

    Die Wissenschaftler sehen FLAME als ein gutes Beispiel für den Erkenntnistransfer zwischen Grundlagenforschung und Anwendung. „Wir sehen dieses Projekt als eine von vielen Möglichkeiten, wie maschinelles Lernen und KI der Gesellschaft zugutekommen könnten, und wir hoffen, dass es einen Beitrag zur Verbesserung der aktuellen Situation leisten kann“, sagt Black, der auch Sprecher des Cyber Valley ist, Europas größtem Forschungskonsortium auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz.

    Weitere Informationen über das FLAME-Modell finden Sie hier: https://flame.is.tue.mpg.de/

    About Cyber Valley

    Cyber Valley is Europe’s largest research cooperation in the field of artificial intelligence with partners from politics, science, business and society. The partnership strengthens research and teaching in the fields of machine learning, computer vision and robotics as well as the links between these fields. Partners are the Max Planck Institute for Intelligent Systems, the University of Stuttgart, the University of Tübingen, the State of Baden-Württemberg and seven industrial partners: Amazon, the BMW Group, IAV GmbH, Daimler AG, Porsche SE, Robert Bosch GmbH and ZF Friedrichshafen AG. Cyber Valley is also supported by the Christian Bürkert Foundation, the Gips-Schüle Foundation, the Vector Foundation and the Carl Zeiss Foundation.

  • 3D-Drucker laufen im Cyber Valley heiß: Schnelle Hilfe für Krankenhäuser

    3D-Drucker laufen im Cyber Valley heiß: Schnelle Hilfe für Krankenhäuser

    Medizinische Schutzbrillen, Desinfektionsmittelspender und Beatmungsgeräte aus 3D-Druckern – Experten des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme setzen ihr technologisches Know-how im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie ein. Die Cyber Valley-Partner unterstützen unter anderem die #MaskUpInitiative.

    In Kliniken werden derzeit viele Gebrauchsmaterialien knapp, nicht nur Atemmasken. Schnelle Hilfe ist gefragt. Die Mannheimer Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie PAMB, ein Ableger des Fraunhofer IPA, kennt die Probleme, denn sie hat täglich mit den Medizinern zu tun. Ihr Arbeitsplatz liegt mitten auf dem Gelände der Mannheimer Uniklinik, direkt vor ihrem Fenster entstand ein Corona-Diagnosestützpunkt. Die Medizintechniker der Projektgruppe boten den Ärzten unbürokratisch ihre Hilfe an.

    Medizinische Schutzbrillen sind Mangelware

    Vor allem Schutzbrillen fehlen – ein Massenprodukt für den einmaligen Gebrauch. Sie erinnern an Schweißerbrillen und bestehen aus einem Gestell und einer transparenten Plastikscheibe. An Scheiben mangelt es nicht in der Klinik, doch Gestelle waren ein Engpass. Auch wenn diese Plastikteile keine Hightech-Produkte sind, müssen sie bestimmten Qualitätsansprüchen genügen – Alltag für die IPA-Wissenschaftler, denn sie kennen sich mit Risikoabschätzungen und Richtlinien in der Medizintechnik aus.

    Ein Prototyp war bald entwickelt, gefertigt und hinsichtlich seiner Einsetzbarkeit in der Klinik getestet: Er erwies er sich als sterilisierbar und verursachte keine Hautirritationen. Schon nach kürzester Zeit konnten sie den Ärzten ein erstes Muster präsentieren. Das Muster kam sehr gut an und die Klinik wünschte sich 500 Stück. Doch das war nicht so einfach. Die Projektgruppe verfügt zwar über einige 3D-Drucker, die solche Plastikteile herstellen können. Doch die Geräte schaffen höchstens 20 Bügel am Tag, selbst wenn sie rund um die Uhr laufen. So half das Mannheimer Unternehmen Hänssler Kunststoff- und Dichtungstechnik GmbH aus. Übers Wochenende stellte es eine erste Charge her, die inzwischen ausgeliefert ist und in der Uniklinik zum Einsatz kommt. Sollten weitere Krankenhäuser Bedarf haben, kann die Projektgruppe auch dort helfen.

    Auch die 3D-Drucker am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Tübingen laufen heiß. Mehrere Forscher haben bislang Aufhänger für 60 Gesichtsschildhalter gedruckt und an das benachbarte Universitätsklinikum Tübingen geliefert. Sie beteiligen sich damit an der #MaskUpInitiative. Ziel des Netzwerkes ist es, weltweit möglichst viele Anwender von 3D-Druckern dazu zu bewegen, Komponenten für Schutzkleidung herzustellen.

    Spender für Desinfektionsmittel aus dem Drucker

    Auch die Spender für Desinfektionsmittel kommen aus dem 3D-Drucker. Bei diesem Projekt kooperieren die Fraunhofer-Forscher mit dem benachbarten Chemieunternehmen BASF, das zwar genügend Desinfektionsmittel liefert, die Spender aber sind inzwischen knapp. Auch hier haben Fraunhofer-Mitarbeiter ein Musterexemplar hergestellt und werden 100 bis 150 solcher Spender produzieren.

    Beatmungsgerät Marke Eigenbau

    Corona beschäftigt die Projektgruppe, die inzwischen zu einem großen Teil im Homeoffice arbeitet, noch an anderer Stelle. Koordiniert durch Fraunhofer wollen sie innerhalb weniger Wochen ein alternatives Notfallbeatmungsgerät entwickeln. Es soll aus geeigneten und auch in der Krise noch gut verfügbaren Materialien und einfach herstellbaren Komponenten bestehen, sodass man es in Regionen mit fehlenden Beatmungskapazitäten schnell als Alternative einsetzen kann. Ziel ist es, schon Ende April die Unterlagen für ein einsatzfähiges Gerät vorliegen zu haben und diese anschließend mitsamt Schulungsunterlagen zur Verfügung zu stellen.

    Weitere Informationen über das Fraunhofer-Projekt finden Sie unter: https://www.ipa.fraunhofer.de/en/press-media/press_releases/medical_safety.html

  • Fraunhofer: »Access Checker« misst Körpertemperatur, Herz- und Atemfrequenz aus der Ferne

    Fraunhofer: »Access Checker« misst Körpertemperatur, Herz- und Atemfrequenz aus der Ferne

    Hospitals are presently obliged to maintain entrance controls. Given the spread of coronavirus, it is essential to ensure that patients, hospital staff and visitors are not carrying the virus into the hospital and thereby endangering people who already have compromised immune systems. In front of the main entrance of the Robert Bosch Hospital (RBK) in Stuttgart, Fraunhofer IPA and Fraunhofer IAO, together with the RBK, are currently testing a procedure that is set to simplify these controls.

     © Robert Bosch Hospital/Christoph Schmidt
    Fraunhofer IPA’s Dr. med. Urs Schneider conducts the test method on a test subject.

    The innovative method developed by the Fraunhofer Institute for Manufacturing Engineering and Automation IPA measures all the relevant parameters from a distance of one meter. The professional carrying out the test via a laptop is able to maintain the required minimum distance of 1.5–2 meters without a problem. As a result, they are not put at risk and do not need to wear any PPE. This is an invaluable advantage in these present times, when not even basic face masks are available in sufficient quantities.

    Infrared camera and radar measure vital parameters

    The test measures not only body temperature using an infrared camera but also heart and breathing rates by way of microwaves. To this end, a radar module featuring a micro-Doppler method is used.

     © Robert Bosch Hospital/Christoph Schmidt
    Detail of test evaluation with infrared image of the face and breath.

    The research team is now examining on site whether and how precisely the testing procedure correlates with the data collected from hospital staff in the entrance area and whether the procedure is practical. The test was developed within a matter of weeks and should play a part in curbing the coronavirus pandemic as quickly as possible: A team headed up by Dr. Urs Schneider, a medical professional who works at Fraunhofer IPA, has many years of experience in areas such as occupational health and safety, medical technology, image processing and object recognition. As a result, it has an excellent grasp of all the necessary testing procedures.

    © Robert Bosch Hospital/Christoph Schmidt
    Dr. med. Urs Schneider from Fraunhofer IPA explains the test procedure.

    The staff at the Fraunhofer Institute for Industrial Engineering IAO are responsible for ensuring the ideal process integration of Fraunhofer IPA’s technological innovation. In this context, the scientists are analyzing its usability for hospital staff and patients as well as, above all, movement patterns of patients and treatment chains using a contactless movement sensor. The aim is to soon integrate this technology into the hospital’s admission process.

    The medics, engineers and labor organization experts have now applied their expertise to help in the efforts to deal with the coronavirus crisis. They have put together a prototype at an astonishing speed. They have even considered data protection: The patients’ data is not stored but rather anonymously documented on a paper spreadsheet.

    Initial tests successful

    The first trial run is now being carried out in conjunction with Dr. Christoph Wasser, who is Medical Director ER at the Robert Bosch Hospital. The automated examination is as quick as the usual procedure. It remains to be seen whether fewer staff are also required to carry out the procedures. There is huge interest in the mobile “access checker”. Other institutes such as Tübingen University Hospital and several coronavirus screening checkpoints in the area are also keen to use the new test method. Fraunhofer IPA plans to build four more systems within just two weeks and has also applied for a patent. Schneider says: “We are convinced that we have developed a sound concept that can also be used when the coronavirus crisis is over.” He highlights that the test can be used not only by hospitals and care homes but also at airports and other important establishments. After all, the world will always suffer pandemics.

    For more information visit the Fraunhofer IPA website.

  • Internationales Wissenschaftlerteam entwickelt einen Ansatz des Maschinellen Lernens, der bei der Festlegung von Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 helfen könnte

    Internationales Wissenschaftlerteam entwickelt einen Ansatz des Maschinellen Lernens, der bei der Festlegung von Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 helfen könnte

    In einer kürzlich veröffentlichten Arbeit stellen Forscher von zwei Max-Planck-Instituten, der ETH, der EPFL und der Zerobase Foundation ein neues mathematisches Modell vor, das Daten von Kontakt-Tracing-Anwendungen nutzt, um mögliche Vorhersagen über die Ausbreitung des Virus zu treffen

    Tübingen – Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme Tübingen, des Max-Planck-Instituts für Softwaresysteme Kaiserslautern, der Eidgenössisch Technischen Hochschule Zürich, der École Polytechnique Fédérale de Lausanne und der gemeinnützigen Zerobase Foundation haben ein neues Modell des Maschinellen Lernens entwickelt, mit dessen Hilfe Strategien zur Eindämmung von COVID-19 auf der Grundlage von Kontakt-Tracing-Daten entwickelt und bewertet werden könnten. Die Autoren Lars Lorch, William Trouleau, Stratis Tsirtsis, Aron Szanto, Bernhard Schölkopf und Manuel Gomez-Rodriguez stellten die Ergebnisse in ihrer Publikation „A Spatiotemporal Epidemic Model to Quantify the Effects of Contact Tracing, Testing, and Containment“ vor, das heute veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler diskutierten das Forschungsprojekt auf dem letzten virtuellen Workshop „ELLIS gegen COVID-19“.

    „Das von uns entwickelte Modell kann die Daten von allen derzeit verfügbaren Technologien zur automatisierten Verfolgung von Kontakten nutzen. Im Rahmen unseres Modells kann der Erfolg von einzelnen Methoden zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus für eine einzelne Stadt oder Gemeinde bewertet oder vorhergesagt werden, sei es Kontakt-Tracing, Social Distancing, oder Einschränkungen des öffentlichen Lebens“, sagt Manuel Gomez Rodriguez, Mitglied der Fakultät am Max-Planck-Institut für Softwaresysteme in Kaiserslautern.

    Das Team hat das neue Modell mittels einer Simulation anhand des Beispiels der Stadt Tübingen auf die Probe gestellt. Auf der Grundlage von COVID-19-Daten und von Bewegungsdaten für Tübingen, die zwischen dem 10. März und dem 12. April gesammelt wurden, sagte das Modell voraus, dass ohne die Einführung von Social Distancing, also dem Abstandhalten zwischen Personen, die Infektionen in der Stadt mit dem Coronavirus auf 29.000, also etwa ein Drittel der lokalen Bevölkerung, gestiegen wären. „Unter Berücksichtigung der eingeführten Beschränkungen, sagte das Modell in der Simulation die Zahl der tatsächlich aufgetretenen Infektionen fast genau voraus“, sagt Gomez-Rodriguez.

    „Was diese Forschung von anderen Ansätzen unterscheidet, ist, dass sie den Erfolg von Tracing-, Test- und Eindämmungsstrategien auf dem Detailgrad von einzelnen Personen bewerten und vorhersagen kann „, sagt Bernhard Schölkopf, Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Tübingen. „Da Entscheidungsträger auf der ganzen Welt Strategien über einen schrittweisen Übergang zur Normalität und die Wiederöffnung ihrer Volkswirtschaften diskutieren, könnte dieses Modell dazu beitragen, einen sicheren Weg nach vorne aufzuzeigen“.

    Die Forschungsarbeit zeigt zudem, dass Technologien zur Nachverfolgung von Kontakten wie Zerobase oder PEPP-PT erfolgreich dazu beitragen können, die Infektions-Kurve abzuflachen. Die Autoren der Arbeit kommen zu dem Schluss, dass ein anonymes System zur Ermittlung von Kontaktpersonen die Wirksamkeit herkömmlicher Methoden der öffentlichen Gesundheit deutlich verstärken kann und somit der weiteren Ausbreitung von COVID-19 bis hin zu einer vollständigen Eindämmung beitragen kann.

  • CoroNotes: Neue App unterstützt medizinische Studien zu COVID-19

    CoroNotes: Neue App unterstützt medizinische Studien zu COVID-19

    Wissenschaftler*innen des Tübinger Kompetenzzentrums für Machine Learning haben zusammen mit Mediziner*innen der Uniklinik Tübingen eine App entwickelt, die anhand von anonymen Gesundheitsdaten zu einem besseren Verständnis des neuartigen Coronavirus beiträgt.

    Wissenschaftler*innen des Tübingen AI Center, einer gemeinsamen Einrichtung der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme, haben zusammen mit Mediziner*innen der Universitätsklinik Tübingen CoroNotes entwickelt, eine App, die dringend benötigte Daten zu COVID-19 schnell und effizient erhebt. Ziel des Projekts ist es, medizinische und wissenschaftliche Studien zum neuartigen Coronavirus zu unterstützen und damit wichtige Einblicke in die Ausbreitung und Verläufe der durch das Virus hervorgerufenen Krankheit COVID-19 zu gewinnen. Die kostenlose App ist ab sofort im GooglePlay verfügbar. Eine Veröffentlichung im Apple App-Store erfolgt in Kürze.

    „Mit CoroNotes haben wir eine Plattform geschaffen, die Nutzern die Möglichkeit bietet, jeden Tag an der Erforschung des Virus teilzuhaben. Sie bleiben dabei völlig anonym. Täglich beantworten die App-User ein paar Fragen zu ihrem Gesundheitszustand und zu eventuellen Symptomen. Aus diesen Daten können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dann Rückschlüsse auf Krankheitsverläufe ziehen, die im Zusammenhang mit COVID-19 stehen könnten. So können alle User einen Beitrag zur wissenschaftlichen Erforschung dieses Virus leisten,“ sagte Bernhard Schölkopf, Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme und Co-Direktor des Tübinger AI Center. „Wir hoffen, mithilfe der erfassten Daten zur Beantwortung wichtiger Fragestellungen beitragen zu können – beispielsweise, welche Behandlungen am wirksamsten sind, wie möglichst zuverlässige Diagnosen gestellt werden können, oder auch wie die Immunität gegen das Virus nachgewiesen werden kann.“

    Anhand eines einfachen Fragebogens, den die Nutzer*innen der App täglich in weniger als einer Minute auf ihrem Smartphone oder Tablet ausfüllen, werden wichtige Informationen über die COVID-19 Pandemie gewonnen. Zum Beispiel, ob ich mich heute wohl fühle oder aber Kopf- und Gliederschmerzen habe, eventuell sogar Fieber. Jeder Tag zählt, auch wenn ich mich gesund fühle. Die Forscher*innen hoffen, mit den Daten bessere Frühindikatoren für schwere Krankheitsverläufe identifizieren zu können, oder geeignete Personen für medizinische Studien ansprechen zu können, die einen besonders großen Erkenntnisgewinn für den Umgang mit COVID-19 versprechen. Auch sollen die Daten helfen, Epizentren der Pandemie früher ausfindig zu machen.

    Die Plattform soll in Zukunft auch anderen Forscher*innen und Mediziner*innen zur Verfügung stehen, um in Studien Hypothesen zum Beispiel zum Einfluss bestimmter Medikamente oder den Zusammenhang mit bestimmten Vorerkrankungen zu überprüfen. Dafür können bei Bedarf zusätzliche Informationen abgefragt und mit der bisher erfassten Gesundheitshistorie zusammengeführt werden. Dieses Zusammenspiel erlaubt es, bestimmte Fragestellungen innerhalb sehr kurzer Zeit beantworten zu können.

    „Die COVID-19-Pandemie entwickelt sich sehr dynamisch. Damit die Wissenschaft möglichst schnell Lösungen entwickeln kann, ist die Verfügbarkeit von Daten entscheidend,“ sagt Matthias Bethge, Professor für Computational Neuroscience und Machine Learning der Universität Tübingen und Co-Direktor des Tübingen AI Center. Sein Spezialgebiet ist es, aus vielen Daten Muster und Zusammenhänge zu erkennen. „Es zählen also die Beiträge jedes Einzelnen. Daher hoffen wir, dass viele Menschen CoroNotes herunterladen und nutzen,“ so Bethge.

    Er betont: „Besonders wichtig ist uns dabei, dass die Nutzer der App keine unnötigen Daten preisgeben, die sie nicht preisgeben möchten.“ CoroNotes wird den strengen Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gerecht. Zum einen erhebt CoroNotes nur Daten von Nutzern, die sich aktiv zum Teilen gewisser Daten entscheiden – Daten werden nicht automatisch erfasst. CoroNotes ist keine Tracking- oder Tracing-App, und erfasst keine Bewegungsprofile oder Kontakte mit anderen Personen. Darüber hinaus bekommen Nutzer bei der Anmeldung ein zufällig ausgewähltes Pseudonym und müssen weder Telefonnummer noch Emailadresse angeben. Damit bleiben sie anonym und die App erhebt ausschließlich die selbst angegebenen Gesundheitsdaten. Nutzer*innen können jederzeit ihre eigenen Daten herunterladen oder nachträglich löschen.

    Die Wissenschaftler*innen teilen diese anonymisierten Daten mit in Europa ansässigen öffentlichen Gesundheitsorganisationen, akademischen Forschungseinrichtungen oder gemeinnützigen Organisationen – wieder unter den strengen Datenschutzrichtlinien der DSGVO. Die Daten dürfen dabei ausschließlich für Forschungs- und Analyseprojekte mit direktem Bezug zu COVID-19 verwendet werden.

    Weitere Informationen zu CoroNotes finden Sie unter: https://coronotes.de

    Die Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie hier: https://coronotes.de/de/faq.html

    Die Forscher des Tübinger AI Centers engagieren sich auch im Rahmen des europäischen Exzellenz-Netzwerks ELLIS (European Laboratory for Learning and Intelligent Systems) für die Bekämpfung von COVID-19: https://ellis.eu/covid-19

  • Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz startet in die nächste Runde

    Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz startet in die nächste Runde

    Die ideale Beschäftigung für Schüler*innen, die wegen der Corona-Pandemie zuhause bleiben müssen: Ab 30. März können Projektideen eingereicht werden. Zusätzlich bietet ein neuer Online-Kurs, der viele wichtige Werkzeuge der Künstlichen Intelligenz vermittelt, eine interessante Abwechslung für Schülerinnen und Schüler, die erst mal nicht wieder in die Schule dürfen.

    Am 30. März geht der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz (BWKI) in die nächste Runde: Schülerinnen und Schüler können ‒ allein oder im Team ‒ Projektideen für Algorithmen einreichen und bis Oktober 2020 an ihren kreativen Lösungen für die Herausforderungen unserer Zukunft arbeiten. Neben vielen attraktiven Preisen gibt es einen Besuch bei der Konferenz AI Con zu gewinnen, ermöglicht durch die Firma Bosch.

    Im BWKI entwickeln Schülerinnen und Schüler Algorithmen mit ökologischem, medizinischem, technischem oder gesellschaftlichem Anwendungspotential. Nach einer hohen Resonanz mit mehr als 2500 Teilnehmenden im Vorjahr, wird der Wettbewerb in diesem Jahr zum zweiten Mal durchgeführt. Die Veranstalter sind das Tübingen AI Center der Universität Tübingen und das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Kooperation mit der Cyber Valley Initiative.

    Der BWKI bietet allen Interessierten ab April die Möglichkeit, über Social-Media-Kanäle (Facebook, Instagram und Twitter) eine sog. Programmier- aufgabe der Woche zu lösen.

    Erstmals gibt es zudem die Möglichkeit, einen umfangreichen KI-Kurs online zu besuchen. In diesem werden die Grundlagen Künstlicher Intelligenz durch Programmier-Tutorials vermittelt und eine Auseinandersetzung mit ethischen Grundfragen angeboten. Abschließend können Teilnehmende sich an einem der Finalisten- Projekte des Vorjahres ausprobieren. Der Kurs eignet sich besonders für Schulen und bietet die Möglichkeit, zukunftsweisende Methoden in den Schulalltag einzubinden. Die Schule mit den meisten und aktivsten Teilnehmenden am KI-Kurs wird im November zur KI-Schule des Jahres ernannt und erhält Bionik-Bildungsbaukästen (bionics4education), gestiftet von der Firma Festo.

    Im November werden die Finalisten zur Preisverleihung an das Max- Planck-Institut für Intelligente Systeme eingeladen. Die nominierten Projekte werden dort einer hochrangigen Jury mit Vertretern aus Page 1

    Wissenschaft, Wirtschaft und Medien vorgestellt. Zu den diesjährigen Jurymitgliedern gehört unter anderem der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar und international bekannte KI-Forscher (https://bw-ki.de/jury). Die Veranstaltung wird wieder durch Fernsehmoderator und Webvideoproduzent Philip Häusser moderiert.

    Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. Die Carl-Zeiss-Stiftung ist Hauptförderer des Wettbewerbs. Weitere Unterstützer sind die Unternehmen Bosch, Amazon, Festo und NVIDIA.

    Informationen und Anmeldung unter https://bw-ki.de und https://ki-kurs.org

    Kontakt:

    Dr. Caroline Schmidt
    Universität Tübingen
    Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz

    Telefon +49 7071 29-70880

    caroline.schmidt@uni-tuebingen.de