User Group: Journalist:innen

  • Cyber Valley Journalist-in-Residence 2023

    Cyber Valley Journalist-in-Residence 2023

    Wie berichten Journalist:innen über aktuelle Entwicklungen in der Forschung zu künstlicher Intelligenz (KI)? Wie können maschinelles Lernen, Computer Vision und andere KI-Anwendungen für den Journalismus genutzt werden? In unserem Journalist-in-Residence-Programm entwickeln Sie Ihre eigenen Antworten im Gespräch mit unseren Forschenden.

    Spätestens mit der Veröffentlichung des Chatbots ChatGPT des Unternehmens Open AI wurde exemplarisch deutlich, welchen Einfluss KI-Technologien auf Textproduktion, Journalismus und Medienwelt haben können. Gleichzeitig schreiten die Gespräche der Europäischen Union zur umfassenden Regulierung der Technologie voran. Wie berichten Journalisten angemessen über künstliche Intelligenz? Und was steckt eigentlich hinter diesem Buzzword? Wie können Redaktionen KI-basierte Tools für sich nutzen?


    Um interessierten Journalist:innen einen Freiraum für eine eigene Recherche und eine freie Projektentwicklung zu bieten, schreibt RHET AI mit Unterstützung der Cyber Valley GmbH ein Journalist-in-Residence Programm aus. Das Programm wird von der VolkswagenStiftung im Tübinger Zentrum für Rhetorische Wissenschaftskommunikationsforschung zur Künstlichen Intelligenz (RHET AI) gefördert. Interessierte freie oder festangestellte Journalist:innen können sich ab jetzt bis zum 15. April für einen drei- bis sechsmonatigen vergüteten Aufenthalt bewerben.

    In dieser Zeit kann der oder die Journalist-in-Residence zu einer selbst gewählten Fragestellung im Austausch mit KI-Forschenden unterschiedlicher Disziplinen recherchieren – komplett unabhängig. RHET AI und Cyber Valley erwartet in dieser Zeit ausdrücklich keine Berichterstattung über KI-Themen oder über die Institutionen.

    Was bieten wir?

    Während des Aufenthalts erhält der oder die Journalist-in-Residence in Hintergrundgesprächen Einführungen in die Grundlagen von maschinellem Lernen, Computer Vision und Robotik und kann sein eigenes Netzwerk zu international renommierten Forschenden im Cyber Valley Ökosystem aufbauen. Wir bieten neben einer exklusiven Betreuung außerdem:

    • Einbettung ins Forschungsteam des RHET AI
    • Einblicke in das Cyber Valley Ökosystem 
    • Freiraum für Kreativität und Reflexion über Methoden, Werkzeuge und KI-gestützten Journalismus 
    • honorierter Werkvertrag 
    • Budget für eigene Veranstaltungen (z. B. Workshops, Expert:innengespräche, Reisen) 
    • Kosten für Unterkunft werden übernommen 

    Wie bewirbt man sich?

    Interessierte können sich bis zum 15. April mit einem Anschreiben, einem Lebenslauf sowie einem Ideenpapier per E-Mail bei Patrick Klügel bewerben. Das zweiseitige Ideenpapier illustriert, welche journalistische Herausforderung während des Aufenthalts mit Blick auf das Thema KI oder mithilfe von KI gelöst werden soll. Auswahlkriterien sind zum einen die journalistische Qualität, Reichweite, zum anderen die Kreativität, Relevanz und Realisierbarkeit der selbstgewählten Recherche- oder Projektaufgabe. Eine unabhängige Jury empfiehlt bis Anfang Mai bis zu zwei Kandidat:innen aus den eingegangenen Bewerbungen für das Programm.

    Das JIR-Programm bietet entweder Platz für zwei Journalist:innen, die jeweils einen dreimonatigen Aufenthalt anstreben, oder ein:e Journalist:in mit einer Aufenthaltsdauer von sechs Monaten. Das erste Zeitfenster für den dreimonatigen Aufenthalt beginnt im Juli, das zweite im Oktober 2023. Weitere Informationen zur Ausschreibung und zum Ablauf des Cyber Valley Journalist-in-Residence-Programms finden Sie in diesem Flyer.

    Ansprechpartner für das JIR-Programm

    Patrick Klügel
    Public Engagement Manager

    Eberhard Karls Universität Tübingen
    Zentrale Verwaltung · Dez. II Abt. 1, Forschungs- und Exzellenzstrategie
    Rümelinstr. 32 · 72070 Tübingen

    Patrick.kluegel@uni-tuebingen.de
    +49 151/74238237

  • KI verstehen & mitgestalten

    KI verstehen & mitgestalten

    Veranstaltungen, Themen und Aktivitäten rund um KI und Public Engagement

    Liebe Leserinnen und Leser,

    dies ist die letzte Ausgabe des Public-Engagement-Newsletters im Jahr 2022. Wenn wir zurückschauen, können wir sagen: Es war ganz schön was los! Wir haben gezählt: An unseren 50 Public-Engagement-Veranstaltungen haben insgesamt über 1.900 Menschen teilgenommen. Zwar waren der Großteil eher Informationsveranstaltungen, aber in immerhin über 30 Prozent der Aktivitäten ging es hauptsächlich um Ihre Einschätzung und die Einbindung Ihrer Expertise.

    Wir finden, das ist ein guter Anfang. Im nächsten Jahr wollen wir aber weitere Gelegenheiten für eine intensivere Zusammenarbeit von KI-Forschenden und Menschen mit nicht-akademischem Wissen aus der Gesellschaft bieten. Kommen Sie gerne auf uns zu, wenn Sie hierzu Wünsche und Vorschläge haben. Wir können Ideen für Sie oder gemeinsam mit Ihnen umsetzen – das ist unsere Aufgabe als Public-Engagement-Manager.

    Die Zusammenarbeit mit Computerlinguist:innen und Expert:innen, die sich mit Sprache und maschinellem Lernen auskennen, sucht unsere neue Cyber Valley Journalist-in-Residence. Bettina Friedrich vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) beschäftigt sich mit der Frage, wie KI genutzt werden kann, um journalistische Archive besser zugänglich zu machen. Sie können dabei sein, wenn sie am 19. Dezember Ihr Vorhaben ausführlich vorstellt.
     
    Viel Spaß beim Lesen, eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Jahresausklang wünschen Ihnen

    Rebecca Beiter und Patrick Klügel

    Berichte und Ankündigungen

    Neue Journalist-in-Residence: MDR-Journalistin Bettina Friedrich

    Wie kann KI sinnvoll eingesetzt werden, um journalistische Archive einfacher zugänglich zu machen? Bettina Friedrich  (MDR) beschäftigt sich während ihres Aufenthalts als Cyber Valley Journalist-in-Residence mit der Nutzung von künstlicher Intelligenz für die journalistische Arbeit. „Journalist:innen stellen viele Fragen. Wichtig sind die Antworten. Um die geht es in meinem Projekt.“
    Wie können „Interviewschätze“ so aufbereitet werden, dass Bild- und Ton-Aufnahmen schneller, zielgerichteter und idealerweise für jede und jeden nachgenutzt werden können? Wie können ganz bestimmte Teile eines Interviews angehört werden – zum Beispiel jene, die in dem fertigen redaktionellen Beitrag nicht verwendet wurden? Friedrich stellt sich und ihr Vorhaben am 19. Dezember 2022 von 12:00–12:45 Uhr in einer Online-Präsentation vor. 
    Zur Anmeldung
      

    Basteln und Programmieren – Bericht aus dem KI-Makerspace

    Roboter? Das können große Maschinen sein, die Autos bauen, oder fahrbare Plattformen, die Material transportieren. Sie können sogar Drinks mixen. Was auf den ersten Blick so einfach aussieht und was uns Menschen so leichtfällt, bedeutet bei Robotern viel Mathematik und Geometrie: die Bewegung eines Körpers. Im KI-Makerspace-Workshop von Hans-Günter Nussek konnten Schüler:innen ganz praktisch lernen, wie man einen Roboter mit „Lernmaschine“ mit Daten füttern, so dass er lernt, wie er seine Motoren bewegen muss, um beispielsweise das Haus vom Nikolaus zu zeichnen.
    Zum ausführlichen Bericht


    Starke Beteiligung am Dialogprojekt „I am a scientist“

    Die Tübinger Doktorandin Kerstin Rau wurde im bundesweiten Chat-Wettbewerb „I am a Scientist“, in dem es um Wissenschaftskommunikation zu KI geht, von den teilnehmenden Schüler:innen zur Gewinnerin gewählt. Im Interview mit „Wissenschaft im Dialog“ gibt sie an, dass sie durch ihren Auftritt bei den Tübinger Science und Innovation Days im Sommer 2022 angeregt wurde, sich stärker für den Austausch von Wissenschaft und Gesellschaft zu engagieren. 
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    Veranstaltungen

    Merken Sie sich gerne schon die ersten Veranstaltungen im neuen Jahr vor.

    Digital im Alter: Online-Frühstück zu KI

    Dienstag, 17. Januar 2023, 10:00–11:00 Uhr, online

    Gemeinsam mit der Fachstelle „Digitale und Soziale Teilhabe im Alter“ der Stadt Stuttgart und dem „Treffpunkt 50+“ veranstaltet Cyber Valley ein digitales Brezelfrühstück für Senior:innen und Interessierte. Cyber Valley Public Engagement Managerin Rebecca Beiter gibt eine interaktive Einführung zum Thema KI und stellt die Cyber Valley Forschung vor. Im Anschluss wollen wir gemeinsam diskutieren: Was soll KI können und was nicht? Welche Szenarien fühlen sich für mich gut an? Die Veranstaltung ist kostenfrei und finden online statt. 
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    „Train the Trainer“: KI im Unterricht. Seminar für Lehrkräfte

    Mittwoch, 8. Februar 2023, 18:00–19:00 Uhr, online

    Wie kann ich mit Schüler:innen über künstliche Intelligenz sprechen und kritisch-ethisch über das Thema reflektieren? Tabea Berberena, vom Lehr- und Lernforums RISING an der Universität Stuttgart, stellt im Seminar die Unterrichtseinheit „Künstliche Intelligenz – was ist das überhaupt und was hat das mit mir zu tun?” vor. Der Kurs ist Teil des Begleitprogramms zur KI-Kunstausstellung „SHIFT“ im Kunstmuseum Stuttgart, kostenfrei und findet online statt.
    Weitere Informationen



    Fundstücke

    Offener Brief für mehr Regulierung

    AlgorithmWatch und 26 andere Organisationen haben die Bundesregierung in einem offenen Brief aufgefordert, sich in den EU-Verhandlungen zur KI-Verordnung gegen die biometrische Überwachung einzusetzen. So steht es auch im Koalitionsvertrag. Bis Anfang Dezember will sich der EU-Rat auf eine gemeinsame Ausrichtung geeinigt haben. Zwar ist das Verbot zur biometrischen Überwachung schon verankert, doch noch birgt es Schlupflöcher, die gefährlich werden können. Deswegen will der offene Brief die deutsche Regierung dazu auffordern, an ihrer Position festzuhalten.

    Zum offenen Brief
      

    Neue Lösung zur Bestimmung des CO2-Fußabdrucks von KI

    Das Start-up Hugging Face hat eine neue Möglichkeit getestet, den CO2-Ausstoß von intelligenten Sprach-Systemen genauer zu bestimmen. Bei dieser Methode werden nicht nur die Emissionen der Trainingsphasen des Systems bestimmt, sondern geschätzt, wie viel das System während seinen ganzen Lebenszyklus verbraucht. Dieser neue Ansatz könnte Unternehmen und Forschenden dabei helfen, den CO2-Fußabdruck von KI-Produkten realistischer einzuschätzen und an effizienteren Lösungen zu arbeiten.
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    Unendliche fiktive Gespräche

    In diesem Jahr feierte der Regisseur Werner Herzog seinen 80. Geburtstag. Nun gibt es eine KI, die eine endlose, fiktive Konversation zwischen Herzog und dem slowenischen Philosophen Slavoj Žižek generiert. Jeden Tag werden neue Gesprächssegmente erstellt, so dass man beim Öffnen der Seite immer einem anderen Teil der Konversation zuhört. Mit dem Projekt wollen die Entwickler:innen unter anderem deutlich machen, wie leistungsfähig maschinelles Lernen mittlerweile ist – und dass mit dieser Technologie auch leicht Deepfakes produziert werden können.
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    Spielpartner:in KI

    Meta hat eine KI entwickelt, die menschliche Spieler:innen in einer Online-Version des Strategiespiels „Diplomacy“ geschlagen hat. In der Vergangenheit waren künstliche Systeme schon erfolgreich in logischen Spielen wie Schach. Bei Diplomacy aber sind andere Kompetenzen gefragt: Es geht darum, miteinander zu kommunizieren, strategische Allianzen zu schließen und Bluffs zu erkennen, um die Kontrolle über eine fiktive Version von Europa zu gewinnen. In Zukunft könnten diese KIs für Bereiche eingesetzt werde, in denen es darum geht, Kompromisse einzugehen, wie beispielsweise beim Umfahren von Staus.
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  • Willkommen, Bettina Friedrich!

    Willkommen, Bettina Friedrich!

    Wie kann künstliche Intelligenz (KI) sinnvoll eingesetzt werden, um journalistische Archive einfacher zugänglich zu machen? Wie können „Interviewschätze“ so aufbereitet werden, dass Bild- und Ton-Aufnahmen schneller, zielgerichteter und idealerweise für jede und jeden nachgenutzt werden können? Wie können ganz bestimmte Teile eines Interviews angehört werden – zum Beispiel jene, die in dem fertigen redaktionellen Beitrag nicht verwendet wurden?

    Bettina Friedrich vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) beschäftigt sich während ihres Aufenthalts als Cyber Valley Journalist-in-Residence mit der Nutzung von künstlicher Intelligenz für die journalistische Arbeit. „Fragen zu stellen, ist Kern von Journalismus“, sagt Friedrich. „Für die Endprodukte wird meist aber nur ein Teil der Antworten verwendet. Verknappen gehört zum Beruf und ist auch wichtig. Aber oft genug bleiben viele Antworten ungenutzt oder sind nach einmaliger Ausstrahlung allenfalls in den Tiefen von Archiven zu finden.“

    Friedrich möchte während ihrer Zeit in Tübingen von Anfang Dezember bis Mitte März 2023 herausfinden, wie man derartige Archivschätze heben und individuell nutzbar machen kann. „Kurz gesagt: Journalist:innen stellen viele Fragen. Wichtig sind die Antworten. Um die geht es in meinem Projekt.“

    Die Journalistin wird sich aber nicht nur damit beschäftigen, wie audiovisuelle Archive mit KI besser nutzbar gemacht werden könnten. Aus ihrem Recherchevorhaben ergibt sich nämlich noch eine weitere Anwendungsmöglichkeit, nicht nur für den Journalismus: Denkbar wäre es, zeitgeschichtliches Wissen mit Hilfe von KI über einen dialogischen Ansatz zur Verfügung zu stellen. Nach dem Motto: „Ich stelle gezielte Fragen und bekomme passgenaue Antworten.“ Die Nutzer:innen einer solchen KI-Anwendung könnten sich auf der Grundlage von breitem Basismaterial, das entweder bereits vorhanden ist oder extra produziert würde, mit Personen aus Geschichte und Zeitgeschehen direkt austauschen und so interaktive Interviews führen, zum Beispiel im Museum.

    Friedrich wird sich und ihr Vorhaben am 19. Dezember 2022 in einer Online-Präsentation von 12:00 Uhr bis 12:45 Uhr vorstellen. Eine Anmeldung zu diesem Meeting ist hier möglich.

    Über Bettina Friedrich:

    Bettina Friedrich arbeitet im Team des Programmdirektors des Mitteldeutschen Rundfunks. Sie hat Journalistik und Slavistik in Leipzig, Zürich und Minsk studiert. Nach einem Volontariat beim ZDF arbeitete sie in verschiedenen Redaktionen des MDR, in der Intendanz und für den Chefredakteur. Während des Studiums wurde sie von der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert. Geboren wurde Friedrich 1982 in Leipzig. Nach der friedlichen Revolution zog die Familie für eine Zeitlang in die USA. Als Jugendliche verbrachte sie ein Jahr in Québec/Kanada. Friedrich ist verheiratet und hat drei Kinder.

    Über das Cyber Valley Journalist-in-Residence-Programm:

    In einem drei- bis sechsmonatigen Aufenthalt beschäftigt sich ein:e für dieses Programm freigestellte Wissenschaftsjournalistin bzw. Wissenschaftsjournalist damit, wie KI-Anwendungen sinnvoll für guten Journalismus genutzt werden können. Oder wie Journalist:innen angemessen und evidenz-basiert über die Technologien hinter dem Schlagwort „künstliche Intelligenz“ berichten können. Die von einer unabhängigen Jury ausgewählte Journalistin bzw. der ausgewählte Journalist bestimmt Thema und Fragestellung selbst. Das Programm ist eine Kooperation mit dem Zentrum für Rhetorische Wissenschaftskommunikationsforschung zu künstlicher Intelligenz (RHET AI Center). Es wird von der VolkswagenStiftung gefördert.

  • Petra Olschowski zu Gast an der Uni Stuttgart

    Petra Olschowski zu Gast an der Uni Stuttgart

    Zurück an ihrer Alma Mater: Baden-Württembergs neue Wissenschaftsministerin Petra Olschowski hat am Donnerstag (17. November 2022) die Universität Stuttgart besucht. Neben der Besichtigung des Höchstleistungsrechenzentrums Stuttgart (HLRS) und der ARENA2036 stand auch der Austausch mit Studierenden auf dem Programm. Zudem erhielt sie einen Einblick in die beiden Exzellenzcluster „Data-Integrated Simulation Science“ und „Integrative Computational Design and Construction for Architecture“.

    Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, sagte: „Was mir heute an meiner Alma Mater präsentiert wurde, war sehr beeindruckend und ein Beispiel für das, wofür die Universität Stuttgart steht: Spitzenforschung, Supercomputing mit internationaler Sichtbarkeit und Industriekooperationen, die schon im Studium beginnen. Beeindruckt hat mich die Demonstration im Höchstleistungsrechenzentrum, das für Baden-Württemberg als digitale Leitregion einer der Leuchttürme schlechthin ist. Die dortige Klimasimulation hat gezeigt: Digitalisierung kann und wird uns dabei helfen, die Folgen des menschengemachten Klimawandels besser antizipieren und auf sie reagieren zu können.“

    „Wir freuen uns, dass uns Ministerin Petra Olschowski an ihrer Alma Mater besucht hat. Wie sich seit ihrem Studium der Kunstgeschichte und Germanistik die Universität Stuttgart entwickelt hat, haben wir ihr aufgezeigt und mit ihr diskutiert. Als eine der führenden technisch orientierten Universitäten mit internationaler Spitzenforschung finden wir wichtige Antworten auf den aktuellen Transformationsprozess in Wirtschaft, Gesellschaft und Hochschule, der insbesondere für die Zukunft des technologiestarken Landes Baden-Württemberg eine hohe Bedeutung hat“, sagte Professor Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart.

    Während ihres Antrittsbesuchs erhielt Ministerin Olschowski Einblicke in die beiden laufenden Exzellenzcluster. „Daten-integrierte Simulationswissenschaft” zielt angesichts der vielen Daten, die heute aus verschiedenen Quellen zur Verfügung stehen, auf eine neue Klasse von Modellierungs- und Berechnungsmethoden ab. Der Exzellenzcluster „Integrative Computational Design and Construction for Architecture“ setzt auf das volle Potenzial digitaler Technologien, um das Planen und Bauen neu zu denken und durch einen systematischen, ganzheitlichen und integrativen computerbasierten Ansatz wegweisende Innovationen für das Bauschaffen zu ermöglichen.

    Supercomputer Hawk im HRLS

    Im Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) besichtigte die Ministerin den Supercomputer Hawk, einen der schnellsten Höchstleistungsrechner der Welt. Hawk ist für die Bereitstellung großer Rechenleistungen für komplexe Simulationen optimiert. In Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung hat beispielsweise eine Simulation regelmäßig die deutschlandweite Auslastung der Intensivstationen aufgrund der Corona-Pandemie vorhergesagt. Dafür wurde das HLRS mit dem Hyperion HPC Innovation Award ausgezeichnet. Gerade in Krisensituationen ist es notwendig, schnell mit Hilfe von Simulationen eine politische Entscheidung zu unterstützen. Hierfür schaffen Expert:innen des HLRS Konzepte, um schnell und effizient ihre Höchstleistungsrechnerinfrastruktur einsetzen zu können.

    In der sogenannten CAVE im HLRS tauchte Ministerin Olschowski in eine Virtual-Reality-Welt ab. Im Kubus der CAVE können Nutzer:innen mit einer 3D-Brille komplexe Datensätze und Simulationen betrachten und mit ihnen interagieren. Die Wissenschaftler:innen zeigten der Ministerin eine aktuelle Klimasimulation, die globale Effekte sichtbar macht, sowie Simulationen eines Oberschenkelhals-Implantats, die Rückschlüsse auf dessen Eignung für den Patienten zulassen. Im Rahmen einer Kooperation mit der Staatsoper und dem Staatstheater in Stuttgart sowie dem Schlosstheater in Ludwigsburg ermöglichen digitale Zwillinge, virtuelle Bühnenbilder in der CAVE zu erkunden.

    ARENA2036: Universität und Industrie unter einem Dach

    In der ARENA2036 erhielt Ministerin Olschowski Einblicke in den Forschungscampus, in dem Wissenschaftler:innen der Universität Stuttgart gemeinsam mit Expert:innen aus der Industrie an wichtigen Zukunftsthemen wie Arbeit, Mobilität und Produktion im Kontext der Digitalisierung forschen. Schwerpunkte liegen auch auf Entrepreneurship und studentischer Beteiligung in Forschungsprojekten. Das studentische Team der CreatorBox2036 präsentierte sein vollautomatisiertes 3D-Druck-System, das jede und jeder in der ARENA2036 nutzen kann. Über eine Website können Druckaufträge eingereicht werden, die Produktion wird dann vollautomatisch auf einem freien 3D-Drucker gestartet. Eine weitere Station war die Design Factory Stuttgart: Eine offene Learning-by-Doing-Plattform für Industriepartner und Studierende, um innovatives Potenzial zu stärken. Dazu werden Lernformate und Workshops angeboten, die das Ziel haben, organisationsübergreifend neue Innovationsmethoden und Formate kennenzulernen.

    Vor Ort unterhielt sich Ministerin Olschowski sowohl mit Studierenden der Studierendenvertretung stuvus als auch mit Studierenden, die an der School for Talents teilnehmen, ein Angebot der Universität Stuttgart für leistungsstarke Studierende. Dort können sie sich überfachlich engagieren und interdisziplinäre Projekte entwickeln und umsetzen. So wird der Stuttgarter Weg, der Leitgedanke vernetzter Fachdisziplinen, an der Universität Stuttgart bereits im Studium gelebt. Im vergangenen Semester haben die Studierenden zum Beispiel eigeninitiierte Projekte zu Künstlicher Intelligenz und Wissenschaftskommunikation im Rahmen von Cyber Valley, Europas größtem KI-Forschungskonsortium, umgesetzt.

    Medienkontakt:

    Hochschul­kommunikation Universität Stuttgart
    +49 711 685 82211
    hkom@uni-stuttgart.de

  • Ein realistischeres Bild der Möglichkeiten von KI

    Ein realistischeres Bild der Möglichkeiten von KI

    Read the full interview in German below.

    Denn, so das Fazit der Cyber Valley Journalist-in-Residence: KI bietet sich für den Einsatz im Pandemiemanagement noch nicht ohne Weiteres an, da muss es nämlich in der Regel sehr schnell gehen. Kooperationsprojekte zwischen Machine Learning Expert:innen und Mediziner:innen aufzusetzen, braucht aber genügend Personal und viel Zeit. Notwendige Voraussetzungen wären außerdem eine bessere Datenverfügbarkeit und ein realistischeres Erwartungsmanagement. Aus ihren Gesprächen hat sie einige Empfehlungen für das Feld zusammengefasst.

    1. Datenverfügbarkeit verbessern

    In Deutschland werden elektronische Daten von Patient:innen seltener genutzt als in anderen europäischen Ländern. Es fehlt eine übergreifende Strategie zum Datenmanagement, um zum Beispiel große Mengen Bilddaten für Mediziner:innen und KI-Forschende zugänglich zu machen. Zuverlässige und robuste Machine-Learning-Anwendungen müssen in der Regel mit großen Datensätzen von guter Qualität trainiert werden.

    Das müsste geschehen:

    • Standardisierte Erfassung von medizinischen Befunden
    • Konsequente Digitalisierung der Befunde
    • Zentrale datenschutzkonforme Sammlung von Daten sowie Zugang für Forschende

    2. Interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern

    Mediziner:innen und KI-Expert:innen haben noch zu wenige Kontaktpunkte und zu wenig interdisziplinäre Einblicke. Oft ist unklar, welche medizinischen Fragen sich eigentlich mithilfe von Machine Learning beantworten lassen. Die wenigen Leuchtturm-Projekte zeigen, wie aufwändig solche Kooperationen im Moment noch sind.

    Das müsste geschehen:

    • Leitungspersonal sollte Zeit und Ressourcen einplanen
    • Kontaktpunkte und Anlaufstellen für Forschende und Mediziner:innen schaffen und institutionalisieren
    • Mehr Anreize für Interdisziplinarität im Wissenschaftssystem

    3. Erwartungen und Kommunikation managen

    Nicht nur die Öffentlichkeit hat ein unklares Bild von künstlicher Intelligenz. Auch in der Medizin fehlen in der Ausbildung und im Berufsalltag Berührungspunkte. Die Auseinandersetzung mit einem realistischen Bild der Möglichkeiten und Grenzen von KI ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

    Das müsste geschehen:

    • Sinnvolle Forschungsfragen von vorneherein gemeinsam erarbeiten
    • Früh Qualität und Umfang geeigneter strukturierter Daten zur Beantwortung prüfen
    • Ergebnisse interpretieren und kritisch hinterfragen

    Die realistischere Darstellung von Risiken, Chancen und aktuellen, teilweise sehr banalen Hürden beim Einsatz von KI für medizinische Anwendungen könne helfen, eine Einarbeitung in die echten Herausforderungen zu erleichtern, schließt Julia Merlot. Für Journalist:innen bietet genau dafür das Cyber Valley Journalist-in-Residence Programm den nötigen Freiraum. Die nächste Ausschreibung für interessierte Journalist:innen startet Ende Oktober 2022.

  • Grundstein für Cyber Valley Neubau gelegt

    Grundstein für Cyber Valley Neubau gelegt

    “Cutting-edge research is part of our country’s DNA,” said Finance Minister Dr. Danyal Bayaz. “We are creating an innovative building for innovative technologies in the field of artificial intelligence. We want to tap sources of future prosperity. Cyber Valley is a great example of that.”

    Science State Secretary Petra Olschowski added: “Excellent research on artificial intelligence will take place in the new Cyber Valley building. And the Cyber Valley ecosystem is growing and thriving – more and more AI activities are being added. The new building will provide the much-needed space to accommodate these initiatives. In the Cyber Valley I research building, AI scientists from the University of Tübingen and the Max Planck Institute for Intelligent Systems will interact with Cyber Valley business partners, junior groups and startups – an inspiring coexistence of young talents and experienced researchers. The research topics cover a broad spectrum in the fields of machine learning, computer vision and robotics.”

    Construction work on the new Cyber Valley I building, located on the western edge of the “Science and Technology Park,” began back in January. This will be the first time that Cyber Valley on the “Obere Viehweide” in Tübingen will have purpose-built space to provide a home for artificial intelligence (AI) research. The new building will be available to part of the university’s computer science department and the research groups of Cyber Valley, a consortium of science and business. The building will house approximately 7,000 square meters of office space, laboratories, lecture halls, seminar rooms and a conference area, among other facilities. Large accessible experimental laboratories are located at ground level.

    The five-story new building will form a building ensemble with the planned second construction phase and a common open-air area. The new building is a prelude to the targeted expansion of the Cyber Valley innovation campus, which celebrated its successful fifth anniversary in December 2021. Planning for the next two construction phases is already underway.

    The state is investing around 55.8 million euros in the new building. The building is scheduled to be ready by the end of 2024.


    Mayor Boris Palmer, State Secretary Petra Olschowski, Finance Minister Dr. Danyal Bayaz, Prof. Bernhard Schölkopf, Prof. Bernd Engler, Andreas Hölting (Head of the Property and Construction Office; from left) © Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

    “In recent years, Cyber Valley has developed into one of the world’s most important research locations for artificial intelligence,” said Professor Bernd Engler, President of the University of Tübingen. “This impressive development is the result of a tremendous effort on the part of the scientists involved, but also of the consistent commitment of the state and federal governments, the companies involved and private donors such as the couple Hans-Werner and Josephine Hector.” In the coming years, he said, the network will have to enter a phase of stabilization and further expansion. “The construction of the first of a total of three Cyber Valley buildings, which is now beginning, will make a significant contribution to this.”

    “Artificial intelligence is changing our world. We founded Cyber Valley to actively shape this change from us in Baden-Württemberg, Germany and Europe,” said Prof. Bernhard Schölkopf, Director at the Max Planck Institute for Intelligent Systems. “The new buildings will provide excellent research conditions to further deepen our work both regionally in Cyber Valley and internationally in ELLIS. I thank all those who have worked with foresight to make this happen.”


    Further information:

    Sustainability and resource efficiency are high priorities at the new Cyber Valley campus. For example, extensive use of renewable energy and high energy efficiency are important features of the new Cyber Valley I building, which will feature an extensive green roof and a photovoltaic system. The electricity from the roof and facade photovoltaics will benefit the building’s own power supply.

    In addition to the new Cyber Valley I building, which was approved in 2016, the overall concept for the Tübingen site includes two more new buildings for the Cyber Valley Campus. With the two new buildings Cyber Valley II and III, a total of around 14,800 square meters of additional top AI research space will be created on the campus of the University of Tübingen.

    The AI innovation campus Cyber Valley is a research focus for artificial intelligence and intelligent systems that is unique in Europe. Founded in 2016 in the Stuttgart-Tübingen region, the artificial intelligence research consortium connects partners from politics, business and science.

    Note to editors:

    A visualization of Cyber Valley I can be downloaded from the Ministry of Finance’s media library and used free of charge for editorial purposes with photo credit. Photos of the event can be downloaded here and used free of charge for editorial purposes with the photo credit “Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen”.