User Group: Gesellschaft

  • KI-Cube von Cyber Valley Start-up Colugo in Potsdam

    KI-Cube von Cyber Valley Start-up Colugo in Potsdam

    Anlässlich des 30. Jahrestages der Wiedervereinigung beginnt am Wochenende in Potsdam die EinheitsEXPO unter dem Motto „30 Jahre – 30 Tage – 30 x Deutschland“. Ein vom Tübinger Unternehmen Colugo, Mitglied im Cyber Valley Start-up Network, für das Land Baden-Württemberg gestalteter Ausstellungskubus ist dort bis zum 4. Oktober 2020 für Besucherinnen und Besucher zu bestaunen.

    Eigentlich wäre Potsdam dieses Jahr Schauplatz eines Bürgerfestes geworden, um das Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung zu feiern. Aufgrund der COVID-19-Pandemie verwandelt sich ein Teil der Innenstadt nun stattdessen in eine weiträumige Ausstellung unter freiem Himmel. Die Partner der Bundesländer, aus den Verfassungsorganen und weitere stellen sich jeweils auf 30 Quadratmetern im innerstädtischen Raum dar – entweder mit Installationen, anderen Aufbauten oder einem sogenannten City-Cube, einem rundum verglasten Container.

    Der Cube von Baden-Württemberg empfängt die Besucherinnen und Besucher mit der Kunstinstallation Grenzauflösung der Gruppe Lunar Ring, dem Künstlerkollektiv des Tübinger Start-ups Colugo. Auf einer großen Videowand auf der Vorderseite des Cube wird der kreative Prozess neuronaler Netzwerke erfahrbar. KI interpretiert das Geschehen vor dem Kubus in Echtzeit künstlerisch neu und ermöglicht es den Betrachterinnen und Betrachtern, sich aktiv einzubringen. Die drei anderen Seiten des Kubus liefern mit ihren einordnenden Texte Hintergrundinformationen rund um KI und die Attraktivität Baden-Württembergs als KI-Hotspot.

    Zusätzlich gibt es auf der Informationsplattform kreative-ki.de die Möglichkeit, die Interaktion und die Interpretation der KI auch bundesweit im Livestream zu verfolgen. Die Webseite beleuchtet zudem gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen von KI und wird in Kooperation mit der Cyber Valley-Initiative inhaltlich gestaltet. Die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Auswirkungen, die durch intelligente Systeme entstehen, sind ein zentrales Anliegen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Cyber Valley-Initiative. Das Cyber Valley-Start-up Colugo möchte mit seinen Kunstprojekten den Dialog mit der Gesellschaft zu Themen rund um KI erleichtern.

    „Ohne unser Interesse für die ästhetischen Aspekte von KI hätten wir manche Geschäftslösung nicht entdeckt. Die neuen Ansätze in den Unternehmen inspirieren uns wiederum in der Kunst. Es ist eine wunderbare Symbiose, die den komplexen KI-Begriff für den Menschen erleb- und begreifbar macht“, sagt Colugo-Geschäftsführer Dr. Johannes Stelzer.

  • Christoph Keplinger als neuer Direktor an das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme berufen

    Christoph Keplinger als neuer Direktor an das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme berufen

    Keplingers Forschungsschwerpunkt sind neuartige Materialien und Komponenten, die den Bau von Robotern grundlegend verändern. Er gilt als Pionier auf dem Gebiet der bio-inspirierten Soft-Robotik, als Rising Star im Forschungsgebiet der Robotik und Materialwissenschaft. Als Direktor leitet er fortan die neu gegründete Abteilung Robotik-Materialien. Keplinger wird die zukünftige Entwicklung des Instituts sowie die Exzellenz innerhalb des Cyber Valleys – Europas größtem Forschungskonsortium auf dem Gebiet der KI – maßgeblich prägen.

    Stuttgart – Christoph Keplinger wurde von der Max-Planck-Gesellschaft zum Direktor am Stuttgarter Standort des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme (MPI-IS) ernannt. Er leitet fortan die Abteilung „Robotik-Materialien“. Seine Forschung konzentriert sich auf Soft-Robotik, Funktionspolymere und auf Energiegewinnung – drei miteinander verbundene Schwerpunkte, die für die Erforschung neuartiger Robotik-Materialien maßgeblich sind, da sie die Bauelemente liefern für die intelligenten Systeme der Zukunft.

    Keplinger wechselt an das MPI-IS von der University of Colorado Boulder in den USA, wo er Assistenzprofessor für Maschinenbau war, ein Fellow des Programms für Materialwissenschaften und Ingenieurwesen, und eine Stiftungsprofessur innehatte als Mollenkopf-Faculty Fellow. Seinen Doktortitel (Dr. techn.) in Physik erwarb er an der Johannes Kepler Universität Linz in Österreich, als Postdoktorand forschte er an der Harvard University in den USA. Außerhalb des akademischen Bereichs war er 2018 Mitgründer des Start-ups Artimus Robotics, dessen Chief Scientist er ist.

    Parallel zu seinem Angebot, Direktor am MPI-IS zu werden, wurde Keplinger auch für eine Alexander von Humboldt-Professur an der TU Dresden im Jahr 2021 ausgewählt. Während des Verhandlungsprozesses lehnte er diese prestigeträchtige Ernennung ab, um sich vollständig auf seine Aktivitäten am MPI-IS konzentrieren zu können.

    „Ich fühle mich geehrt, dass die Max-Planck-Gesellschaft ihr Vertrauen in mich setzt“, sagt Christoph Keplinger. „Ich bin begeistert von der Aussicht auf echte akademische Freiheit, auf Neugier-getriebene Forschung und bin dankbar für die großzügige, langfristige Finanzierung, die mit der Ernennung zum Direktor einhergeht. Für mich ist es der größte Schritt in meiner Karriere, eine einmalige Möglichkeit, viele spannende wissenschaftliche Themen anzugehen mit einem Maß an kreativem Output, wie er anderswo so nicht möglich wäre. Hier kann ich eine große, weltweit führende Forschungsgruppe auf dem Gebiet der Robotik-Materialien aufbauen, die materialwissenschaftliche Fragen der Robotik mit Hilfe von Konzepten der Physik und Chemie beantwortet, wofür es viele Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit anderen Gruppen auf dem Stuttgarter Campus gibt . Zugleich kann ich an neuartigen Designs von Robotern arbeiten, die auf intelligenten Werkstoffsystemen basieren und auf den rasch wachsenden Werkzeugkasten im Bereichen Lernen und Wahrnehmung zurückgreifen, der auf dem Tübinger Campus entwickelt wird. Auf diese Weise können mein Team und ich nicht nur neue Materialien erfinden, sondern diese auch auf komplexen Robotersystemen erproben, die die neuesten Entdeckungen des Maschinellen Lernens nutzen und so ein hochmodernes Forschungsökosystem schaffen, das den Stand des Wissens rasch voranbringen wird.“

    „Ich bin mehr als glücklich darüber, Christoph Keplinger als neuen Direktor an unserem Institut begrüßen zu dürfen“, sagt Katherine J. Kuchenbecker, die die Abteilung für Haptische Intelligenz leitet und derzeit geschäftsführende Direktorin des MPI-IS ist. „Christoph hat seine erste Fakultätsstelle erst vor fünf Jahren angetreten, zeigt aber eine bemerkenswerte Reife als Wissenschaftler, als Mentor und als Führungskraft. Ich kann es kaum abwarten, die grundlegenden Erkenntnisse und klugen Innovationen zu sehen, die er und sein Team in den kommenden Jahrzehnten hier in Stuttgart erschaffen werden.“

    „Christoph Keplinger ist ein bemerkenswert kreativer und vielseitiger Wissenschaftler und eine ausgewiesene Führungspersönlichkeit auf dem Gebiet neuartiger Robotik-Materialien“, sagt Metin Sitti, der die Abteilung für Physische Intelligenz am MPI-IS leitet. „Er hat schon zu Beginn seiner jungen Karriere internationale Anerkennung und einen Ruf für wissenschaftliche Exzellenz erlangt, mit mehreren äußerst einflussreichen Publikationen zu Schlüsselthemen der Robotik und Materialwissenschaft, die für die Zukunft intelligenter Systeme entscheidend sind.“

    Die Grenzen verschieben, wie Roboter gebaut werden

    Roboter werden meist aus festen Bauteilen konstruiert, angetrieben durch Elektromotoren aus Metall, was sie schwer macht, beim Einsatz mit Menschen riskant, teuer und oft ungeeignet für unwägbares Terrain. Im Gegensatz dazu macht die Natur ausgiebig Gebrauch von weichen Materialien wie Muskeln und Haut. In der Natur gibt es zahlreiche Organismen, die Roboter in Bezug auf Beweglichkeit, Geschicklichkeit und Anpassungsfähigkeit drastisch übertreffen. Christoph Keplingers Forschung zielt darauf ab, die derzeitigen Grenzen der Hardware, die beim Bau von Robotern zum Einsatz kommt, grundlegend zu verschieben. Er verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der Erkenntnisse aus der Chemie und Physik der weichen Materie mit fortschrittlichen Ingenieurtechniken verbindet, um so Robotik-Materialien zu entwickeln, die nicht nur die Schaffung intelligenter Maschinen ermöglichen, sondern auch die erstaunlichen Fähigkeiten natürlicher Organismen nachahmen.

    Die neue Abteilung „Robotik-Materialien“ am MPI-IS in Stuttgart

    Bezüglich Keplingers erstem Forschungsschwerpunkt, der Soft-Robotik, ist ein zentrales Forschungsthema die Entwicklung neuer Antriebssysteme, oder Aktuatoren – eine Schlüsselkomponente aller Robotersysteme –, die Muskeln ähneln. Muskeln sind ein Meisterwerk der Evolution: sie glänzen mit einer ausgesprochen breiten und ausgewogenen Palette an Leistungsmerkmalen, können nach einer Verletzung heilen und arbeiten auf intelligente Weise mit Sinnesorganen zusammen. Die Anwendungsbereiche der Soft-Robotik reichen von der Automation industrieller Prozesse über medizinische Robotik (Stichwort Exoskelette) bis hin zu neuartigen Mensch-Maschine-Schnittstellen.

    Ein zweites Forschungsthema sind Funktionspolymere mit außergewöhnlichen Eigenschaften: sie können Strom leiten und sind gleichzeitig dehnbar, transparent, biologisch abbaubar und können sich nach einer Beschädigung selbst heilen – alles Schlüsselmerkmale zukünftiger biologisch-inspirierter Robotersysteme.

    Ein dritter Schwerpunkt ist die Erforschung neuer Prinzipien der Energiegewinnung, die es ermöglichen, intelligente autonome Systeme mit Strom zu versorgen und – in größerem

    Maßstab betrachtet – nachhaltige Lösungen für die Nutzung von Abwärme aus industriellen Prozessen zu entwickeln oder ungenutzte erneuerbare Energiequellen wie Meereswellen erschließbar zu machen.

    „Mit Blick auf meine zukünftige Karriere hier in Stuttgart ist es mein langfristiges Ziel, die Grenzen dahingehend zu verschieben, wie komplexe intelligente Maschinen gebaut werden, die mit den Fähigkeiten der in der Natur vorkommenden Organismen konkurrieren oder sie sogar übertreffen. Ich persönlich schöpfe eine Menge Energie und Kraft aus der Vorstellung der zahlreichen praktischen Anwendungen, die von dem in meinem Labor generierten Wissen inspirieren sein werden. Meine Forschung wird sich auf mehrere Bereiche, die direkt mit der Lebensqualität der Menschen zusammenhängen, auswirken, darunter z.B. das Altern. Tragbare oder mit dem Körper verbundene Soft-Robotik Bauteile werden es älteren Menschen ermöglichen, länger mobil und selbständig zu bleiben. Und auch einige Anwendungen in der medizinischen Robotik sind meine Vision. Unsere Forschung wird es auch ermöglichen, Aufgaben im Haushalt zu automatisieren sowie Haushaltsroboter auf der Grundlage kostengünstiger und anpassungsfähiger Robotik-Materialien zu entwickeln. Ein weiterer wichtiger Aspekt, an dem wir arbeiten werden, ist die Entwicklung intelligenter Materialsysteme, um Energie zu gewinnen. Neue Prinzipien der Energiegewinnung werden bisher ungenutzte Quellen erneuerbarer Energie wirtschaftlich tragfähig machen.“

    „Ich erwähne die aufregenden praktischen Anwendungen, die durch meine Forschung ermöglicht werden, denn ich bin mir der Verantwortung voll bewusst, die mit der Verfügung über eine große Menge öffentlicher Mittel verbunden ist. Als Direktor werde ich kontinuierlich danach streben, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, indem ich Wissen schaffe, Wohlstand durch Innovationen und die Gründung von Start-up-Unternehmen voranbringe, die nächste Generation aufstrebender Wissenschaftler inspiriere und betreue und die Öffentlichkeit an unserem wissenschaftlichen Fortschritt teilhaben lasse. Ich hoffe, dass viele junge Menschen mit diversen Hintergründen mein Team und mich auf dieser spannenden Reise begleiten und durch die Entwicklung neuer, von der Natur inspirierter Konzepte die Zukunft der Robotik mitgestalten werden.“

    Mit dem Schwerpunkt auf Robotik-Materialien ergänzt und erweitert Christoph Keplinger das Forschungsspektrum des MPI-IS perfekt. Mit Standorten in Tübingen und Stuttgart verbindet das MPI-IS interdisziplinäre Spitzenforschung im wachsenden Forschungsgebiet der intelligenten Systeme unter einem Dach. Der Stuttgarter Standort konzentriert sich insbesondere auf die Erforschung physikalisch intelligenter Systeme wie Mensch, Roboter und Tier. Die Abteilung für Haptische Intelligenz unter Leitung von Katherine J. Kuchenbecker beschäftigt sich mit der Interaktion von Roboter und Menschen über den Tastsinn. Die Abteilung für Physische Intelligenz unter der Leitung von Metin Sitti hat zum Ziel, die Prinzipien von Design, Fortbewegung, Wahrnehmung, Lernen und Steuerung von kleinen mobilen Robotern aus intelligenten und weichen Materialien zu verstehen. Die beiden Abteilungen werden durch Forschungsgruppen ergänzt, die sich auf die Biomechanik und Neurokontrolle von Laufrobotern, die Wechselwirkung optischer, elektrischer und magnetischer Felder mit Materie auf kleinen Längenskalen sowie auf die Forschung an der Schnittstelle von Biologie und Robotik konzentrieren und die morphologischen Anpassungen natürlicher Systeme zur Erzielung einer robusten Fortbewegung erforschen.

    Die Region Stuttgart ist für Christoph Keplinger ein idealer Ort, um seine Karriere voranzutreiben. Mehrere Forschungszentren der Universität Stuttgart und die beiden Fraunhofer-Institute IPA und IAO befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Stuttgarter Standort des MPI-IS. Die akademischen Einrichtungen sind von mehreren der weltweit führenden Industrieunternehmen umgeben und bilden Europas größtes Ökosystem im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI): Cyber Valley, gegründet 2016, mit Partnern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Partnerschaft stärkt die Forschung und Lehre in den Bereichen Maschinelles Lernen, Computer Vision und Robotik sowie die Verbindungen zwischen diesen Bereichen. „Ja, das ist eine Sache, zu deren Stärkung ich beitragen möchte: die Bemühungen von Cyber Valley im Bereich der Robotik. Es gibt bereits einen starken Fokus auf Informatik und KI, den Bereich Materialien und Robotik möchte ich maßgeblich erweitern und stärken. Ich werde mich kontinuierlich bemühen, die enge Verzahnung der Grundlagenforschung und die Entwicklung neuer Anwendungen voranzubringen“, sagt Keplinger.

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    Christoph Keplinger ist Österreicher und 36 Jahre alt. Bevor er der Max-Planck-Gesellschaft als Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (MPI-IS) beitrat, war er Assistenzprofessor für Maschinenbau und Fellow of the Materials Science and Engineering Program an der University of Colorado Boulder in den USA, wo er auch eine Stiftungsprofessur als Mollenkopf Faculty Fellow innehatte. Vor seiner Tätigkeit an der CU Boulder forschte er als Postdoktorand in Mechanik und Chemie an der Harvard University in den USA, und er promovierte in Physik an der Johannes Kepler Universität Linz in Österreich.

    Seine Forschungsarbeiten wurden in führenden Fachzeitschriften wie Science, Science Robotics, PNAS, Advanced Materials und Nature Chemistry veröffentlicht und in populären Medien wie National Geographic und auf TED.com gefeatured.

    Im November 2018 war er Mitbegründer von Artimus Robotics, einem Spin-Out, das seine in der Keplinger-Forschungsgruppe erfundene HASEL-Technologie für künstliche Muskeln kommerzialisiert. Seitdem ist er der Chief Scientist von Artimus.

    Dr. Keplinger hat in seiner jungen Karriere viele Preise gewonnen. Im Jahr 2019 erhielt er den Young Scientist Award auf der Internationalen Konferenz über aktive Materialien und weiche Mechatronik, AMSM, für seine „sehr bedeutenden Beiträge auf dem Gebiet der weichen Sensoren, Aktoren und Robotik“. Im Jahr 2017 erhielt er die Packard Fellowship for Science and Engineering, eine der angesehensten Auszeichnungen, die an Nachwuchswissenschaftler vergeben wird; diese Auszeichnung bietet eine Finanzierung über 5 Jahre, „um in großen Dimensionen zu denken und komplexe Themen mit einer neuen Perspektive zu betrachten“. Im Jahr 2013 erhielt er den EAPromising European Researcher Award vom European Scientific Network for Artificial Muscles, und im Jahr 2012 erhielt er sowohl den Loschmidt-Preis der Chemisch-Physikalischen Gesellschaft Österreichs als auch den Erwin-Wenzl-Preis für seine herausragende Dissertation; 2011 erhielt er den Award of Excellence des österreichischen Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung.

  • From picking up a cube to writing with a pen – learning dexterous manipulation skills on real-world robotic systems

    From picking up a cube to writing with a pen – learning dexterous manipulation skills on real-world robotic systems

    Tübingen – On August 3, the Max Planck Institute for Intelligent Systems (MPI-IS) in Tübingen, Germany, will launch the first global real-world robotics manipulation challenge in the cloud. The robotics challenge aims to democratize research by giving researchers around the globe access to advanced robotic systems. Until now, this access has generally been limited to top academic and industrial labs in the US, Europe, and Japan.


    “We hope that this competition will lead to a more inclusive robotic learning community, foster exchange across academic and industry labs, and spark cooperation,” says Stefan Bauer, a research group leader in the Empirical Inference Department at the MPI-IS. “But we also want to create a benchmark to know what algorithm works best. We can collect much more data than what is possible in individual labs, as we have standardized tasks on a standardized platform.” Manuel Wüthrich, who is also part of the challenge’s organizing team, adds: “Since the robotic systems run around the clock, they generate enough data to actually use deep learning.”


    The robotic platform resembles a hand with three fingers. It is surrounded by three cameras that provide images to measure the results. Several identical robotic platforms have been set up around the robotic lab at the MPI-IS in Tübingen to run the learning algorithms the participating teams submit. Participants can execute their algorithms remotely thanks to a convenient and simple interface. Each team will have a budget of more than 100 real robot hours on one of the high-performing robotic platforms, without any restrictions on the algorithms they execute.


    The challenge comprises three stages. First, participants familiarize themselves with the overall setup and aim to solve a task in a physical simulator. Next, they solve simple real-world tasks: specifically, they are required to train the robot to pick up an object and perform in-hand manipulation with a cube. In the final stage, the robot has to pick up a pen and write a short phrase like “I won!”.


    To achieve these tasks, participants need to design advanced control or reinforcement learning algorithms. “We want to see the extent to which the teams are able to tune their algorithms to fulfill these very difficult tasks. Using a learning-based algorithm for writing with a pen can probably be considered a breakthrough in robotic manipulation,” says Wüthrich.


    “For the first time, we can benchmark all these algorithms on real robots, making them comparable,” says Bauer. “Before, this kind of benchmarking was done mainly in simulation. There is no noise or friction, and contacts are simplified, which makes very impressive results in simulation possible. However, these insights do not typically translate to real robots, in particular for tasks that involve contact and complex interactions with the environment.” Wüthrich adds: “Now, a relatively large number of people who previously didn’t have access to such an advanced robotic platform are able to participate. While some top-notch universities may have extraordinarily good and advanced robots, for most researchers, it is very difficult to gain access to real robotic systems. It is very costly in terms of time and money. Our goal is thus to give a greater number of people  access and an opportunity  to achieve impressive manipulation results.”


    The Real Robotic Challenge will run for 16 weeks. Ultimately, it will help advance the state of the art in dexterous manipulation, which has myriad applications. These include, for instance, construction, cleaning, patient and elder care, agriculture, and product assembly.


    Twitter: @robo_challenge #RoboChallenge

    https://real-robot-challenge.com/

    The robot hand lifts an object and twists it around.

    Several objects make this task more difficult.

    Grabbing a pen is one thing….

    ….but actually writing with it quite another.

    Several completely identical setups are waiting for algorithms to run on them.

  • „Tübingen ist perfektes Umfeld für unsere Arbeit“

    „Tübingen ist perfektes Umfeld für unsere Arbeit“

    Peter Dayan ist einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der theoretischen und experimentellen Neurowissenschaft. Dayan, 54, ist geschäftsführender Direktor am Tübinger Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik und hält eine Humboldt-Professur, den höchst dotierten Forschungspreis Deutschlands, im Fachbereich Informatik an der Universität Tübingen. Seit langem befasst er sich mit Fragestellungen an der Schnittstelle von Neurowissenschaft, Medizin und Maschinellem Lernen und gilt auch als Pionier auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz. Im Interview beschreibt Dayan unter anderem seine Faszination für dieses Fachgebiet und wie er sich in Tübingen eingelebt hat.

    Herr Professor Dayan, vor etwa eineinhalb Jahren sind Sie nach Tübingen gezogen. Haben Sie sich gut eingelebt?

    Ich habe zuvor in London gelebt, da war der Umzug natürlich eine große Umstellung. Genau genommen war ich, bevor ich hierher kam, in meinem Sabbatical in San Francisco. Tübingen ist schön. Ich habe kein Auto, so dass es sehr anstrengend ist, die Hügel in der Stadt rauf und runter zu laufen – ich hoffe, ich bin nun ein bisschen fitter als vorher. Was das starke akademische und intellektuelle Umfeld betrifft, so ist die Universität Tübingen fantastisch. Meine Frau arbeitet ebenfalls an der Universität und bei Max Planck, und wir haben die Zeit hier bislang sehr genossen. Eine der größten Umstellungen, wenn man von einer Metropole in eine kleinere Stadt zieht: Man kann nicht einmal in den Bus einsteigen, ohne jemanden zu treffen, den man kennt – sei es ein Student oder eine Kollegin. Natürlich hatten wir das große Glück, während der Coronavirus-Pandemie in Deutschland zu sein. Ich denke, das Land hat die Situation sehr gut gemeistert.

    Wurde Ihre Arbeit durch die COVID-19-Pandemie beeinträchtigt?

    Da meine Arbeit hauptsächlich theoretischer Natur ist und die meisten unserer Experimente online durchgeführt werden können, sind diese Aspekte meiner Arbeit nicht dramatisch beeinflusst worden. Natürlich hat die Tatsache, dass wir uns nicht persönlich treffen konnten, die Mitglieder der Forschungsgruppe in mehrfacher Hinsicht beeinflusst. Glücklicherweise sind wir kein sehr großes Institut, und wir konnten trotzdem Experimente vor Ort durchführen – vorausgesetzt, wir konnten den entsprechenden Abstand einhalten. Im Großen und Ganzen ist es uns sehr gut gelungen, die Infektionskrankheit fernzuhalten, was für die harte Arbeit aller Beteiligten spricht. Zu Beginn der Pandemie gab es viele Unsicherheiten. Aber jetzt, da sich die Situation stabilisiert hat, sind die Menschen bestrebt, für ihre Arbeit ans Institut zurückzukehren.

    Wie finden Sie sich in Ihrer neuen Arbeitsumgebung zurecht?

    Am Max-Planck-Institut gibt es aktuell viele Veränderungsprozesse, die sich im Laufe der Zeit entwickeln. Wir befinden uns gerade beim Übergang von der zweiten Generation des Instituts in die dritte. Es ist großartig, das Team in meinem Labor in der Abteilung „Computational Neuroscience“ aufzubauen und ein paar Dinge, an denen ich arbeite, neu auszurichten.

    „Wir versuchen, ein integriertes Doktorandenprogramm aufzubauen“

    Was sind Ihre Hauptprojekte an der Universität Tübingen?

    An der Universität ist einer meiner Schwerpunkte die International Max Planck Research School (IMPRS), für die ich gemeinsam mit den Professoren Cornelius Schwarz und Marc Himmelbach sowie dem Graduate Training Centre of Neuroscience (GTC) erfolgreich neue Fördermittel beantragt habe. Wir versuchen, ein integriertes Doktorandenprogramm aufzubauen, das Studierende mit einem Bachelor-Abschluss rekrutieren und letztlich zu einer Promotion führen soll. Dies entspricht nicht der gängigen deutschen Praxis oder dem Bologna-Modell. Es war interessant, in sehr enger Zusammenarbeit mit der Universität ein Programm zu entwickeln, das sowohl den Bedürfnissen der Studierenden als auch der beteiligten Forschungseinrichtungen entspricht und das zugleich auch mit den Exzellenzprinzipien des GTC sowie den deutschen Vorschriften übereinstimmt. Der erste Jahrgang wird im Herbst beginnen.

    Sie wurden mit der Humboldt-Professur 2020 der Alexander-von-Humboldt-Stiftung ausgezeichnet. Welche Projekte planen Sie in diesem Kontext an der Universität?

    Meine Arbeit im Rahmen der Humboldt-Professur hat noch nicht vollständig begonnen. Sie hätte eigentlich in dem Moment losgehen sollen als die Pandemie ausgebrochen ist. Es ist schwierig, Leute einzustellen, wenn man sie nicht persönlich treffen kann – zumal einige Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland darunter sind. Aber die Universität, das Rektorat und die gesamte Verwaltung haben mich unglaublich gut unterstützt. Ich freue mich wirklich darauf, diese Humboldt-Gruppen aufzubauen, sobald die Auswirkungen des Virus nachlassen.

    Ihre Forschung konzentriert sich auf die Entscheidungsprozesse im Gehirn, die Rolle der Neuromodulatoren, also chemischen Substanzen, die die Arbeitsweise des Nervensystems beeinflussen, sowie auf neuronale Fehlfunktionen bei psychiatrischen Erkrankungen. Sie gelten auch als Pionier auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz (KI). Warum haben Sie sich für diese Bereiche entschieden? Was hat Sie inspiriert, mit Ihrer Forschung diese Richtung einzuschlagen?

    Ursprünglich war ich in meinem Grundstudium Mathematiker. Allerdings hatte ich mich schon in der Anfangszeit der Heimcomputer für die Entwicklung von Systemen interessiert, die Intelligenz simulieren können. Als ich gerade mein Grundstudium abgeschlossen hatte, erschien ein wegweisendes Buch mit dem Titel „Parallel Distributed Processing“ von David Rumelhart und Jay McClelland. Ich hatte das große Glück, zu dieser Zeit Doktorand zu sein. Es war eine dieser epochalen Veränderungen im Denken über die Neurowissenschaft und neuronale Netzwerke. Ich lernte einige der Leute kennen, die an dieser Arbeit beteiligt waren, und habe auf dem Gebiet promoviert, das wir heute in der Computer-Neurowissenschaft als die Schnittstelle zwischen Biologie, Psychologie und KI betrachten würden. Ich interessierte mich für das Verhalten von Tieren und für die Art und Weise, wie wir und andere Lebewesen gute und schlechte Entscheidungen treffen. Als Postdoc war ich anschließend noch viel direkter mit der Neurowissenschaft verbunden.
    Die Entscheidungsfindung ist einer der wenigen Bereiche der Neurowissenschaften, in denen wir verschiedene Analyseebenen miteinander verknüpfen können: Wir befassen uns mit den rechnerischen oder vielleicht ethologischen Zielen der Wahl, den Algorithmen oder psychologischen Prozessen, die dabei eine Rolle spielen, und dann mit den neuronalen Substraten. Die KI ist vor allem an den ersten beiden interessiert – und es gibt dabei große Synergien mit natürlichen Systemen.

    „Um gute Entscheidungen zu treffen, muss man in der Lage sein, gute Vorhersagen zu machen“

    In der jüngeren Vergangenheit haben Sie sich auch mit schlechten Entscheidungen befasst…

    Nach etwa 20 Jahren, in denen ich mich mit qualitativ guten Entscheidungsprozessen befasst hatte, schien es ein guter Zeitpunkt zu sein, um darüber nachzudenken, was passiert, wenn Menschen, andere Tiere und Maschinen Entscheidungen treffen, die entweder aus subjektiver oder objektiver Sicht suboptimal sind. Das hat mich dazu gebracht, über Psychiatrie nachzudenken. Das hing teilweise mit den Menschen zusammen, mit denen ich damals in London arbeitete, die wiederum neurologische und psychiatrische Erkrankungen untersuchten. Und es stimmte auch mit der Beobachtung vieler Psychiater überein, dass die verfügbaren Tests und Analysen nur unzureichend vorhersagend sind, was die Prognose, die Wahl oder Verbesserung der Behandlung betrifft. Außerdem basierten die Tests und Analysen häufig nicht auf dieser Art von mehrstufigen Analyseverfahren, über die ich gerade gesprochen habe. Natürlich läuft in der Psychiatrie nicht alles auf unglückliche Entscheidungen hinaus – aber dort setzt unsere Forschung an.

    Was ist also der rote Faden in Ihrer Forschung? Der Zusammenhang zwischen der Fähigkeit, Vorhersagen zu machen, und der Entscheidungsfindung?

    Grob gesagt: Um gute Entscheidungen zu treffen, muss man in der Lage sein, gute Vorhersagen zu machen. Man muss die Auswirkungen seiner Entscheidungen vorhersagen – nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig. Vorhersagen sind also zentraler Bestandteil der Entscheidungsfindung. Ein weiterer ist die Repräsentation, also die Informationsverarbeitung im Gehirn, die eng damit zusammenhängt, wie wir von einer Situation zur anderen verallgemeinern.

    „Unglaubliche Konzentration von Menschen und gemeinschaftliche Energie“

    Was verbindet dieses Forschungsgebiet mit der Forschung im Cyber Valley Ökosystem?

    Im Cyber Valley Ökosystem forschen viele Menschen, die sich für genau diese Grenze zwischen verschiedenen Aspekten der natürlichen Intelligenz und der künstlichen Intelligenz interessieren. Es sind zu viele, um sie alle aufzuzählen!

    Was macht das Cyber Valley Ökosystem so besonders?

    Die unglaubliche Konzentration von Menschen und die gemeinschaftliche Energie ist das, was die Max-Planck-Institute und die Einrichtungen rund um unseren Campus und die Universität zu solch hervorragenden Orten macht. Hut ab vor den Müttern und Vätern dieses Erfolgs! Ein weiteres gutes Beispiel ist die IMPRS, die seit langem ein entscheidender Bestandteil der Interaktion zwischen dem Institut und der Universität ist. Wir haben eine fantastische Partnerschaft.
    Gleichzeitig hat Tübingen sehr stark in den Bereich der Neurowissenschaften investiert. Das schafft ein perfektes Umfeld für unsere Arbeit. Die Menschen, mit denen man direkt interagiert, sind am wichtigsten. Natürlich dauert es eine Weile, bis Kooperationen und Kontakte aufgebaut sind. Wir stellen neue Forschungsgruppen zusammen, die eine große Wirkung haben werden. Die erste Gruppe an Nachwuchskräften am Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik hat bereits fantastische Fähigkeiten und Energie eingebracht.

    Der Begriff künstliche Intelligenz ist für die meisten Menschen außerhalb der Welt der Informatik noch recht abstrakt. Wie würden Sie ihn beschreiben?

    Wie viele Wörter oder Konzepte, die zu oft wiederholt werden, läuft die Bedeutung des Begriffs KI vielleicht Gefahr, etwas zu verwässern. Auf der einen Seite gibt es menschliche Verhaltensweisen, die eine flexible Problemlösung zu erfordern scheinen, indem sie Informationen aus der Vergangenheit und zuvor erworbene Fähigkeiten auf adaptive Weise ausnutzen. KI strebt danach, diese Fähigkeit auf Computer und Roboter zu übertragen und dramatisch zu verbessern. Denn man kann nicht sagen, dass der Mensch der Gipfel der Intelligenz ist – genauso wenig wie wir zum Beispiel die besten Arithmetik-Rechner sind. Auf der anderen Seite gibt es Verhaltensweisen, wie beispielsweise elegant über unwegsames Gelände zu laufen, die wir Menschen als einfach empfinden – vorausgesetzt, wir denken nicht zu viel darüber nach. Ein Ziel der KI-Wissenschaft ist auch, dass diese Verhaltensweisen von künstlichen Systemen ausgeführt werden. In beiden Fällen wird KI einen neuen Werkzeugkasten hervorbringen, der es uns ermöglicht oder uns dabei hilft, Dinge zu tun, die wir vorher nicht tun oder nicht automatisieren konnten.

    Was könnte ein Beispiel für einen Bereich des täglichen Lebens sein, in dem mittels KI große Innovationen erzielt werden können?

    Ich bin Grundlagenforscher, daher sage ich hier meine Meinung als normaler Bürger und nicht als Fachmann. Ein Beispiel, das für mich auf der Hand liegt, ist die automatisierte Mobilität – selbstfahrende Autos zum Beispiel, ein Fachgebiet von Professor Andreas Geiger im Cyber Valley. Meine Kinder haben keinen Führerschein gemacht, sie hoffen also auf rasche Fortschritte!

  • Bernhard Schölkopf hält Grundsatzrede auf der Online-Veranstaltung „Kein one size fits all: Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie für personalisierte Medizin“.

    Bernhard Schölkopf hält Grundsatzrede auf der Online-Veranstaltung „Kein one size fits all: Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie für personalisierte Medizin“.

    Brüssel/Tübingen – Künstliche Intelligenz ist eine der Schlüsseltechnologien für die Zukunft Europas. Die Anwendungsbereiche sind vielfältig, aber noch nicht vollständig in der Gesellschaft verankert. Im Bereich der Gesundheitsversorgung ist die entscheidende Rolle, die die Sammlung und Analyse von Daten bei der Behandlung von Krankheiten spielen kann, bereits erkannt worden. Die personalisierte Medizin ist eine von vielen Schlüsselanwendungen dieses modernen datengesteuerten Ansatzes in der Gesundheitsversorgung. Um das volle Potenzial der KI auszuschöpfen, sind eine interdisziplinäre Zusammenarbeit und ein starkes europäisches Netzwerk von KI-Zentren erforderlich.

    Das Cyber Valley Ökosystem ist eine solches Zentrum. Verschiedene Universitäten und Universitätskliniken, Forschungsinstitute und die Industrie arbeiten in einem integrierten Ansatz eng zusammen. Alle Partner haben dazu beigetragen, dieses florierende Ökosystem in ein weltweit anerkanntes europäisches Netzwerk, das Europäische Labor für Lernende und Intelligente Systeme, auch bekannt als Ellis, zu integrieren.

    Bernhard Schölkopf, Direktor der Abteilung für Empirische Inferenz am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, ist Mitbegründer des Cyber Valley und der Ellis-Society. Er hielt einen Vortrag bei einer Online-Veranstaltung, die von der Vertretung des Landes Baden-Württemberg bei der Europäischen Union in Brüssel veranstaltet wurde. Die Veranstaltung ist eine der ersten im Zusammenhang mit der rotierenden sechsmonatigen EU-Präsidentschaft Deutschlands, die am 1. Juli begann. Die Podiumsteilnehmer, die an der Veranstaltung „Kein one size fits all: Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie für personalisierte Medizin“ diskutierten die verschiedenen Schnittstellen zwischen KI und Medizin, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie sowie die von der Europäischen Kommission geplanten zukünftigen Finanzierungsinstrumente für Gesundheit und KI. Schölkopf hob besonders hervor, wie wichtig es sei, ein ideales Forschungsumfeld zu schaffen, um die besten KI-Talente aus der ganzen Welt zu halten und anzuziehen.


    Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Julia Stamm, Gründerin und Direktorin von Science Leads aus Berlin. Außerdem dabei waren

    • Bodo Lehmann, Head of the Representation of the State of Baden-Württemberg to the European Union
    • Theresia Bauer, Minister of Science, Research and Arts of the State of Baden-Württemberg,
    • Dr. Karim Berkouk, Deputy Head of Unit Combatting Diseases, DG Research and Innovation, European Commission
    • Dr. Nuria Oliver, Chief Data Scientist, Data-Pop Alliance, Member of the Board of ELLIS Society (European Laboratory for Learning and Intelligent Systems) and ELLIS Unit Alicante
    • Dr. Oliver Stegle, Head of Division, Computational Genomics and Systems Genetics, German Cancer Research Center Heidelberg and European Molecular Biology Laboratory Heidelberg
  • No one size fits all: Artificial Intelligence as Key Technology for Personalised Medicine

    No one size fits all: Artificial Intelligence as Key Technology for Personalised Medicine

    Artificial intelligence is one of the technologies that are key to Europe’s future. The areas of application are manifold, but not yet fully anchored in society. In the field of healthcare, the crucial role that data collection and analysis can play in the treatment of diseases has already been recognised. Personalised medicine is one out of many key applications of this modern data-driven approach to healthcare. Cross-disciplinary collaboration and a strong European network of AI hubs are needed to lever the full potential of AI.

    With the Cyber Valley, Baden-Württemberg has created a powerful hub for AI. Different universities and university hospitals, research institutes and industry are working closely together in an integrated approach, having established a globally recognised European network.

    We will discuss with our distinguished panellists the interfaces between AI and medicine, the cooperation between science and industry as well as the future funding instruments for health and AI planned by the European Commission.

     

    Programme

    01:30 p.m.

     

    Welcome

    Bodo Lehmann, Head of the Representation of the State of Baden-Württemberg to the European Union

     

                      Introduction

                   Dr. Julia Stamm, Founder and Director, Science Leads, Berlin

     

    01:35 p.m.

     

    Keynote speech

    Minister Theresia Bauer MdL, Ministry of Science, Research and Arts of the State of Baden-Württemberg

     

    afterwards

     

    Keynote speech

    Prof. Dr. Bernhard Schölkopf, Director, Max Planck Institute for Intelligent Systems, Co-Founder of the Cyber Valley and Member of the Board of ELLIS Society (European Laboratory for Learning and Intelligent Systems)

     

     

    01:45 p.m. 

     

    Panel discussion with

    Dr. Karim Berkouk, Deputy Head of Unit Combatting Diseases, DG Research and Innovation, European Commission

    Dr. Nuria Oliver, Chief Data Scientist, Data-Pop Alliance, Member of the Board of ELLIS Society (European Laboratory for Learning and Intelligent Systems) and ELLIS Unit Alicante

    Dr. Oliver Stegle, Head of Division, Computational Genomics and Systems Genetics, German Cancer Research Center Heidelberg and European Molecular Biology Laboratory Heidelberg

    Moderator: Dr. Julia Stamm, Founder and Director, Science Leads, Berlin

     

    afterwards

     

    Q&A with the audience

     

    02:45 p.m.

     

    Outlook

    Priorities in research and innovation under the German EU Council Presidency

    Michael Vorländer, Head of Unit Education and Research, Permanent Representation of Germany to the European Union

     

    02:55 p.m.

     

    Closing remarks

    Dr. Julia Stamm, Founder and Director, Science Leads, Berlin

     

     

     

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    Yours sincerely,
    Bodo Lehmann
    Head of the Representation of the State of Baden-Württemberg
    to the European Union
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    Note:
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  • Tübinger Masterstudentin Mila Gorecki erhält Frauen-MINT-Award

    Tübinger Masterstudentin Mila Gorecki erhält Frauen-MINT-Award

    Mila Gorecki, Studentin des Internationalen Masterstudiengangs Machine Learning der Universität Tübingen, hat den Frauen-MINT-Award 2020 gewonnen. Sie erhält den Hauptpreis des Wettbewerbs für ihre herausragende Bachelorarbeit. Darin hat sie sich mit der Identifikation von Quellen von Unfairness in algorithmischen Entscheidungen befasst – und mit der Frage, wie deren Auswirkungen abgemildert werden können. Gorecki hat ihre Arbeit in der Gruppe von Philipp Hennig, Professor für Methoden des Maschinellen Lernens an der Universität Tübingen, geschrieben und wurde dabei von Alexandra Gessner betreut, Doktorandin in Hennigs Abteilung. Hennig ist Mitglied des Exzellenzclusters „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“ und stellvertretender Sprecher des Cyber Valley Executive Board.

    Jan Hofmann, Vice President Top Program Lead AI der Deutschen Telekom, sagte in seiner Laudatio bei der virtuellen Preisvergabe: „Um ihre sehr herausfordernde Forschungsfrage anzugehen, musste Mila in fundamentaler Art die üblichen Annahmen hinterfragen, mit denen heute Systeme für maschinelles Lernen gebaut und optimiert, die dafür nötigen Daten aufbereitet werden. Sie musste diese Annahmen aus der Perspektive der Gerechtigkeit neu beleuchten und bewerten. Wir finden: Damit leistet Mila Gorecki nicht nur einen besonderen Beitrag im Forschungsfeld der künstlichen Intelligenz – sondern auch einen breiteren, gesellschaftlich sehr relevanten Beitrag.“

    „Es ist superwichtig, seine Daten zu verstehen“, fasst Gorecki die Hauptaussage ihrer Arbeit zusammen. „Woher kommen die Daten, wie wurden sie generiert? Nur wenn man Antworten auf diese Fragen hat, kann man mögliche Quellen von Unfairness erkennen.“ Für das Thema hat Gorecki sich auch wegen seiner gesellschaftlichen Bedeutung entschieden. „Algorithmische Entscheidungen beeinflussen das Leben der Menschen tiefgreifend“, betont sie. Das Spektrum reiche von der Frage, wem welche Online-Werbung angezeigt wird, über die Bewertung der individuellen Kreditwürdigkeit bei Banken bis hin zur Strafverfolgung. „Es besteht die Gefahr, dass bestimmte Gruppen durch die Entscheidungen von Algorithmen benachteiligt würden“, sagt Gorecki – ein Thema, das mit dem zunehmenden Gebrauch von Algorithmen im Alltag weiter an Bedeutung gewinnen wird.

    Der Frauen-MINT-Award wird gemeinsam von der Deutschen Telekom, dem Studierendenmagazin audimax Medien und der „Initiative MINT Zukunft schaffen“ verliehen. Geehrt werden Studentinnen, die eine Abschlussarbeit zu den Feldern Artificial Intelligence, Cloud, Cyber Security, Internet of Things oder Netze der Zukunft eingereicht haben. Der Hauptpreis ist mit 3.000 Euro dotiert.

    „Der Preis ist für mich ein Ansporn, weiter in dieser Richtung zu forschen“, sagt Mila Gorecki. Sie hofft außerdem, eine Vorbildrolle einzunehmen. „Ich möchte junge Frauen motivieren, MINT-Fächer zu studieren, weil ich denke, dass Technologie die Gesellschaft langfristig mitgestalten wird. Traut Euch, gestaltet mit!“

  • KI trifft Kunst: Tübinger Wissenschaftler interpretieren Meisterwerke neu

    KI trifft Kunst: Tübinger Wissenschaftler interpretieren Meisterwerke neu

    „Wer malt denn da?“, fragt die Kunsthalle Tübingen in ihrer Ankündigung einer ganz besonderen Installation – und diese Frage ist berechtigt. Denn die ausgestellten Werke, die an die Kunst des 20. Jahrhunderts anknüpfen, sind nicht von Menschenhand geschaffen.

    Eigentlich hätten derzeit im Rahmen der Ausstellung „Herzstücke“ Meisterwerke aus der Kunsthalle Emden in Tübingen zu sehen sein sollen. Die Covid-19-Pandemie sorgte für eine Verschiebung ins kommende Jahr. Die Tübinger Medienkünstlergruppe Lunar Ring hat darauf reagiert und auf der Grundlage der Meisterwerke aus Emden neue visuelle Phänomene generiert, die die in der Ausstellung angelegten expressive Linie der Kunst des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart verlängern.

    Lunar Ring – das sind Mirko Franjic, Niklas Fricke, Alexander Loktyushin und Johannes Stelzer. Die vier Tübinger Wissenschaftler erforschen die kreativen Ausdrucksmöglichkeiten der KI-Technologie – und sind mit ihrem Unternehmen Colugo zugleich Mitglied des Cyber Valley Start-up Network.

    Doch was haben die vier KI-Künstler nun konkret geschaffen? Die Beschreibung der Kunsthalle Tübingen erklärt:

    Für die Ausstellung Herzstücke hat Lunar Ring auf Grundlage von Meisterwerken aus der Kunsthalle Emden mit dem Computer neue visuelle Phänomene generiert: Mittels eines KI-Verfahrens, das auf Neural Style Transfer aufbaut, wurden die Highlights der Sammlung zu digitalen Visuals verknüpft. Gleich einem Bewusstseinsstrom spiegelt uns beispielsweise die Medienarbeit 1902-2012 damit den roten Faden der ausdrucksstarken Kunst von den Expressionisten, über die CoBrA– und SPUR-Künstler bis zu den jungen Wilden der 1990er Jahre wieder. Die auf diese Art und Weise im wahrsten Sinne des Wortes mittels Technik „verflüssigte“ Malerei von Max Pechstein, Asger Jorn oder Salomé erhält nicht nur eine atmende Präsenz, sondern scheint auch ein Eigenleben zu entwickeln, das nicht zuletzt die Magie selbstlernender Systeme auf faszinierende Art und Weise anschaulich macht.

    Die Visuals von Lunar Ring sind bis zum 14. Juni in der Kunsthalle Tübingen zu sehen.

  • Der Öffentliche Beirat des Cyber Valley wählt stellvertretenden Sprecher

    Der Öffentliche Beirat des Cyber Valley wählt stellvertretenden Sprecher

    Der Öffentliche Beirat des Cyber Valley (Public Advisory Board) tagte am 05. März 2020 zum dritten Mal und wählte Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel zum stellvertretenden Sprecher. Professor Hemel ist Direktor des Welt-Ethos-Instituts in Tübingen.

    „Das Tübinger PAB zeigt, wie wertvoll konstruktiver Dialog zwischen den verschiedenen Beteiligten, Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, sein kann. Besonders erfreulich ist, dass sich die ethische Sensibilität und die ethische Sprachfähigkeit der Forscherinnen und Forscher bereits in der kurzen Zeit enorm weiterentwickelt hat”, sagte Professor Hemel. „Die Einrichtung eines Public Advisory Board für das Cyber Valley mit der Bündelung von Stimmen aus unterschiedlichen sozialen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und politischen Bereichen kann in dieser Form selbst als eine soziale Innovation betrachtet werden. Erst recht, wenn es um die ethischen und sozialen Folgen im Bereich des maschinellen Lernens geht.“

  • Vortrag: Die Dynamik des Laufens – von Tieren und Robotern mit Beinen

    Vortrag: Die Dynamik des Laufens – von Tieren und Robotern mit Beinen

    Warum tun einem nach zwei Stunden im Museum die Beine mehr weh als nach zwei Stunden Wandern? Warum wirkt der 50km Gehen Wettbewerb bei den Olympischen Spielen so seltsam? Warum ist es bei niedrigen Geschwindigkeiten besser zu gehen und bei hohen zu rennen und warum galoppieren wir nicht wie Pferde?


    Auf solch grundsätzliche Fragen an der Schnittstelle von Biologie, Mechanik und Robotik stößt man unweigerlich, wenn man Robotern beibringen möchte auf den eigenen Beinen zu stehen. Dabei realisiert man auch, wie schwierig Laufen ist und wie wenig wir eigentlich darüber wissen – und das, obwohl fast jeder von uns selbst problemlos Laufen kann.

    Der Professor der Universität Stuttgart David Remy hält hierzu einen Vortrag.

    Kursnr.: 201-00511

    Beginn: Di., 21.04.2020, 19:00 – 20:30 Uhr

    Dauer: 1

    Kursort: TREFFPUNKT Rotebühlplatz, Rotebühlpl. 28, 70173 Stuttgart

    Gebühr: Eintritt frei